Rechtsberatung zu Versicherungen. Credit: Pixabay

Rechtsberatung zu Versicherungen. Credit: Pixabay

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Leserfrage des Tages

Was lässt sich durch einen Berater für Versicherungen sparen?

von Hannes Lustermann

Sie haben eine Frage rund ums Thema Geld, Finanzen oder Altersvorsorge? Kein Problem! An dieser Stelle beantworten Experten ausgewählte Fragen.

Ein älterer Kollege musste seine Anstellung nach mehreren Bandscheibenvorfällen aufgeben. Mit seiner staatlichen Erwerbsminderungsrente kommt er seitdem kaum über die Runden. Ich habe Familie und will mich unbedingt gegen Berufsunfähigkeit absichern. Ich habe gehört, dass es dafür unabhängige Berater gibt – schließlich ist das eine Entscheidung für den Rest meines Arbeitslebens, aber was kann ich mir davon eigentlich versprechen?

ZASTER-Experte Harald Peschken vom Bund der Versicherungsberater erklärt:

Analog zu einem Steuerberater oder Rechtsanwalt kennen wir die genauen Bestimmungen zu Versicherungen und beraten den Mandanten unabhängig beim Abschluss, Wechsel, oder auch einer Neuverhandlung seiner Versicherungen.

Unser Arbeitsfeld hat eine enorme Spannweite: Bei Privatkunden kümmern wir uns von der Haftpflicht über die Berufsunfähigkeit bis hin zur Gebäudeversicherung. Gleichzeitig betreuen Spezialisten in meinen Berufszweig Geschäftskunden aus Gewerbe und Industrie, etwa als Versicherungsmathematiker oder Risiko-Analysten.

Unsere Hauptaufgabe ist es, dem Kunden einen Risikoschutz zu verschaffen, der passt, und alles Notwendige abdeckt, aber eben genau nur das. Beispielsweise ist die Gebäudeversicherung des Eigenheims meist die teuerste Versicherung im privaten Bereich. Da lohnt sich eine Glasversicherung für das Haus als Zusatzleistung in den wenigsten Fällen, und dann raten wir davon ab. Besteht bereits ein Vertrag, können wir die Bedingungen neu aushandeln und unnötige Teilversicherungen streichen, damit der Kunde weniger zahlt.

Wir stehen als unabhängige Berater immer auf Kundenseite, von denen wir schließlich auch bezahlt werden. Laut Gesetz dürfen wir Versicherungen zwar im Sinne von Vereinbarungen vermitteln, aber dafür keinerlei Zuwendung von Versicherern entgegennehmen: Hier greift das sogenannte Provisionsannahmeverbot. Mir ist es also im Grunde egal, ob der Kunde den Vertrag abschließt, denn das bleibt seine Entscheidung.

Harald Peschken (58) aus Mannheim ist Präsident des Bunds der Versicherungsberater und leitet eine eigene Kanzlei in Mannheim.
Harald Peschken (58) aus Mannheim ist Präsident des Bunds der Versicherungsberater und leitet eine eigene Kanzlei in Mannheim. © Heike Roehrup, Fotostudio Blickfang2
Unsere Hauptaufgabe ist es, dem Kunden einen Risikoschutz zu verschaffen, der passt und alles Notwendige abdeckt, aber eben genau nur das.

Konkret müssen Sie sich das so vorstellen: Wenn ich beim Mandanten sitze, sammle ich erst einmal Information, um das Risiko einzuschätzen. Bei mir spielen sich viele Dinge unbewusst ab, für die der Verbraucher verständlicherweise nicht immer ein Auge hat. So kann ich dem Kunden zum richtigen Schutz verhelfen.

Dabei geht es etwa darum, ob die Person gefährliche Sportarten betreibt, ein Haus oder eine Photovoltaik-Anlage besitzt, einen Hund oder Kinder hat. Prinzipiell frage ich sehr intensiv nach, um im Interesse des Kunden sicherzustellen, dass nichts fehlt. Mit diesen Angaben erstelle ich ein Profil, auf dessen Grundlage ich dann Hinweise gebe und eine Empfehlung ausspreche, welche Möglichkeiten in Betracht kommen. In ländlichen Gegenden haben beispielsweise viele Häuser eine Scheune auf dem Grundstück, die muss in die Haftpflichtversicherung mit rein.

Möchte der Kunde, wie in diesem Fall, eine Berufsunfähigkeit-Versicherung abschließen, gehe ich mit ihm detailliert seine Gesundheitshistorie durch. Im Regelfall schicke ich Ihn zu seinen Ärzten, um eine Kopie der Krankenakte zu erhalten. Es ist nämlich ganz wesentlich, dass er beim Versicherer wahrheitsgemäße und vollständige Angaben macht – ansonsten besitzt der Versicherer ein Rücktrittsrecht oder kann den Vertrag aufkündigen. Eine derartige Versicherung soll aber 40, 50 Jahre ihr ganzes Berufsleben lang halten, da wollen Sie kein Risiko eingehen.

Unser erklärtes Ziel ist es ja, dass der Kunde den gewünschten Versicherungsschutz erhält – deshalb muss man systematisch vorgehen.

Wir handeln die Verträge dann mit den entsprechenden Versicherern aus, um wirtschaftliche Vorteile für den Kunden zu erzielen: In der Regel spart er dadurch einen erheblichen Betrag.

Ich erhalte in meinem Beruf häufig Anfragen, die aus Schäden heraus entstanden sind. Es kommen aber genauso Familien mit ihrem ganzen Versicherungsordner zu mir und bitten mich, die verschiedenen Verträge zu überprüfen. Es ist daher Teil unseres Jobs, den Kunden auf die Anträge einzustellen oder bestehende Vereinbarungen gemeinsam durchzugehen. Wir handeln die Verträge dann mit den entsprechenden Versicherern aus, um wirtschaftliche Vorteile für den Kunden zu erzielen: In der Regel spart er dadurch einen erheblichen Betrag und hat einen besseren Versicherungsschutz. In der Berufsunfähigkeits-Versicherung liegt die ersparnis häufig im vierstelligen b

Die Ersparnis kommt meist durch die sogenannten Netto-Tarife, da sie provisionsfrei sind. Um einen provisionsfreien Versicherungsvertrag abzuschließen, benötigen Sie die Unterstützung durch einen Versicherungsberater. Seit Ende Februar diesen Jahres ist mit dem sogenannten Durchleitungsgebot ein entsprechendes Gesetz in Kraft getreten, welches klarstellt: Der Versicherer muss seine Provision an den Kunden ausschütten, sofern ein Versicherungsberater den Vertrag nachweislich vermittelt hat. Die Rückvergütung erfolgt über ein Verrechnungskonto, sprich: Sie bekommen eine Gutschrift, welche von den zu zahlenden Beiträgen abgezogen wird.

Mein Honorar wiederum bezahlt der Kunde – gängig sind 150 Euro pro Arbeitsstunde, und wir klären mit ihm deshalb stets vorab, wie zeitaufwendig seine Anfrage ist. So wissen beide Seiten, woran sie sind. Die Nummer ist normalerweise binnen einer Stunde gelaufen.

Die höchste Rechnung meiner gesamten Karriere für einen einzelnen Vertragsabschluss betrug rund 1500 Euro. Solche Summen werden aber nur in Ausnahmefällen bei Schäden abgerufen, bei denen das Honorar vom Wert des Versicherungsgegenstands abhängt, dem sogenannten Streitwert. Geregelt ist das im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz.

ZASTER beantwortet ihre Fragen

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