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Smart Home

So viel sparst du mit intelligenten Thermostaten

von Nils Matthiesen

Smarte Thermostate sollen Heizkosten spürbar senken – je nach Wohnfläche um mehrere Hundert Euro pro Jahr. Geht die Rechnung wirklich auf und lohnt sich die Anschaffung der teuren Teile?

Wer es in der kalten Jahreszeit in den eigenen vier Wänden mollig warm haben möchte, erlebt beim Blick auf die nächste Heizkostenabrechnung oft einen großen Schreck. Abhilfe versprechen intelligente Heizungssteuerungen. Diese sollen „mitdenken“ und Heizkosten auf diese Weise spürbar senken – je nach Wohnfläche um mehrere Hundert Euro pro Jahr.

Heizen, wenn es nötig ist

Denn das Erfolgsgeheimnis niedrigen Energieverbrauchs lautet: Nur dann heizen, wenn es wirklich nötig ist. Bist du unterwegs, muss zu Hause schließlich nicht die Heizung die ganze Zeit auf Hochtouren laufen. Wer hat aber Zeit und Lust, das Thermostat jedes Mal beim Verlassen des Hauses abzudrehen? Aus diesem Grund gibt es smarte Thermostate. Sie erkennen beispielsweise anhand des Smartphone-Signals, wenn der letzte Bewohner das Haus verlässt und senken automatisch die Temperatur. Kalte Räume muss man bei der Wiederkehr dann nicht befürchten. Wer etwa unverhofft früher Feierabend hat, regelt die Heizung bequem von unterwegs, etwa per Smartphone-App. Ebenfalls ist es möglich, Zeitprofile einzurichten. Die sorgen dafür, dass es etwa morgens lauschig warm im Bad ist, ohne dass die Heizung die ganze Nacht durchheizen muss. All das spart Energie und entlastet Geldbeutel sowie Umwelt, versprechen zumindest die Hersteller.

Happige Anschafungskosten

Doch rechnet sich das tatsächlich? Schließlich sind die Anschaffungskosten für die Thermostate nicht ohne. So kostet allein ein smarter Thermostat von Homematic rund 40 Euro, von AVM rund 50 Euro und von Eve sogar 70 Euro, dazu kommt womöglich noch eine Basisstation. Da können in geräumigen Wohnungen und vor allem in Häusern schon einmal ein paar hundert Euro zusammenkommen. Abgesehen vom Komfortgewinn ist die Frage nach der Rentabilität also durchaus gerechtfertigt. Die Anbieter selbst werben mitunter mit einem Sparpotential von über 30 Prozent. Die Stiftung Warentest hat das einmal nachgerechnet.

Maximal 8 Prozent Ersparnis

Das Ergebnis: Die Berechnungen der Experten für verschieden große und gedämmte Beispielwohnungen ergaben, dass das Sparpotenzial zwischen 5 bis 8 Prozent rangiert. Summa Summarum lassen sich also bei jährlichen Heizkosten von 1.000 Euro rund 50 bis 80 Euro sparen. Dabei gingen die Redakteure von einem typischen 8-Stunden-Arbeitstag aus, bei dem der Bewohner anschließend ein warmes Zuhause vorfinden wolle. Dabei lohne es sich meistens bei schlecht gedämmten Häusern, die Temperatur bei Abwesenheit zu senken. Bei modernen, gut gedämmten Gebäuden lohne es sich im Umkehrschluss weniger. Die Gründe liegen auf der Hand. Zum einen, weil die Bewohner sowieso nicht so viel fürs Heizen zahlen. Zum anderen, weil die Raumtemperaturen bei guter Dämmung nur langsam sinken. Der Spareffekt, der durch geringere Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen entsteht, wirkt daher hier nur mäßig.

Fazit

Es stimmt: Smart Thermostate steigern nicht nur den Komfort, gleichzeitig senken sie auch die Heizkosten. Allerdings nicht so effektiv, wie von den Herstellern versprochen. Abhängig von den baulichen Gegebenheiten kann es also einige Jahr dauern, bis sich die Investition in die moderne Technik amortisiert.

Wie baut man ein smartes Thermostat ein?

Wer nun Neugierig geworden ist: Ein smartes Thermostat kann man ganz einfach selber anbauen, man braucht keinen teuren Handwerker zu bestellen. Keine Angst: Viel kaputt machen kann man nicht, das alte Thermostat lässt sich leicht abschrauben. Wie das im Detail funktioniert, zeigt dieses Video:

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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