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Was erlaubt ist - und was nicht

Wohnung selbst renovieren? Das musst du vorher wissen

von Nils Matthiesen

Der Boden könnte schicker sein, das Wohnzimmer ließe sich herrlich teilen und die Elektrik ist von gestern? Mit ein wenig Geschick lässt sich die eigene Mietwohnung selbst aufpimpen. Doch Vorsicht: Mieter genießen bei Modernisierung oder Umbau nicht alle Freiheiten – ein Überblick.

Mietwohnungen entsprechen eher selten hundertprozentig den Vorstellungen der Mieter – Geschmäcker sind einfach zu verschieden. So sind bisweilen etwa die Fliesen im Bad zu spießig, der Boden ungemütlich, das triste Weiß der Wände zu kalt – oder alles zusammen. Warum also nicht in die Hände spucken und das Ganze dem eigenen Geschmack anpassen? Zudem müsste sich der Vermieter doch glücklich schätzen, wenn du ihm die längst überfällige Modernisierung abnimmst und die Wohnung auf Vordermann bringst. Klingt logisch, ist aber heikel. Denn Heimwerkern in Eigenregie ist in vielen Fällen nur mit der Zustimmung des Vermieters erlaubt – in einigen aber auch nicht. ZASTER hat aktuelle Mieturteile gewälzt. Soviel vorab: Als Mieter hast du grundsätzlich das Recht auf individuelle Wohngestaltung.

Das darfst du in deiner Wohnung ändern

Als Faustregel gilt: Als Mieter kannst du in der Wohnung schalten und walten, solange du sämtliche durchgeführten Änderungen problemlos wieder rückgängig machen kannst, dabei keine Schäden verursachst und nicht zu viel Lärm und Dreck produzierst. Folgende Dinge darfst du beispielsweise angehen.

