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Uni beim Bund

So läuft ein Studium bei der Bundeswehr

von ZASTER Redaktion

Ein duales Studium bei der Bundeswehr genießt nicht nur ein hohes Ansehen, sondern wird auch großzügig finanziert. ZASTER erklärt, wie ein Studium beim Heer abläuft.

In Deutschland kann der Nummerus Clausus den Abiturienten das Leben ganz schön erschweren. Ob Medizin, Maschinenbau oder Psychologie: Häufig erlangt man nur mit Bestnoten einen der begehrten Studienplätze an den öffentlichen Hochschulen. All jene, die leer ausgehen, bleiben nur die Alternativen der Privat-Unis, das Auslands- oder Wartesemester. Oder eben die Bundeswehr.

Wer jedoch glaubt, dass die Bundeswehr ein Auffangbecken für Faulenzer ist, irrt sich. Auch für einen Studienplatz an den Bundeswehruniversitäten München und Hamburg gelten strenge Aufnahmebedingungen, wenn man sie im Rahmen eines dualen Studiums bei der Bundeswehr absolviert. Auf zivile Studenten kommen hingegen hohe Studiengebühren von bis zu 10.000 Euro im Jahr zu. Und ein verändertes Rahmenprogramm.

Im Marsch zum Master

Obwohl sich die Inhalte der Studiengänge von denen der öffentlichen Hochschulen ähneln, gibt es eine signifikante Besonderheit im Curriculum der Bundeswehruniversitäten: Anstelle von Semestern wird in zwölfwöchigen Trimestern studiert.

Folglich können drei Trimester im Jahr (anstatt zwei Semester im Jahr) absolviert, und demnach ein Master-Abschluss bereits nach vier Jahren erreicht werden. Um es in der Währung der Studenten auszudrücken: Statt 60 ECTS im Jahr, werden 75 ECTS im Jahr verlangt.

Trotz der veränderten Rahmenbedingungen werden die Abschlüsse an allen Universitäten anerkannt. Das kann von Vorteil sein, denn das Studium ist keineswegs nur einer Karriere bei der Bundeswehr dienlich. Der inhaltliche Schwerpunkt der Studiengänge deckt sich weitestgehend mit den regulären Uni-Programmen. Deshalb steht auch einer wissenschaftlichen Laufbahn nach der aktiven Zeit bei der Bundeswehr nichts entgegen.

Das Studienprogramm der Universität der Bundeswehr München ist hier hinterlegt und die Fächer der Helmut Schmidt Universität Hamburg hier.

Hohe Bezüge und bezugsbereit

Wer es erst einmal ins Studium der Bundeswehr geschafft hat, muss sich nicht mehr mit den klassischen finanziellen Nöten der Studentenzeit herumschlagen. Auch während der Zeit an der Uni erhalten die angehenden Akademiker in Uniform volle Bezüge. Und die können sich sehen lassen: In einer Beispielrechnung der Bundeswehr erhält ein Offiziersanwärter der Erfahrungsstufe 1 – also direkt zu Beginn seines Studiums – bereits ein Gehalt von 1932,05 Euro. Netto!

Zum Vergleich: Laut der letzten Sozialerhebung hat ein Student in Deutschland durchschnittlich 918 Euro zur Verfügung. Studierende der Bundeswehr haben also fast exakt doppelt so viel auf dem Konto wie ihre zivilen Kollegen.

Außerdem müssen sich Studierende der Bundeswehr nicht auf dem knappen Wohnungsmarkt in Hamburg und München durchschlagen, denn die Offiziersanwärter haben Anspruch auf eine Unterkunft im Wohnheim des Campus. Kostenfrei.

Kamerad statt Kommilitone

So weit, so gut – was muss man also mitbringen, um an den Universitäten angenommen zu werden? Die größte Hürde für viele ist sicher die Verpflichtung bei der Bundeswehr. Um bei der Bundeswehr studieren zu dürfen, musst man die Offizierslaufbahn einschlagen und sich mindestens für 13 Jahre verpflichten lassen. Versetzungen ins Aus- und Inland eingeschlossen. Die Zeit als Student ist also stark von Truppenübungsplätzen und Kasernen geprägt.

Ziel der Offizierslaufbahn ist es, eines Tages innerhalb der Streitkräfte seine Kameraden zu führen. Zu den Ansprüchen ans Studium kommen also auch physische Anforderungen, die in einem Auswahlverfahren erfüllt werden müssen – und zum Alltag der Bundeswehr gehören. Deshalb dürfen Bewerber nicht älter als 29 Jahre sein.

Für die meisten Studiengänge bei der Bundeswehr ist weiterhin eine allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife notwendig – der Notenschnitt spielt aber eine untergeordnete Rolle. Einige Studiengänge lassen sich auch mit abgeschlossener Berufsausbildung und zweijähriger Berufstätigkeit angehen. Im besten Fall klären Karriereberater der Bundeswehr individuelle Fragen.

Fazit

Wer sich für ein Studium beim Bund entscheidet, sollte sich im Klaren sein, dass die militärische Verpflichtung ein hoher Einsatz ist. Nur wegen eines vermeintlich schlechten Abiturs, sollte man nicht in Panik geraten und unüberlegte Schlussfolgerungen ziehen: 13 Jahre sind eine lange Zeit.

Wenn der militärische Dienst aber tatsächlich eine Option darstellt, kann man sich mit einem Wehrdienstberater über die Karrieremöglichkeiten unterhalten. Der Beratungsstellenfinder der Bundeswehr hilft bei der Suche nach einem Ansprechpartner in der Nähe.

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ZASTER Redaktion
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