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Geldsegen

Wie ich durch Second-Hand-Verkäufe den Mexiko-Urlaub finanzierte

von Nikolina Krstinic

Geld zu haben, heißt frei zu sein. Das zu tun, wonach einem der Sinn steht. Leider hat man nicht immer die Kohle für das kleine oder große Extra – und ein Blick aufs Konto verhagelt einem schnell die Laune. Aber: Manchmal schlummert in der Wohnung ein kleines Vermögen, wie unsere Autorin Nikolina Krstinic feststellte, als sie unerwartet ein paar Schätze fand.

Der alljährliche Frühjahrsputz brachte nicht nur Ordnung in mein Zuhause, sondern mich vor allem auf eine großartige Idee. Ich hatte von diversen Verkaufsplattformen für gebrauchte Kleidung gehört, doch nie zuvor darüber nachgedacht, dass ich dort selbst als Anbieter auftreten könnte. Tatsächlich war mir auch gar nicht bewusst, wie wertvoll meine seit Jahren unberührten Klamotten sind. Doch der Reihe nach. Dass ich zu der Zeit urlaubsreif war, schien meinen Kontostand nicht zu interessieren. Mir fiel zum Glück ein, dass meine Mitbewohnerin das Haus ihrer Eltern entrümpelt und alles, was nicht niet- und nagelfest war, erfolgreich auf dem Flohmarkt und zwei Online-Plattformen verkauft hatte. Und so dachte ich, das könnte ich auch probieren. Doch niemals hätte ich gedacht, dass es so viele Interessenten für all die Dinge gibt, die für mich gar nicht länger von Nutzen waren.

Oh, wie schön ist ... Mexiko!

Seit meiner ersten Mexiko-Reise 2015 war ich bis über beide Ohren in dieses faszinierende Land verliebt. Jedes Jahr brachte ich irgendwie Zeit und Geld auf, um wieder hinzureisen. Die Seele Lateinamerikas, diese herrliche Küche und natürlich die lebhafte Musik sind nur einige Beispiele, die meine Liebe zur mexikanischen Kultur erklären. Mit diesem Ziel vor Augen kam auch die Motivation, meine Klamotten loszuwerden. Zugegeben, ich hatte auch einige wenige Designer-Teile dabei, die ich recht lukrativ loswerden konnte.

Alles muss raus!

Zunächst sortierte ich sämtliche Klamotten aus, die ich seit mehr als einem Jahr nicht getragen hatte – unabhängig davon, ob ich sie für grenzenlos geschmacklose Fehlkäufe oder „könnte ich mal im Sommerurlaub überwerfen” hielt. Ein Teil wird ja auch nicht schöner, wenn es ein Jahr im Schrank vor sich hinhängt. Ich kaufte eine Schneiderpuppe (30 Euro, Ebay), um Blusen, T-Shirts und Röcke möglichst vorteilhaft fotografieren zu können, und um nicht in die Second-Hand-Schmuddellook-Falle zu tappen. Nichts ist unansehnlicher als gebrauchte, ungebügelte Klamotten, die lieblos an einem uralten Kleiderbügel baumeln.

An einem regnerischen Wochenende nahm ich mir die Zeit, rund 60 Sachen zu fotografieren, zu betiteln, auszupreisen und online zu stellen. Klingt aufwendiger, als es war. Sobald ein Produkt verkauft wurde, erhielt ich einen Lieferschein per E-Mail und musste ihn lediglich ausdrucken, um die Sachen versandkostenfrei und versichert an den jeweiligen Käufer zu senden. Die Verpackungen müssen lediglich den Richtlinien des jeweiligen Zustellservices – in diesem Fall DHL – genügen. Die meisten Produkte versandte ich in Schuhkartons, für größere Lieferungen holte ich mir Weinkartons vom Supermarkt um die Ecke.

Drei Fliegen mit einer Klappe

Schon nach dem ersten Verkauf wurde mir klar, dass die Aktion nicht nur Schotter bringt, sondern auch eine Menge Spaß – und Second Hand ist einfach sehr nachhaltig in einer Zeit von Überfluss und Verschwendung. Ich war durchwegs positiv überrascht, dass es keinerlei Verzögerung bei der Auszahlung gab, die Käuferinnen in meinem Fall verlässlich und seriös waren und ich Schritt für Schritt meinem Ziel vom Urlaub im Paradies immer näher kam. Nach knapp zwei Monaten hatte ich schließlich mit einem Aufwand von rund 16 Stunden effektiver Arbeitszeit ziemlich genau 1600 Euro verdient – und das mit Dingen, denen ich bis dahin keinerlei Bedeutung beigemessen hatte.

Man könnte sogar sagen, ich hatte Geld zuhause liegen, von dem ich gar nichts wusste. Heute habe ich dieses Geld zwar ebensowenig wie zuvor, aber ich bin um eine Menge wunderschöner Erfahrungen reicher geworden – und das ist unbezahlbar.

Summa Summarum

  • Kostenaufwand für Online-Flohmarkt-Aktion: 30 Euro
  • Zeitaufwand: Samstag und Sonntag, jeweils 8 Stunden
  • Geld, das ich verdient habe: 1.600 Euro
  • Kosten für einen Hin- und Rückflug von Berlin-Tegel nach Cancun: 660 Euro
  • Kosten für die Unterkunft, über Airbnb gemietet, pro Nacht: 18 Euro
  • Dauer des Aufenthalts: 21 Tage
  • Reisekosten insgesamt, mit Verpflegung: 1.638 Euro

Tipp: Neben Ebay und Mädchenflohmarkt gibt es noch viele weitere tolle Plattformen, auf denen Sie Klamotten handeln können. Surfen Sie doch mal bei Kleiderkreisel, Shpock oder Quoka vorbei.

ein Artikel von
Nikolina Krstinic
Nikolina Krstinic
Nikolina Krstinic studierte in Wien und Berlin Kulturwissenschaften, Journalismus und Unternehmenskommunikation. Sie ist als freie Autorin und Journalistin tätig - seit Februar 2018 auch für Zaster.

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