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Laufende Kosten

Kaufen oder mieten? So teuer sind E-Scooter wirklich

von Nils Matthiesen

Elektroroller zu mieten ist nicht günstig. Einen zu besitzen aber auch nicht gerade. ZASTER rechnet vor, mit welchen laufenden Kosten du rechnen musst.

Es ist das Sommer-Thema Nummer Eins: E-Scooter. Die Zeitungen sind voll davon, jeder will einen fahren und gefühlt macht alle paar Minuten ein Start-Up auf, dass die Teile vermietet. Apropos mieten: Das ist oft ganz schön teuer. Die Kosten für die E-Scooter-Miete setzen sich aus einer Grundgebühr und einem Minutenpreis zusammen. Die Grundgebühr liegt bei einem Euro. Sie wird bei jeder neuen Miete berechnet. Pro Minute kommen dann 15 bis 20 Cent dazu. Für eine Stunde Fahrzeit macht das also zwischen 9 und 13 Euro. Wer häufig E-Scooter fährt, könnte also mit dem Gedanken spielen, sich einen solchen Roller anzuschaffen. Das könnte sich, abhängig vom Anschaffungspreis, schnell rechnen. Was viele aber nicht auf dem Schirm haben, sind die laufenden Kosten für den Betrieb eines E-Scooters. Da kommt einiges zusammen. ZASTER macht den Kassensturz:

Versicherung ist Pflicht

Einen Helm musst du zwar nicht tragen, dafür aber eine Versicherungsplakette draufpappen. Und die bekommst du nur, wenn du eine Versicherung abschließt. Möglich sind Haftpflicht oder Teilkasko, Vollkasko bietet noch kein Versicherer an. Die Haftpflicht deckt lediglich die Schäden ab, die bei anderen entstehen, wenn es zum Beispiel zu einem Umfall kommt. Die Teilkasko deckt darüber hinaus Geschichten wie Diebstahl oder Brandschäden mit ab. Die Württembergische Versicherung bietet zum Beispiel eine E-Scooter-Versicherung für 29,90 Euro im Jahr an.

Angebot noch übersichtlich

Die Kosten für eine Elektrokleinstfahrzeug-Haftpflicht liegen ungefähr auf Moped-Niveau. Der derzeit (noch) günstigste Anbieter ist die HUK-Coburg, bei der es ab 14,20 Euro pro Jahr losgeht. Teurer wird es, wie bei anderen Versicherungen auch, wenn du jünger als 23 Jahre bist. Dann sind 22 Euro Jahresgebühr fällig. Für Teilkasko (mit 150 Euro Selbstbeteiligung) musst du 36 Euro – wenn du jünger als 23 Jahre bist – beziehungsweise 26,50 Euro einplanen, wenn du älter bist. Andere Anbieter wie die DEVK und Allianz sind empfindlich teurer und lassen sich nicht online abschließen. Auf dem Markt wird es in nächster Zeit aber noch viel Bewegung geben.

Wichtig: Ohne Plakette loszudüsen ist keine gute Idee. Kommt es zu einem Unfall, musst du die Schäden aus eigener Tasche zahlen. Die können im schlechtesten Fall in die Millionen gehen. Zudem drohen empfindliche Strafen.

Faktor Strom

Zusätzlich musst du noch die Stromkosten einkalkulieren. Bei einem 250-Watt-Akku und einem Preis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde sind pro Ladung rund 8 Cent nötig. Das sollte sich verkraften lassen.

Verschleiß nicht vergessen

Nicht ohne sind dagegen die Kosten für Verschleißteile, allen voran der Akku. Der hält zwar in der Regel einige Jahre, der Tausch kostet dann aber rund 150 bis 300 Euro. Die Rollen halten dagegen deutlich weniger lange und müssen daher auch regelmäßig ausgetauscht werden. Macht pro Austausch mindestens 60 Euro (4 x 15 Euro). Eventuell kommen auch noch andere Reparaturen hinzu.

Fazit

Ein billiges Vergnügen ist so ein E-Scooter nicht unbedingt. Selbst günstige Modelle kosten mindestens 500 Euro, hinzukommen Kosten für Versicherung, Strom und Verschleiß. Mit dem Fahrrad zu fahren ist langfristig sicher günstiger (und gesünder, und umweltfreundlicher, und sicherer…).

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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