Einblick in die Urlaubskasse

Für nur 670 Euro mit dem Rad vom Bodensee nach Neapel

von Hannes Lustermann

Zwischen Marathon und Abenteuer: Hannes Matt und sein Kumpel Philipp waren nach ihrer zweiwöchigen Radtour vom Bodensee bis nach Neapel so durch, dass sie mit dem Zug zurück sind. Inklusive Zelt und Fahrradausrüstung hat jeder dennoch nur 670 Euro ausgegeben.

Der Anlass

„Ich bin Ruderer und stehe voll auf Ausdauersportarten. Philipp und ich hatten Bock auf eine krasse Radtour... und auf Italien! Wir haben mitbekommen, dass eine Waldorf-Schule vom Bodensee jedes Jahr eine sehr ähnliche Strecke fährt – die sind wir einfach halb nachgefahren. Allerdings viel schneller.“

Die Fahrtkosten

„Vor der Fahrt habe ich mir zwei Fahrradreifen „Schwalbe Marathon plus“ für 50 Euro geholt, weil die bombensicher sind. Dann habe ich mit Philipp beim Lagerverkauf von Vaude eingedeckt: Mit 200 Euro für Schlafsack, Isomatte und Fahrradtaschen bin ich da günstig weggekommen.

Auf der letzten Etappe bis nach Neapel haben wir gut 200 Kilometer geschrubbt. Am Tag drauf sind wir dann noch runter an die wunderschöne Amalfiküste südlich der Stadt. Von all dem waren wir so kaputt, dass wir rückwärts die komplette Strecke mit dem Zug gefahren sind. 170 Euro hat uns das jeweils gekostet.“

Soll: 420 Euro (pro Person)

Hier sind sie runtergeheizt: Serpentinen in den Alpen
Hier sind sie runtergeheizt: Serpentinen in den Alpen © Hannes Matt

Verpflegung

„Richtig essen waren wir nie. Tagsüber haben wir uns im Supermarkt viel Obst und Müsli geholt, dazu etwas, um Abends 'ne fette Portion Nudeln zu kochen. Bei so viel Radfahren brauchten wir immer ordentlich Kohlenhydrate. Bei Gelegenheit haben wir uns noch leckeren Käse, Schinken und Brot vom Markt besorgt.

Je weiter wir in Italien waren, desto häufiger haben wir uns zwischendurch einen Espresso und Eiscreme gegönnt. Bestimmt zwei, drei Mal am Tag. Das ist dort unten einfach unglaublich gut. Außerdem waren wir ja im Juli zur Kirsch- und Aprikosenzeit unterwegs. Da sind wir oftmals an Obstwiesen vorbeigefahren und haben uns eingedeckt. Insgesamt sind wir mit 10 Euro am Tag durchgekommen.

Soll: 560 Euro (pro Person)

Kraft tanken: Italienisches Frühstück im Café
Kraft tanken: Italienisches Frühstück im Café © Hannes Matt

Die Unterkunft

„Wir haben größtenteils wild gecampt. Nur in Neapel waren wir vier Tage für rund 100 Euro im Hostel. Gleich am Anfang unserer Reise haben wir einen richtig schönen Ort entdeckt: am Rhein in der Schweiz, am Fuße der Alpen. Links und rechts vom Fluss gab es kleine Sandbänke und dahinter eine Feuerstelle mit Tisch, Stühlen und sogar Feuerholz. Krass, diese Schweizer!

In Lecco bei Milan waren wir am Comer See. Der ist total durchprivatisiert. Alles wird bebaut. Wir haben da schwerlich eine Stelle zum Zelten gefunden, und dann kam auch noch ein Mordsgewitter. Alle zehn Sekunden Blitz und Donner. Unsere Zelte hat es uns um die Ohren gehauen, aber wir konnten uns bei dem Sturm auch gar nicht in ein Hotel flüchten.“

Soll: 660 Euro (pro Person)

Hier haben sie sich reingemogelt: Ein kleiner, versteckter Privatstrand an der Amalfiküste.
Hier haben sie sich reingemogelt: Ein kleiner, versteckter Privatstrand an der Amalfiküste.

Sightseeing

„Wir waren an zehn Tagen unterwegs, haben jeweils so sieben, acht Stunden richtig auf den Rädern durchgezogen. Unterwegs haben wir natürlich Pausen gemacht und die Landschaft genossen. Besonders in den Alpen und den Apenninen hatten wir sagenhafte Aussicht. Aber da blieb wenig Zeit, sich großartig Museen und Co. anzuschauen. Nur in Rom haben wir uns das obligatorische Forum Romanum angeschaut.“

Soll: 670 Euro (pro Person)

Fazit

„Es war ein Wahnsinnserlebnis. Extrem sportlich, und gekostet hat es auch nicht viel. Das, was wir in die Ausrüstung investiert haben, nutzen wir ja auch noch für andere Reisen.“

Pro Person kostete der Trip: 670 Euro
(inklusive Zelt- und Fahrradausrüstung).

Obligatorischer Touristopp: Hannes und Philipp im Forum Romanum.
Obligatorischer Touristopp: Hannes und Philipp im Forum Romanum. © Hannes Matt

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