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Neue Zaster-Serie

Von Legenden lernen – André Kostolany

von Nils Matthiesen

Sie sind die Stars der Börse: Selfmade-Milliardäre und Hedgefonds-Manager, die mit speziellen Strategien Milliarden machten. ZASTER stellt sie vor und erklärt, was du von ihnen lernen kannst.

Erfolgreiche Geldanlage ist keine Raketenwissenschaft. Erprobte Anlagestrategien sind sogar ganz im Gegenteil oft besonders simpel. Börsen-Legenden leben vor, wie sich diese gewinnbringend umsetzen lassen. Warum solltest du auch versuchen, das Rad neu zu erfinden, wenn es doch Experten erfolgreiche Wege aufzeigen?

Wenn du nur deine eigenen Ideen umsetzt und die Erkenntnisse der arrivierten Investoren ignorierst, steigt die Gefahr bekannte Fehler zu machen und dadurch viel Geld zu verlieren. Die Strategien der Meister zu nachzuahmen, ist dabei keine Schande. Es geht schließlich nicht darum, deren Depots 1:1 zu klonen, sondern vielmehr darum, Handlungen und Entscheidungen zu verstehen.

Beim Sport hast du schließlich auch sicher Vorbilder. Nun mag der eine lieber Messi, der andere dafür Ronaldo – jeden hat seinen Lieblingsstil. Aus diesem Grund stellt dir Zaster die wichtigsten Börsengurus in dieser Serie vor – einer der Ansätze wird sicher auch dich überzeugen.

Experte mit Erfahrung

ZASTER stellt dir Börsenaltmeister André Kostolany vor. André Bartholomew Kostolany, so sein vollständiger Name, wurde 1906 in Budapest als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Zuerst studierte er Philosophie und Kunstgeschichte, Berufsziel: Kunstkritiker. Doch nachdem er auf Wunsch seines Vaters 1924 nach Paris zog, erlag André Kostolany der Faszination des Geldes.

Dort lernte er beim Börsenmakler Adrien Perquel alles über Spekulationen und Geldanlage. Kostolany mag vielleicht nicht der erfolgreichste Investor aller Zeiten sein. Tatsächlich ist wenig über sein Vermögen und seinen Erfolg an der Börse bekannt. Popularität erlangte er vor allem als Börsenkolumnist, Journalist und Entertainer.

So schrieb er 13 Bücher zum Thema Geldanlage, was seinen Expertenstatus untermauerte. Anderthalb Millionen Menschen haben seine Bücher gelesen, Tausende besuchten für viel Geld seine Börsenseminare und er verkörperte doch für viele Anleger den Traum vom mühelosen Reichtum.

Die Zittrigen verlieren


Sein Erfolgsrezept klingt auf den ersten Blick ganz simpel. Seine wichtigste Regel: „Gehen Sie an die Börse, und stecken Sie Ihr Geld in Aktien. Dazu kaufen Sie sich in einer Apotheke eine große Dosis Schlaftabletten. Nach vielen Jahren wachen Sie als reicher Mann auf“. Sprich: Langfristige Investitionen mit steigenden Dividenden zahlen sich aus, Privatanleger sollten sich nicht durch Nachrichten nervös machen lassen und dann im schlechtesten Fall zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen.

Kaufe idealerweise antizyklisch, also wenn die Kurse niedrig sind, und verkaufe bei hohen Kursen. „Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden,“ lautet ein weiteres der vielen knackigen Zitate Kostolanys zum Thema.



Die 4G-Strategie


Entscheidend für den Anlageerfolg seien zudem die die vier G: Geld, Gedanken, Geduld und Glück. „Wer langfristig immer die ersten drei G befolgt, der hat früher oder später auch das notwendige Glück.“ Dahinter stecken einige grundlegende Regeln:

  • Geld: Investiere nie, wenn du kein Geld hast. Auf Pump in Wertpapiere zu investieren, sei zu riskant.
  • Gedanken: Entwickle eine persönliche Anlagestrategie, die zu dir passt. Wäge genau ab, wie viel Risiko du bereit bist einzugehen, um eine gewisse Rendite zu erzielen. Zudem musst du hinter deiner Strategie stehen: Vertraue nicht irgendwelchen Analysten, sondern mache dich selbst schlau. Bist du etwa sicher, das Tesla die Autowelt auf den Kopf stellen wird, dann kaufe Tesla-Aktien. Entwickle eine Strategie und bleibe dieser treu.
  • Geduld: An den Börsen geht es auf und ab. Laut Kostolany darfst du aber nicht in Panik verfallen, wenn die Kurse nach unten gehen. Geduld und Nerven sind gefragt. „Wer keine Geduld hat, darf nicht einmal in die Nähe der Börse gehen,“ so sein Credo. Langfristig zeige die Tendenz nach oben.
  • Glück: Du brauchst natürlich auch eine Portion Glück an der Börse. Denn einige Ereignisse seien unmöglich vorherzusehen, so Kostolany. Er meint damit Begebenheiten wie Kriege, Naturkatastrophen oder neue Erfindungen, die sich kaum bei der Ausarbeitung der Strategie berücksichtigen lassen. Nur wenn man Glück hat, laufe alles wie geplant. Falls nicht, gelte es schnell gegenzusteuern.

    „Mit der Wirtschaft und der Börse verhält es sich wie mit dem Mann und seinem Hund beim Spaziergang. Der Mann läuft langsam und gleichmäßig weiter. Der Hund läuft vor und zurück. Aber beide bewegen sich in die gleiche Richtung. Der Mann ist die Wirtschaft, der Hund die Börse.“ Kostolany verstarb am 14. September 1999 in Paris.
ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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