Tipps und Tricks

Ohne Streit! So regeln wir die Finanzen in unserer WG

von León Dreher

Jeder, der schon einmal in einer WG gelebt hat, kennt es: Alles ist Friede, Freude, Eierkuchen, doch kommt man auf das Thema Finanzen zu sprechen, kann der Spaß schon mal aufhören. Wie kann man heutzutage gemeinsame Ausgaben in einer WG sinnvoll regeln? ZASTER-Autor León Dreher gibt einen kleinen Einblick in seine Vierer-WG in Bayreuth und zeigt ein paar Tricks und Kniffe.

Wir sind zu viert in unserer WG: ein Mädel, drei Jungs, alles Studenten. Die Miete für jedes Zimmer ergibt sich aus der Quadratmeteranzahl und ist in dem mindestens zehn Jahre alten WG-Mietvertrag festgehalten. Den jeweiligen Betrag überweist jeder separat an den Vermieter.

Eine kurze WhatsApp-Umfrage, noch vor meinem Einzug, hat geklärt, wer für die Überweisung der ca. 240 Euro Nebenkosten pro Monat zuständig ist. Damit der verantwortliche Mitbewohner nicht auf seinem vorgestreckten Geld sitzen bleibt, hat jeder von uns einen Dauerauftrag über 60 Euro eingerichtet, die zum Monatsanfang auf sein Konto eingehen. So weit, so gut.

Und was ist mit den restlichen Ausgaben? Hier sind meine persönlichen Erfahrungen, eingeteilt in drei Kategorien:

Wie du mir, so ich dir!

Den anderen zwei Joghurts vom Supermarkt mitbringen oder die gelegentliche Aufstockung des Bier- und Weinvorrats: Hier gilt das „Ausgleichsprinzip“. Jeder macht den anderen mal eine Freude und alle ausgegebenen Beträge werden ohne einen offiziellen Eintrag im Kopf verrechnet.

Wir teilen

Wenn es um große Anschaffungen für alle geht, wird geteilt. Der Großeinkauf für die nächste WG-Party, das Ikea-Zweier-Sofa für den Flur oder der neue Beer-Pong-Tisch. Normalerweise gilt hier: Einer übernimmt die gesamte Rechnung und wird danach von allen ausstehenden Seiten mit frischen Scheinen gefüttert.

Die App Splitwise

Natürlich verwenden auch wir die allseits bekannte (nicht überall beliebte) Haushaltsbuch-App Splitwise. Hier werden alle möglichen Beträge eingetragen, die festgehalten werden sollten. Zum Beispiel:

  • Ich bringe aus dem Drogeriemarkt Küchenrolle, Seife und Spülmittel für die WG mit
  • Franz geht einkaufen und kocht für alle
  • Franz leiht mir zehn Euro für meine Pizza-Bestellung

Der Betrag kann entweder allen in der Gruppe zugeschrieben werden – oder auch einzelnen Personen. Die App verrechnet automatisch jede Ausgabe mit allen Schulden und zeigt an, wer mit wie viel Geld bei wem in den Miesen oder im Plus ist. Jeder Eintrag lässt sich labeln, damit auch alle Bescheid wissen, wofür das Geld ausgegeben worden ist. Da die automatische Verrechnung nicht selten zu Verwirrung führt, kann man diese Funktion auch abstellen. So verwaltest du alle Ausgaben manuell. Wird ein Betrag beglichen, kann man diesen aus dem System streichen und alle sind auf dem aktuellen Stand.

>Auch interessant: Warum ein Haushaltsbuch auch für dich Sinn macht

Je besser das Verhältnis zu deinen Mitbewohnern, desto lockerer auch der Umgang mit den gemeinsamen Finanzen. Das ist meine persönliche Erfahrung! Zum Glück habe ich super tolle Mitbewohner und solange keiner die anderen absichtlich lange auf ausstehendes Geld warten lässt, ist alles sehr entspannt. Natürlich gibt es auch WGs, in denen das Geld oft zu Streitigkeiten führt. Das liegt meistens an einer generell misstrauischen Stimmung untereinander und Unzuverlässigkeiten. Da Geld, gerade unter Studenten, ein sehr sensibles Thema sein kann, gilt hier: Am besten mit Fingerspitzengefühl versuchen eine Vertrauensbasis untereinander aufzubauen und danach mit Organisations-Apps unnötigem Ärger aus dem Weg gehen.

ein Artikel von
León Dreher
León Dreher

Studiert Philosophie und Wirtschaft in Bayreuth. Hat gemerkt, dass dort nur einmal im Jahr zur Eröffnung der Festspiele die Post abgeht und sich für den Moment nach Berlin zu ZASTER abgesetzt. Fun Fact: Rugby is life.

Noch mehr Zaster