Expertenmeinungen

Wächst der Dax um 18 Prozent? Der Aktien-Ausblick 2019

von Nils Matthiesen

Aktientechnisch war 2018 zum Vergessen – weltweit rutschten die Kurse in den Keller. Wo aber geht die Reise im neuen Jahr hin?

Das schwierigste Börsenjahr seit der Finanzkrise ist Vergangenheit. Nach sechs Jahren plus in Folge schloss der Dax 2018 mit einem Minus von 18,26 Prozent. Dabei hatte das Jahr noch vielversprechend begonnen, Ende 2017 kletterte das wichtigste deutsche Börsenbarometer auf einen Rekordstand von 13.596 Punkten. Anschließend kannten die Kurse aber nur noch eine Richtung: Nach unten. Am Ende notierte der Dax so tief wie zuletzt Anfang Dezember 2016. Vor allem steigende Zinsen und die Diskussionen über Zolltarife zwischen China und den USA belasteten die Märkte. In Europa kam die Unsicherheit rund um den Brexit und die Turbulenzen rund um die Verschuldung Italiens und der Türkei dazu. Doch viel wichtiger ist die Frage: Wie geht es weiter? ZASTER hat die Prognosen der wichtigsten Banken unter die Lupe genommen.

Alle Banken optimistisch

Störfaktoren sehen dabei im Prinzip alle Banken. Dabei handelt es sich um die altbekannten Probleme: Potenzielle Abkühlung der Weltkonjunktur, steigende Zinsen sowie politische Unwägbarkeiten wie zum Beispiel der Handelsstreit zwischen den USA und China. Trotzdem lautet aber das Fazit: Das Börsenjahr 2019 dürfte für Anleger zwar kompliziert werden, es drohen Turbulenzen mit vielen Schwankungen. Unterm Strich solle es auf jeden Fall wieder aufwärts gehen. Sowohl der deutsche Leitindex wie auch sein Pendant der Eurozone, den EuroStoxx 50, sehen alle Kreditinstitute bis Ende 2019 höher.

Geht es sogar um 27 Prozent hoch?

Am pessimistischsten ordnet die Lage die Bayern LB ein. Sie glaubt, dass der Dax 2019 zwischen 9.800 und 13.000 Punkten pendelt und am Ende bei 11.500 Punkten landet. Selbst das würde also noch ein Plus von rund 7,5 Prozent bedeuten. Damit liegt die Bayern LB aber noch ein ganzes Stück vom Durchschnitt der von Bloomberg 21 befragten Banken entfernt. Der liegt bei 12.431 Punkten, was einem saftigen Zuwachs von rund 18 Prozent entsprechen würde. Für den europäischen Leitindex EuroStoxx sind die Schätzungen ähnlich euphorisch. Die Bank Santander sieht den Dax Ende 2019 sogar bei 13.400 Punkten, also in der Nähe des Allzeithochs. In diesem Fall würde der Dax satte 27 Prozent zulegen. Ebenfalls weit aus dem Fenster lehnen sich die Helaba mit ihrer Prognose von 13.200 Punkten und die DZ Bank mit 13.300 Punkten. Einigkeit herrscht allerdings bei dem Punkt, dass das Dax-Rekordhoch bei 13.597 dieses Jahr nicht genommen wird.

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Deutsche Bank rät vom Dax ab

Ziemlich genau auf dem Durchschnittsniveau sieht zum Beispiel die Deutsche Bank den Dax, und zwar bei 12.300 Punkten. Auch die Experten des größten Kreditinstitut Deutschlands rechnen dabei mit Schwankungen an den Kapitalmärkten – vor allem ausgelöst durch die vielen politischen Unsicherheiten. „Die Weltwirtschaft hat ihren Höhepunkt überschritten“, meint Stefan Schneider, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Dennoch rechne man mit einem positiven Ausblick, vor allem in den Vereinigten Staaten. Vom Dax raten die Fachleute dagegen ab. Denn der beinhalte zu wenige Unternehmen und davon zu viele Auto-Werte, was ihn anfälliger für Konjunkturschwankungen mache. Besser seien deshalb Investments rund um den breit gestreuten amerikanischen Index S&P 500, den die Deutsche Bank bis Ende 2019 bei 3.000 Punkten und somit 20 Prozent höher sieht.

Fazit

Bei den Banken herrscht traute Einigkeit. Trotz diverser Unsicherheiten war die jüngste Korrektur übertrieben und es gehe bei den Aktien wieder nach oben. Als Anleger könntest du also in Erwägung ziehen, die durch die Kursverluste im zweiten Halbjahr 2018 gesunkenen Bewertungen als Einstiegsmöglichkeit zu nutzen. Ideal dafür wäre zum Beispiel ein Sparplan in einen breit angelegten Fonds. In diesem Fall würdest du kein allzu großes Risiko eingehen und sogar von Kursschwankungen profitieren. Ob es natürlich wirklich 2019 wieder an den Börsen aufwärts geht, kann dir natürlich niemand garantieren.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen

Nils ist Journalist sowie Texter und beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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