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Basel, Banksy und Badewannen

Teure Kunstfehler: 6 Kunstwerke, die versehentlich zerstört wurden

von Felix Esch

Ein kleines Mädchen greift auf einer weltberühmten Kunstmesse aus dem Kinderwagen nach einem Kunstwerk – und macht’s kaputt. Schaden: 50.000 Euro! So etwas ist allerdings nicht zum ersten Mal passiert: ZASTER zeigt dir sechs weitere Fälle.

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Damit hatte der Kabarettist Karl Valentin wohl recht und das werden auch die Veranstalter der Schweizer Kunstmesse Art Basel nach diesem Wochenende wohl unterschreiben.

Übergroße Fliege

Aber was ist eigentlich passiert? Eine Mutter schiebt ihre dreijährige Tochter im Kinderwagen durch eine Kunstaustellung. Soweit so gut. Doch dann erregt eine übergroße Fliege, ein Kunstwerk der Künstlerin Katharina Fritsch aus Düsseldorf, das Interesse ihres Kindes. So sehr, dass es danach greift. Im Vorbeifahren streckt das Kind den Arm nach der Fliege aus, reißt sie von ihrem Sockel und verursacht einen nicht ganz unerheblichen Schaden: 56.000 Schweizer Franken, umgerechnet 50.000 Euro Schaden, nur um ganz genau zu sein.

Gar nicht so schlimm

Gegenüber Spiegel Online bestätigte eine Sprecherin der Art Basel, von diesem Vorfall zu wissen. Man sei von der Galerie, die die Künstlerin vertritt, jedoch darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Arbeit nicht beschädigt worden sei.

ZASTER hat für dich sechs wirkliche Kunst-Schäden rausgesucht, die du definitiv nicht mehr vergessen solltest.

1
Joseph Beuys und seine Badewanne

Der Ur-Unfall passierte 1973. Eine vom Künstler mit Heftpflastern und Mullbinden designte Badewanne wurde zweckentfremdet: Nichtsahnend wurde die Kunst-Wanne nach einem Party-Abend im SPD-Ortsverein, der in den Räumlichkeiten, unmittelbar bevor die Ausstellung aufgebaut wurde, feierte, zum Geschirrspülen verwendet. Ein Fauxpas, der damals 58.000 D-Mark Schadensersatz kostete.

2
Paolo Porpora und seine „Flowers"

Doch nicht nur die Wisch-Wut von Reinigungskräften wird moderner Kunst zum Verhängnis: Im Jahr 2015 stolpert ein Junge in Taiwan und will sich abstützen. Wo? Auf dem vorher auf 1,5 Millionen Dollar geschätzten Gemälde des Italieners Paolo Porpora. Weil es sich aber um einen Unfall handelte, stellte der Kurator der Ausstellung keine Forderungen an die Familie des Jungen. Glück gehabt!

3
Martin Kippenberger und der Kalkfleck

Das nächste Versehen geschah 2011: So wurde im Museum Ostwall in Dortmund in einem Gummitrog des Installationskünstlers Martin Kippenberger ein Kalkfleck entfernt, der Teil des insgesamt auf 800.000 Euro versicherten Werks war.

4
Banksys Wandmalereien

Die Graffiti-Malereien des Künstlers Banksy finden sich in verschiedenen Städten auf verschiedenen Wänden zu verschiedenen Anlässen. Die Verschiedenheit seiner Werke hielt Beamte der Städte London, Bristol und Melbourne allerdings nicht davon ab, aufgesprühte Graffiti-Tags des Künstlers wegzuschrubben. Der Wert der Graffitis ist schwer zu beziffern – geärgert haben wird sich Banksy dennoch.

5
Picasso und „Le Rêve“

Glück im Unglück: 2006 wurde das als „der Traum“ übersetzte Bild Picassos versteigert. 139 Millionen Dollar war der veranschlagte Kaufpreis. Pech nur, dass Besitzer Steve Wynn auf der Auktion mit dem Ellenbogen ausrutschte und das Kunstwerk unfreiwillig durchlöcherte. Die Folge: Der Kauf kam nicht zustande. Das Glück: Steve Wynn ist Milliardär und somit wahrscheinlich der einzige in der Reihe, den so ein Ausrutscher nicht ruinieren würde.

6
Joseph Beuys (Teil II) und seine „Fettecke"

Und zum großen Finale traf es wieder den berühmten Künstler Beuys. Das Problem moderner Kunst in Sachen Verständnis ist oft: Es fehlt. Deswegen ist auch Joseph Beuys „Fettecke“ aus 5 Kilo Butter 1986 von einem übereifrigen Hausmeister in Düsseldorf weggewischt worden. 40.000 D-Mark Schadensersatz waren die Folge.

ein Artikel von
Felix Esch
Felix Esch war jung und brauchte das Geld. Deswegen: Aus Köln nach Berlin zu Zaster. Auf dem Weg: Studium und Steine (von Letzteren fast keine). Passion: Billige Wortwitze.

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