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Amazon Kreditkarte

Fiese Falle bei Amazon Gratis-Kreditkarte

von Nils Matthiesen

Als Prime-Mitglied kannst du dich freuen: Neben Blitzversand, Filmen und Musik bekommst du auch noch eine vollwertige Kreditkarte von Amazon dazu. Die Sache hat aber einige Haken. ZASTER erklärt, worauf du achten musst.

Du bist ein Amazon-Junkie? Dann scheint die Amazon-Kreditkarte ein echter Glücksfall zu sein. Schließlich erhältst du bei jedem Einkauf bei Amazon.de direkt 3 Prozent Rabatt in Form von Bonuspunkten. Zahlst du mit der Karte außerhalb des Amazon-Universums, etwa in anderen Online-Shops, im Supermarkt oder an der Tankstelle, gibt’s immerhin noch 0,5 Prozent als Bonus.

Im Laufe eines Jahres kann da einiges zusammenkommen. Obendrein schenkt dir Amazon noch 70 Euro Startguthaben, die Prime-Gebühr für ein Jahr hast du dadurch schon gespart. Nicht zuletzt hast du mit der Amazon-Card eine „echte“ Kreditkarte (keine Debit-Card) in der Tasche, die du zum Beispiel im Urlaub für Mietwagenbuchungen nutzen kannst. Als Prime-Kunde entstehen keine Grundgebühren, ein Mindestumsatz ist ebenfalls nicht erforderlich. Hört sich nach einer erstklassigen Geschichte an, oder?

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Achtung, Kostenfallen!

Ist es auch. Um aber nicht in zum Teil gravierende Kostenfallen zu tappen, musst du allerdings einige Dinge beachten:

Kreditrahmen

Dein Kreditrahmen liegt anfangs lediglich bei 200 Euro, eventuell ein wenig höher. Abhängig von deinem Gehalt räumt dir dann nach erfolgter Bonitätsprüfung die Landesbank Berlin, der Herausgeber der Karte, einen höheren Betrag ein. Diesen solltest du niemals überziehen. Denn sonst drohen übertrieben hohe Sollzinsen in Höhe von 14,98 Prozent per anno.

Transaktionskosten

Du hast die Möglichkeit mit deiner Amazon-Karte Bargeld abzuheben, das geht kostenlos bei allen Geldautomaten mit VISA-Logo. Kostenlos aber nur dann, wenn du deinen Kreditrahmen im Auge behältst. Ist nicht ausreichend Guthaben vorhanden, entstehen saftige Gebühren in Höhe von mindestens 7,50 Euro pro Transaktion.

Auslandsgebühr

Wenn du im Ausland mit der Karte bezahlst, entstehen auf alle Umsätze 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr.

Unterm Strich musst du also beim Einsatz der Karte tunlichst genau darauf achten, dein Kreditlimit nicht zu überziehen. Für den Auslandseinsatz ist die Amazon-Karte ebenfalls kaum zu gebrauchen.

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So beantragst du die Amazon-Karte

Darüber hinaus lauern bei der Beantragung der Amazon-Karte fiese Fallen. ZASTER leitet Dich sicher durch den Anmeldeprozess:

1. Die Karte bestellt du über dein Amazon-Konto nach einem Klick auf „Mein Prime“. Die Schaltfläche ist kaum zu übersehen.

2. Folge dem Anmeldeprozess. Tippe wahrheitsgemäß alle persönlichen Angaben ein und wähle eins von fünf Kartenmotiven.

3. Bei Schritt 4 „Rechnungsoptionen“ musst Du nun aufpassen wie ein Luchs. Konkret geht es um den Punkt „Monatlicher Rechnungsausgleich“. Voreingestellt ist eine Ratenzahlung von 10 Prozent. Das bedeutet, dass nicht die kompletten Rechnungsbeträge am Ende des Monats vom hinterlegten Konto abgebucht werden, sondern lediglich 50 Euro. Der Rest stotterst du in diesem Fall in Raten ab. Auf diesen Kredit fallen dann Sollzinsen in Höhe von frechen 14,98 Prozent an. Um das zu ändern, klickst Du auf das unscheinbare „hier“.

4. Als prozentuale Rate stellst du dann „100 %“ ein. Dadurch werden alle mit der Kreditkarte abgewickelten Käufe auf einen Schlag am Ende des Monats vom Konto abgebucht und es entstehen keine Sollzinsen. Gleichzeitig entfernst du dadurch das voreingestellte Häkchen bei „Ich möchte mich bei Zahlungsunfähigkeit infolge von Arbeitslosigkeit sowie Arbeitsunfähigkeit und meine Erben im Todesfall schützen“. Würdest du diesen „Schutz“ bestellen, der bei Zahlungsunfähigkeit in Folge von Arbeitslosigkeit sowie Arbeitsunfähigkeit greifen soll, würdest du quasi eine Versicherung dazu bestellen, beziehungsweise du würdest die entsprechenden Versicherungsunterlagen per Mail erhalten.

5. Prüfe abschließend noch einmal alle Angaben und sende den Antrag ab. Nach rund einer Woche sollte die Karte bei dir eintreffen. Bei Amazon.de kannst du schon direkt mit ihr bezahlen. Achtung: Sie ist sogar beim nächsten Einkauf als Zahlungsmittel voreingestellt.

Der Zaster-Tipp: Für große Einkäufe Guthaben aufstocken

Du planst einen großen Kauf, der deinen Kreditrahmen sprengt, willst aber auf die 3 Prozent Rabatt nicht verzichten? Dann stocke einfach das Guthaben deiner Amazon-Kreditkarte um den entsprechenden Kaufpreis auf. In diesem Fall musst du keine Sollzinsen zahlen. Dazu überweist du den Kaufpreis vorab an folgendes Konto:

Zahlungsempfänger: Amazon.de KartenService

IBAN: DE83 1005 0000 6603 1979 00

Verwendungszweck: Die 16 Ziffern Deiner Amazon Visa-Karte

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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