© Unsplash
Darauf fliegen wir!

Wie funktioniert eigentlich CO2-Kompensation?

von ZASTER Redaktion

Umwelt- und Klimaschutz? Alles wichtig und doch wird es bei der nächsten Flugbuchung gerne mal ignoriert, wie viel Schadstoffe da in die Luft geschleudert werden. ZASTER zeigt dir, wie du zumindest dein CO2-Bilanz wieder aufpolieren kannst.

Das Business mit dem schlechten Gewissen

Das Geschäft mit dem schlechten Umwelt-Gewissen boomt. Immer mehr Organisationen spezialisieren sich auf sogenannte CO2-Kompensation in Form von Ausgleichszahlungen, die wie eine Freikarte für die eigenen Umweltsünden wirken. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgleichszahlungen an Organisationen wie Atmosfair, Climate Fair, Primaklima oder Myclimate um ganze 40 Prozent. Diese Art der Kompensation funktioniert, da es global gesehen keinen Unterschied macht, ob das CO2 auch an dem Ort eingespart wird, an dem es ausgestoßen wurde. Sprich: Dein Trip von Berlin nach Spanien kann an jedem beliebigen Ort an der Welt ausgeglichen werden. Wir haben uns den Handel mit unserem CO2-Fußabdruck mal etwas genauer angesehen.

Wie kann ich mein CO2-Konto aufpolieren?

Das geht blitzschnell und online. Du gibst einfach die Eckdaten deiner nächsten Reise ein und ein Rechner ermittelt den zu zahlenden Betrag, den es braucht, um deine CO2-Emissionen zu neutralisieren.

Und was passiert dann mit dem Geld?

Rückgängig machen lässt sich die Verschmutzung natürlich nicht. Doch die Organisationen leiten deine Ausgleichszahlung an Klimaschutzprojekte weiter. So werden zum Beispiel Bäume gepflanzt, es wird in Wind- oder Wasserkraft investiert oder in die erneute Nässung von Mooren.

Die bekannteste Organisation, Atmosfair aus Berlin, schreibt sogar aktiv Förderungen aus, auf die sich klimafreundliche Projekte dann bewerben können. Bei der Auswahl achtet Atmosfair darauf, dass ausschließlich Projekte und Organisationen unterstützt werden, die ansonsten keine Chance auf Support hätten. Unter Vertrag genommen werden nur Projekte, die es schaffen, innerhalb von zwei Jahren nach Spendeneingang die entsprechende Menge an CO2 einzusparen und zu einer Auszahlung kommt es erst, wenn unabhängige Prüfer den Projektbetreibern die eingesparten CO2-Tonnen bescheinigt hat. Übrigens: Atmosfair bietet dir sogar an, eigene Projekte und Ideen einzureichen.

Wie setzen sich die Beträge der Ausgleichszahlungen eigentlich zusammen?

Dein Urlaub steht und du möchtest gerne deine CO2-Emissionen durch Ausgleichszahlungen kompensieren? Super! Nur auf Basis welcher Grundlagen kommt eigentlich der Betrag zustande?

Neben grundlegenden Parametern wie Flugdauer, Entfernung, Flugzeugtyp, Flughöhe oder Anzahl der Sitze, spielen natürlich auch nicht vorhersehbare Faktoren wie Wetterlage, etwaige Umwege oder die Beladung des Fliegers eine wichtige Rolle. Für alle Informationen, die nicht von dir über den Rechner eingegeben werden können, liegen ausführliche Auswertungen von Millionen Flügen weltweit vor, auf denen die Berechnungen der jeweiligen Organisationen basieren. Es kann also sein, dass dich ein Flug nach London mehr kostet als ein Flug nach Tel Aviv, obwohl die Strecke eine kürzere ist.

© Unsplash

CO2-Kompensation – Mehr als nur ein Ablasshandel

Natürlich schlafen auch die Kritiker nicht. So bezeichnen nicht wenige die boomenden Klimakompensation als modernen Ablasshandel. Hinzu kommt der Vorwurf an die Organisationen, die Verwaltung der Zahlung nicht transparent genug zu dokumentieren. Hier lohnt sich der genaue Blick auf die Organisation, der du deine Ausgleichszahlung zukommen lassen willst. Die Big Player lassen sich alle regelmäßig und freiwillig von unabhängigen Prüforganisationen überwachen, die den korrekten Einsatz der Gelder sicherstellen.

Eine Kompensationszahlung sollte natürlich auch niemals als Freibrief für umweltschädliches Verhalten gesehen werden und selbstredend ist der klimafreundlichste Flug der, den du nicht antrittst. Trotzdem ist jeder gezahlte Ausgleich noch immer besser, als gar nichts zu unternehmen.

Klimakompensation funktioniert auch für dein Auto, den Haushalt und die Firma

Flüge sind natürlich längst nicht die einzigen Klimakiller. Demenstprechend kannst du auch deine Autofahrten kompensieren oder sogar eine CO2-Wunschmenge ausgleichen. Zu den größten Klimasündern zählen übrigens Kreuzfahrten, die das klimaverträgliche Jahresbudget an CO2 pro Mensch um ein hundertfaches übersteigen.

Angefixt? Hier sind die bekanntesten Organisationen zur Klimakompensation

Atmosfair, Primaklima, Myclimate, Klima-Kollekte, ClimatePartner, KlimaManufaktur und Arktik.

ein Artikel von
ZASTER Redaktion
ZASTER Redaktion
Fangfrisch aus der Redaktion des Finanz- und Verbrauchermagazins. Informativ. Unterhaltsam. Alles über Geld.

Noch mehr Zaster