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Verdien(s)t

Was wir mit unserem ersten richtig verdienten Geld machten

Das erste große Geld! Wir erinnern uns daran, was wir mit dem ersten sauer verdienten Gehalt kauften – oder unfreiwillig bezahlen mussten. Fünf Beispiele.

Hanjo Peters (35): Lang ist es her! Es war der September 2002. Einer Freundin und mir war klar: das erste Gehalt wird „versoffen“. Mit unseren engsten Freunden wollten wir die Korken knallen lassen. Sie begann ihre Ausbildung bei Airbus, ich bei Axel Springer. Zwei tolle und zahlungskräftige Arbeitgeber – nicht nur für die Korken ging‘s hoch hinaus. Reden tun wir auf jeden Fall bis heute über diese Zeit und unseren sprit(z)igen Einstand ins Berufsleben!



Hanjo Peters
Hanjo Peters

Maximilian von Harsdorf (32): Mein erstes Gehalt endete in großen Teilen an der Wand der deutlich zu beengten Garage meines Elternhauses. Den Mini – der Wagen ist breiter, als man denken möchte! – meiner Mum setzte ich nämlich genau am Tag nach Erhalt des ersten Zivi-Gelds schwungvoll gegen eben jene. Grund genug für meine Mutter, sich meinen frisch erworbenen Reichtum zunutze zu machen, und mich eiskalt für den Schaden zur Kasse zu bitten. Immerhin: Nicht zuletzt dank dieser Erfahrung habe ich mich (so meine Selbsteinschätzung) schon früh zu einem verhältnismäßig umsichtigen Fahrer entwickelt.

Maximilian von Harsdorf
Maximilian von Harsdorf © pr.

Julia Brinker (29): Ich bin ein Essensjunkie. Und ich war es schon vor der großen „Foodporn“-Welle. Als ich vier Jahre alt war, gab ein Freund meines Vaters mir den Spitznamen „Miss Leberwurst“, und die Ferien bei den Großeltern begannen für mich in Omas Küche. Bevor ich vor meinem ersten Tag an der Uni das Vorlesungsverzeichnis durchlas, checkte ich online die Essenspläne in der Mensa. Und einen Glücksschrei löst bei mir eher ein gusseiserner Bräter als ein Schuhpaket vom Postboten aus.

So mag es auch kaum verwunderlich sein, dass ich mein erstes richtiges Gehalt als Studentin an der Uni für – was auch sonst – Essen ausgab. Und zwar für teures Essen.

An ein konkretes Teil, von dem ich möglicherweise eine Erinnerungsquittung aufgehoben hätte, kann ich mich deshalb auch nicht mehr erinnern. Dafür aber an den Duft der Käsetheke eines kleinen Feinkostladens in der Bonner Südstadt. Für mich war es das größte Gefühl von Luxus und (zugegebenermaßen dezenter) finanzieller Unabhängigkeit, gemeinsam mit dem amüsierten Menschen hinter der Theke über Reifegrade, Schimmelbildung oder die Tatsache zu philosophieren, dass Balsamico-Essig auf Mozzarella (vom Wasserbüffel natürlich) NICHTS, aber auch GAR NICHTS verloren hat, um am Ende ohne hektisch mein Geld zählen zu müssen, auch etwas zu kaufen. An dieser Gewohnheit, zuletzt am Essen zu sparen und damit den Großteil meines Geldes in gute Lebensmittel zu investieren, hat sich seit meinem ersten Gehalt bis heute nichts geändert.

Julia Brinker
Julia Brinker © pr.

Jay Becker (22): In Sachen erstes Gehalt und erster Job war ich ein ziemlicher Spätstarter. Bis zum Studium hab ich an den Wochenenden lieber mit den Kumpels abgehangen oder bin über unzählige Fussballplätze in Hamburg getingelt. Mit dem Studium hat sich das Blatt dann aber gedreht. Und so wurde ich Praktikant beim Fussball-Fanzine fanfeed. 450 Euro im Monat – jeden Tag nach der Uni bin ich für vier Stunden in die Schanze getingelt. Und am Ende des Monats fühlte ich mich schon ziemlich reich.

Als Belohnung für mich hatte ich schon kurz nach Beginn etwas ganz besonderes ausgesucht: Die damals brandneuen Beats Solo 2 in der Hunting Green Limited Edition. Die habe ich übrigens heute noch.

Jay Becker
Jay Becker © pr.

Melanie Steck (34): Mein erstes Gehalt verdiente ich mit einem Ferienjob und investierte es in einen damals super coolen Rucksack der Marke „Eastpak“. Er war weiß mit rot-schwarzem Paisley-Muster. Meine Teenie-Zeit erlebte ich in den 90ern. Und jeder, der damals etwas auf sich hielt, streifte sich den obligatorischen Eastpak-Rucksack übers „Champion“- oder „Fila“-Shirt. Ich besaß das absolute It-Piece zwar bereits – doch dummerweise war es orange. Die weiße Variante war einfach viel cooler. Für Coolness Geld auszugeben, sahen meine Eltern aber leider nicht ein. So stellte ich mich in meinen Sommerferien in eine Kartonagen-Fabrik und legte Pappbögen für Katzenfutter auf das Fließband einer Maschine. Es war heiß, und die Arbeit war mühsam. Doch im kommende Herbst baumelte der wohl coolste Rucksack aller Zeiten von meinen Schultern. Was für ein erhabenes Gefühl!



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