Streichen: Bei der Farbwahl der Wände gibt es keine Beschränkungen. Aufpassen aber: Manche Mietverträge enthalten eine Klausel, die besagt, dass sich die die Wohnung bei Auszug in einem farblich neutralen Zustand befinde muss. In diesem Fall müsstest du die bunte Farbe überstreichen.
Streichen: Bei der Farbwahl der Wände gibt es keine Beschränkungen. Aufpassen aber: Manche Mietverträge enthalten eine Klausel, die besagt, dass sich die die Wohnung bei Auszug in einem farblich neutralen Zustand befinde muss. In diesem Fall müsstest du die bunte Farbe überstreichen. © pixabay
Löcher bohren: Du darfst ohne Zustimmung Löcher bohren, beispielsweise um ein Kabel durchzulegen oder Dübel zu befestigen. Beim Auszug kann der Vermieter allerdings die fachgerechte Entfernung der erzeugten Löcher verlangen.
Löcher bohren: Du darfst ohne Zustimmung Löcher bohren, beispielsweise um ein Kabel durchzulegen oder Dübel zu befestigen. Beim Auszug kann der Vermieter allerdings die fachgerechte Entfernung der erzeugten Löcher verlangen. © Pixabay
Badezimmer 1: Bei kleineren Veränderungen im Badezimmer ist keine Zustimmung des Vermieters nötig. Dazu zählen etwa der Austausch von Duschvorhang, Handtuchhalter und Toilettensitz, genau wie die Befestigung von Lampen oder Spiegeln.
Badezimmer 1: Bei kleineren Veränderungen im Badezimmer ist keine Zustimmung des Vermieters nötig. Dazu zählen etwa der Austausch von Duschvorhang, Handtuchhalter und Toilettensitz, genau wie die Befestigung von Lampen oder Spiegeln. © Pixabay
Küche: Du darfst eine neue Küche einbauen oder gegen eine vorhandene austauschen. Wichtig dabei: Die vorhandene Küche musst du lagern und nach dem Auszug wieder einbauen. Zudem hast du keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter die Küche beim Auszug übernimmt.
Küche: Du darfst eine neue Küche einbauen oder gegen eine vorhandene austauschen. Wichtig dabei: Die vorhandene Küche musst du lagern und nach dem Auszug wieder einbauen. Zudem hast du keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter die Küche beim Auszug übernimmt. © Pixabay
Einbauschrank: Ist die Wohnung eng und verwinkelt, darfst du ohne Zustimmung des Vermieters einen oder mehrere Einbauschränke anfertigen und einbauen. Allerdings darfst du nicht davon ausgehen, dass der Ver- oder Nachmieter diese bei Auszug übernimmt.
Einbauschrank: Ist die Wohnung eng und verwinkelt, darfst du ohne Zustimmung des Vermieters einen oder mehrere Einbauschränke anfertigen und einbauen. Allerdings darfst du nicht davon ausgehen, dass der Ver- oder Nachmieter diese bei Auszug übernimmt. © Pixabay
Waschmaschinenanschluss: Kein Platz in der Küche oder gar kein Anschluss vorhanden? Auf einen Waschmaschinenanschluss hast du als Mieter zwar keinen rechtlichen Anspruch.  Laut Berliner Mietverein steht dir aber zu, auf eigene Rechnung einen legen zu lassen.
Waschmaschinenanschluss: Kein Platz in der Küche oder gar kein Anschluss vorhanden? Auf einen Waschmaschinenanschluss hast du als Mieter zwar keinen rechtlichen Anspruch. Laut Berliner Mietverein steht dir aber zu, auf eigene Rechnung einen legen zu lassen. © Pixabay
Türschloss: Du hast das Recht das Schloss deiner Wohnungstür gegen ein anderes austauschen, auch wenn der Mietvertrag das ausschließt. Beim Austausch vermeide aber Beschädigungen an der Tür und achte darauf, dass es das neue Schloss mindestens genauso sicher wie das alte ist.
Türschloss: Du hast das Recht das Schloss deiner Wohnungstür gegen ein anderes austauschen, auch wenn der Mietvertrag das ausschließt. Beim Austausch vermeide aber Beschädigungen an der Tür und achte darauf, dass es das neue Schloss mindestens genauso sicher wie das alte ist. © Pixabay
(Küchen)geräte: Egal ob Induktionsherd, stromsparende Geschirrspülmaschine oder Kühlschrank inklusive Eiswürfelmacher. Dein Vermieter darf dir den Einbau moderner Geräte nicht verbieten. Denke dran: Bewahre die alten Geräte auf.
(Küchen)geräte: Egal ob Induktionsherd, stromsparende Geschirrspülmaschine oder Kühlschrank inklusive Eiswürfelmacher. Dein Vermieter darf dir den Einbau moderner Geräte nicht verbieten. Denke dran: Bewahre die alten Geräte auf. © Pixabay
Markise: Wenn du dich auf dem Balkon vor Sonne schützen und eine Markise anbringen willst, darf der Vermieter das nicht verbieten. Allerdings solltest du die Optik mit ihm absprechen und dich bereit erklären, sie beim Auszug wieder zu entfernen.
Markise: Wenn du dich auf dem Balkon vor Sonne schützen und eine Markise anbringen willst, darf der Vermieter das nicht verbieten. Allerdings solltest du die Optik mit ihm absprechen und dich bereit erklären, sie beim Auszug wieder zu entfernen. © Pixabay
Balkonpflanzen: Balkone gehören zur vermieteten Wohnung. Du kannst also Blumenkästen anbringen oder auch Topfpflanzen aufstellen. Wichtig aber: Sorge dafür, dass dadurch selbst bei starkem Wind niemand in Gefahr gerät.
Balkonpflanzen: Balkone gehören zur vermieteten Wohnung. Du kannst also Blumenkästen anbringen oder auch Topfpflanzen aufstellen. Wichtig aber: Sorge dafür, dass dadurch selbst bei starkem Wind niemand in Gefahr gerät. © pixabay
Böden: Einen vom Vermieter verlegten Teppichboden darfst du nicht einfach entfernen.  Auch das Abschleifen und Versiegeln alter Parkettfußböden muss dein Vermieter erlauben. Und: Du darfst zwar einen Laminatboden verlegen. Aber: Wenn dadurch die Lärmbelästigung für die Nachbarn steigt, und die sich beschweren, hast du schlechte Karten. Deshalb am besten mit allen Parteien absprechen und für bestmöglichen Trittschallschutz sorgen.
Böden: Einen vom Vermieter verlegten Teppichboden darfst du nicht einfach entfernen. Auch das Abschleifen und Versiegeln alter Parkettfußböden muss dein Vermieter erlauben. Und: Du darfst zwar einen Laminatboden verlegen. Aber: Wenn dadurch die Lärmbelästigung für die Nachbarn steigt, und die sich beschweren, hast du schlechte Karten. Deshalb am besten mit allen Parteien absprechen und für bestmöglichen Trittschallschutz sorgen. © Unsplash
Fenster: Für besseren Schallschutz oder Dämmung neue Fenster einbauen? Gute Idee, aber nie ohne Absprache.
Fenster: Für besseren Schallschutz oder Dämmung neue Fenster einbauen? Gute Idee, aber nie ohne Absprache. © Pixabay
Elektrik: Finger weg von der Elektrik. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch nicht erlaubt. Das verbietet die Niederspannungsanschlussverordnung. Wenn du einen Schaden verursachst, kann es passieren, dass die Versicherung nicht zahlt. Selbst der vermeintlich einfache Austausch von Steckdosen und Lichtschaltern oder das Anschließen einer Lampe ist verboten. Schalter darfst du hingegen austauschen, musst die alten aber aufbewahren.
Elektrik: Finger weg von der Elektrik. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch nicht erlaubt. Das verbietet die Niederspannungsanschlussverordnung. Wenn du einen Schaden verursachst, kann es passieren, dass die Versicherung nicht zahlt. Selbst der vermeintlich einfache Austausch von Steckdosen und Lichtschaltern oder das Anschließen einer Lampe ist verboten. Schalter darfst du hingegen austauschen, musst die alten aber aufbewahren. © Unsplash
Badezimmer: Dir gefällt die Keramik oder die Fliesen nicht? Auch solche Themen darfst du nur nach Absprache angehen.
Badezimmer: Dir gefällt die Keramik oder die Fliesen nicht? Auch solche Themen darfst du nur nach Absprache angehen. © Pixabay
Katzenklappe: Ebenfalls nicht ohne Zustimmung des Vermieters erlaubt ist beispielsweise das Einlassen einer Katzenklappe. Es wurde sogar schon Mietern gekündigt, weil sie sich trotz Abmahnung weigerten, den Einlass für Stubentiger zu entfernen.
Katzenklappe: Ebenfalls nicht ohne Zustimmung des Vermieters erlaubt ist beispielsweise das Einlassen einer Katzenklappe. Es wurde sogar schon Mietern gekündigt, weil sie sich trotz Abmahnung weigerten, den Einlass für Stubentiger zu entfernen. © Katzenklappe
Garten: Der grüne Daumen juckt? Erst fragen! Sträucher, Büsche oder Bäume rausreißen oder neu  pflanzen, ist nur mit Zustimmung des Vermieters erlaubt. Blumen- und Gemüsebeete darfst du hingegen ohne Absprache anlegen.
Garten: Der grüne Daumen juckt? Erst fragen! Sträucher, Büsche oder Bäume rausreißen oder neu pflanzen, ist nur mit Zustimmung des Vermieters erlaubt. Blumen- und Gemüsebeete darfst du hingegen ohne Absprache anlegen. © Unsplash

