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Unterschiede von mehr als 1.000 Euro

Urlaubsportale im Test: Darauf musst du achten

von Nils Matthiesen

Reiseanbieter gibt es wie Sand am Meer, aber welcher bietet die besten Preise? Und wo lauern Fallen?

ZASTER hat stichprobenartig die Angebote von diversen Online-Reisebüros geprüft und dabei verschiedene Urlaubsziele bei unterschiedlichen Kunden (Single, Paar, Familie) herangezogen. Die wichtigste Erkenntnis: Vergleichen lohnt sich, denn je nach Wunschurlaub gab es Unterschiede von mehr als 1.000 Euro. Weitere Ergebnisse des Tests:

  • Singles: Die preislichen Differenzen sind nicht überall groß. So ergab sich beim Singletrip nach Mallorca lediglich eine Differenz von rund 100 Euro zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot. Als Faustregel ließ sich feststellen: Je genauer der Termin einer Reise mit einer anderen übereinstimmte, desto geringer waren die preislichen Unterschiede bei verschiedenen Anbietern. Keine wirkliche Überraschung, beziehen die Online-Reisebüros ihre Buchungs-Kontingente doch häufig aus derselben Quelle.
  • Paare: Anders sieht es aus, wenn du nicht allein verreisen möchtest. Denn schon der Paar-Urlaub auf der Lieblingsinsel der Deutschen weist einen Unterschied von fast 700 Euro zwischen der billigsten und teuersten Buchung auf. Und bei Familien wird es noch wilder: Mehr als 1.200 Euro kannst du je nach Portal sparen – oder zu viel zahlen.
  • Große Unterschiede bei Fernreisen: Wenn die Reise etwas weiter in die Ferne geht, geht's mit den Preisen richtig ab. Ein Urlaub für ein Paar nach Ägypten wies eine Preisspanne von mehr als 1.000 Euro zwischen dem billigsten und teuersten Angebot auf. Und geht es noch weiter weg, wachsen die Unterschiede weiter. Ein- und derselbe Familientrip nach Thailand ließ sich für 3.894 Euro, aber auch für sage und schreibe 8.683 Euro buchen. Das macht deutlich, welche Sparmöglichkeiten sich bieten, sofern man gewissenhaft vergleicht.

Gute Preise wiesen durch die Bank die Online-Reisebüros Opodo.de, Expedia.de und ThomasCook.de auf. Hier findest du viele günstige Angebote in allen Konstellationen.

Opodo.de punktet besonders durch das große Angebot als auch mit günstigen Preisen für Pauschalreisen. Aber auch dieses Portal arbeitet mit den typischen Tricks wie „letztes Zimmer“
Opodo.de punktet besonders durch das große Angebot als auch mit günstigen Preisen für Pauschalreisen. Aber auch dieses Portal arbeitet mit den typischen Tricks wie „letztes Zimmer“

Achtung: Versteckte Kosten

Die gute Nachricht zuerst: Die unschöne Sitte, dass Online-Reisebüros bei der Buchung automatisch Häkchen bei Zusatzangeboten eintragen und du diese mühsam wieder entfernen musst, sind zum Glück vorbei. Auch bei Pauschalreisen tauchten keine dubiosen Service-Kosten mehr auf, die früher bei vielen Portalen gang und gäbe waren. Allerdings haben sich noch nicht alle Anbieter von Zusatzkosten verabschiedet, wenn es um andere Angebote geht. So lassen sich einige Online-Reisebüros Zusatzkosten bezahlen, wenn ein Kunde statt einer Reise nur einen Flug buchen möchte. Darauf musst du achten.

  • Achtung Reiserücktrittversicherung: Bei manchen Angeboten am Ende eines Buchungsvorgangs verrät nur das Kleingedruckte, dass du hier ein Abo bei einer Reiseversicherung abschließt und nicht etwa nur eine für deine aktuelle Reise. Werfe einen Blick ins Kleingedruckte, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Bei den Reiseversicherungen fielen zum Beispiel Check24 und das ehemalige Unister-Portal Ab-in-den-Urlaub.de unangenehm auf, denn deren als günstig beworbenen Angebote verlängern sich automatisch, wenn du sie nicht rechtzeitig kündigst – und werden dann erheblich teurer.
  • Falsch zahlt mehr: Einige Anbieter hebeln noch immer die Regelung aus, nach der die üblichen Zahlungsmethoden kostenfrei sein müssen. Und verlangen für bestimmte Zahlungsmethoden Zusatzgebühren. Auch hier hilft ein Blick ins Kleingedruckte; dort muss stehen, welche Zahlungsmöglichkeiten kostenfrei sind – und welche nicht.

  • Keine Panik: Manche Anbieter warnen gern, dass es zum von dir angesehenen
    Angebot nur noch wenige Restplätze gibt und du schnell buchen solltest, bevor alles weg ist. Lass dich davon nicht nervös machen! Tests haben ergeben, dass die angeblichen Restplätze auch Wochen später noch ausreichend vorhanden waren.

  • Die Bestpreis-Legende: Sollten Sie diese Reise irgendwo günstiger finden, zahlt Ihnen das Reiseportal XY 100 Euro. Solche und ähnliche Angebote gibt es im Internet immer wieder. In der Regel steckt nichts dahinter, denn das Kleingedruckte verrät die genauen Bedingungen für die Belohnung – und die sind meist unerfüllbar.
250 Euro geschenkt? Auf solche Versprechen darfst du dich nicht verlassen. Die im Kleingedruckten genannten Voraussetzungen sind in der Regel nicht zu erfüllen.
250 Euro geschenkt? Auf solche Versprechen darfst du dich nicht verlassen. Die im Kleingedruckten genannten Voraussetzungen sind in der Regel nicht zu erfüllen.
  • Stornierungskosten: Einige Anbieter lassen sich jede nachträgliche Änderung an deiner Reise oder auch eine Stornierung fürstlich bezahlen. Das kann auch eine eigentlich günstige Reise teuer machen. Checke deshalb die AGB des Anbieters, ob er für solche Fälle Gebühren aufruft – und in welcher Höhe.
ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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