© Pixabay
Aktuelle Studie

Deutschen geht es finanziell prächtig

von Nils Matthiesen

Nanu? Trotz Niedrigzinsen, Lohnausbeutung und Vermögensschere scheint es den miesepetrigen Deutschen finanziell top zu gehen. Darauf deuten zumindest die Ergebnisse des neuesten Vermögensbarometer der Sparkassen hin.

Wie würdest du deine finanzielle Lage einschätzen? Bist zu zufrieden? Falls ja, denkst du wie die meisten anderen Deutschen. Denn denen soll es finanziell blendend gehen. Diesen Schluss lässt zumindest eine repräsentative Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands nahe. Demnach sind die Menschen hierzulande in Sachen Geldangelegenheiten weitaus zufriedener als noch vor 14 Jahren. Betrug der Anteil der (sehr) Zufriedenen im Jahr 2005 lediglich 40 Prozent, so beläuft er sich im Jahr 2018 auf 63 Prozent. Gleichzeitig sank der Wert der Unzufriedenen von 18 auf acht Prozent.

Und so soll es auch weitergehen. 25 Prozent der Befragten rechnen von einer Verbesserung ihrer finanziellen Situation innerhalb der nächsten zwei Jahre und nur elf Prozent von einer Verschlechterung. Insbesondere die die jüngere Generation zwischen 14 und 29 Jahren blickt rosig in die Zukunft. Knapp die Hälfte (48 Prozent) erwartet, dass es monetär weiter aufwärts geht. Hier sechs weitere wichtige Erkenntnisse der Autoren.

1
Männer zufriedener

Bei den Frauen ist die finanzielle Zufriedenheit mit 62 Prozent weniger ausgeprägt als bei den Männern (65 Prozent). Zudem legen Frauen beim Vermögensaufbau mehr Wert auf Sicherheit: Für 48 Prozent der Frauen, aber nur für 41 Prozent der Männer gehört diese zu den wichtigsten drei Kriterien.

2
Konsumverhalten stabil

Das Konsumverhalten ist gegenüber den Vorjahren weitestgehend konstant geblieben. Knapp drei Viertel (73 Prozent) haben nach eigenem Bekunden nicht mehr oder weniger gekauft. Obwohl mehrheitlich genug Zaster verfügbar wäre, sehen Viele offenbar weder die Notwendigkeit noch hegen sie den Wunsch nach höheren Konsumausgaben.

3
Angst vor höheren Preisen

Vier von fünf Befragten (81 Prozent) beschleicht das ungute Gefühl, das in letzter Zeit die Preise gestiegen seien. Jeder Vierte (24 Prozent) spricht sogar von einem starken Preisanstieg. Merkwürdig. Das Statistische Bundesamt spricht offiziell von einem sehr moderaten Anstieg des Verbraucherpreisindexes, der als offizielle Inflationsrate gilt.

4
Niedrige Zinsen machen Sorgen

32 Prozent der Menschen in Deutschland machen sich aufgrund der niedrigen Zinsen verstärkt Gedanken um ihre Altersvorsorge. Doch nur 16 Prozent, und damit etwa jeder Sechste, sind bereit, mehr Risiko bei der Geldanlage in Kauf zu nehmen, um die Renditechancen zu erhöhen.

5
Altersvorsorge Sparziel Nr. 1

Bei der Motivation zum Sparen nimmt die Altersvorsorge bzw. Zukunftssicherung mit 28 Prozent der Nennungen unangefochten Platz eins ein. Auf dem zweiten Platz folgt mit 23 Prozent die Rücklagenbildung für Notsituationen. Gespart wird aber auch für konkrete Anschaffungen (14 Prozent), für Urlaub und Freizeitaktivitäten (acht Prozent) oder die Erfüllung eines Wunsches (sieben Prozent).

6
Finanzielle Vorsorge ist in

Vier von fünf Menschen betreiben finanzielle Vorsorge oder planen dies; nur ein knappes Fünftel tut das nicht. Neun Prozent sehen sich dazu nicht in der Lage.

7
Immobilien liegen im Trend

Ein Drittel der 20- bis 50-Jährigen plant den Immobilienerwerb, davon wollen 46 Prozent ein Eigenheim bauen oder kaufen. 22 Prozent bevorzugen ein Mietobjekt und 30 Prozent wollen sich sowohl ein Eigenheim als auch ein Mietobjekt zulegen. Für eine selbst genutzte Immobilie sind 82 Prozent sogar bereit, sich kräftig zu verschulden.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

Noch mehr Zaster