Die besten Tipps für den Wohnungsumbau

  • Das Gespräch mit dem Vermieter suchen: Egal ob du musst oder nicht – die Absprache mit dem Vermieter kann nie schaden. Meist wird er nichts gegen deine Pläne haben. Schon gar nicht, wenn dadurch die Wohnung an Wert gewinnt. Legst du einfach los, kann es passieren, dass du in einen Rechtsstreit gerätst, der nicht nur Nerven, sondern oft auch viel Geld kostet.
  • Schriftlich fixieren: Halte sowohl die Einwilligung als auch weitere Vereinbarungen schriftlich fest, so hast du für den Fall der Fälle etwas in der Hand.
  • Eigene Fähigkeiten richtig einschätzen: Eine fachgerechte Ausführung ist ein absolutes Muss. Wenn etwas schiefgeht musst du für Schäden oder erforderliche Nacharbeiten durch einen Fachmann aufkommen.
  • Rücksicht nehmen: Nimm Rücksicht auf deine Nachbarn. Zwar gibt es zum häuslichen Lärmschutz keine einheitliche Regelung, oft sind aber im Mietvertrag oder in der Hausordnung entsprechende Regelungen zu finden. Gibt’s die nicht, sollten du Ruhezeiten unter der Woche in der Mittagspause zwischen 13 und 15 Uhr respektieren und spätestens ab 22 Uhr die Arbeiten einstellen. Am Samstag darfst du dich bis auf die Mittagspause zwischen 8 und 19 Uhr austoben, Sonn- und Feiertage sind tabu.

    Fazit: Wenn es an die an die Substanz der Wohnung geht, du also bauliche Veränderungen planst, ist das nur mit der Einwilligung des Vermieters erlaubt.
ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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