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GROSSE ZASTER SPAR-SERIE - TEIL 4

So sparst du beim Stromanbieter

von Nils Matthiesen

Mit nur wenigen Klicks sparst du durch einen Stromanbieterwechsel ganz einfach mehrere Hundert Euro. Dabei gilt es aber einige Fallstricke zu umgehen.

29,44 Cent pro Kilowattstunde: Strom ist teuer wie nie. Seit Ende der 90er Jahre sind die Preise um mehr als 60 Prozent gestiegen. Und auch 2019 müssen sich Verbraucher wieder auf höhere Kosten einstellen. Pessimisten rechnen sogar damit, dass die Preise bis 2025 bis zu 70 Prozent anziehen. Damit die Stromkosten nicht aus dem Ruder laufen, gibt es drei Strategien. Entweder den Anbieter wechseln, den Stromverbrauch reduzieren oder beides. Am besten fängst du gleich an.

Anbieterwechsel in Minuten

Ein Tarifvergleich ist schnell und einfach erledigt. Auf Seiten wie stromtipp.de, verivox.de und check24.de tippst du deine Postleitzahl sowie den Stromverbrauch, den du in der letzten Jahresabrechnung ablesen kannst. Sekunden später siehst du alle Stromangebote in deiner Region. Hast du dich auf der Seite registriert und bereits einen Stromanbieter darüber gebucht, bekommst du sogar dein ganz persönliches Sparpotential übersichtlich dargestellt. Selbst Ein- und Zwei-Personen-Haushalte können durch einen Anbieterwechsel die Stromkosten um mehrere Hundert Euro pro Jahr senken.

Vor allem durch Neukundenboni ist jedes Jahr locker eine Ersparnis von 200 Euro und mehr drin.
Vor allem durch Neukundenboni ist jedes Jahr locker eine Ersparnis von 200 Euro und mehr drin. © Screenshot

Ökostrom muss nicht teuer sein

Selbst Strom aus regenerativen Energiequellen ist häufig preiswerter als der Basistarif des örtlichen Grundversorgers. So ein Ökostromtarif schont also nicht nur die Haushaltskasse, sondern auch das Klima. Ökostrom ist aber nicht gleich Ökostrom! Überprüfe beim Stromvergleich genau, woher der bezogene Strom stammt. Achte am besten auf Siegel wie „ok power“ und „Grüner Strom Label“.

Aufpassen bei Ökostrom. Nicht alle Anbieter setzten hundertprozentig auf regenerative Energiequellen.
Aufpassen bei Ökostrom. Nicht alle Anbieter setzten hundertprozentig auf regenerative Energiequellen. © Pixabay

Darauf musst du beim Anbieterwechsel achten

  • Regelmäßig wechseln: Die Hauptersparnis liegt bei vielen Tarifen in den Bonuszahlungen für Neukunden. Deshalb solltest du regelmäßig den Anbieter wechseln, am besten einmal pro Jahr. Da das jeweils nur wenige Minuten dauert, ist das kein Thema. Zaster-Tipp: Wenn du dich bei einem Vergleichsportal registrierst, erhältst du auf Wunsch automatisch eine Erinnerung, falls die Kündigungsfrist einer deiner Verträge abläuft. So verpasst du nicht den richtigen Zeitpunkt.
  • Boni checken: Basiert der Preisvorteil besonders auf Boni, solltest du genau prüfen, welche Bedingungen daran geknüpft sind. Bekommst du den Bonus schon zu Beginn des Vertrages oder erst am Ende? Erhältst du den Bonus nur bei Vertragsverlängerung? Oder gibt es Sachprämien statt Barem?
  • Ergebnis prüfen: Die meisten Vergleichsportale platzieren bestimmte Tarife ganz oben in den Ergebnislisten, zum Beispiel „Best Seller“. Lasse dich davon nicht beeindrucken. Vergleiche am besten die Tarife, die für dich in Frage kommen, und treffe dann selbst eine Entscheidung. Der ideale Stromtarif kombiniert fünf Eigenschaften: Günstig, möglichst kurze Kündigungsfrist sowie Vertragslaufzeit und eine Preisgarantie. Die schützt vor Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit.
  • Achtung Strompakete: Bei einem Strompaket kaufst du eine feste Menge Strom für einen bestimmten Zeitraum. Der Haken: Wenn du mehr oder weniger verbrauchst, zahlst du drauf.
  • Zahlung: Am besten ist monatliche Abschlagszahlung. Einige Anbieter verlangen dagegen Vorauszahlung, Kaution oder Sonderzahlungen. Keine gute Idee, denn wenn der Anbieter Pleite geht ist dein Geld weg.

So geht es weiter

Hast du einen neuen Vertrag abgeschlossen, übernimmt der neue Versorger in der Regel die Ummeldung und kündigt dem bisherigen Anbieter. Das dauert meist einige Wochen. Kurz vor der Umstellung erhältst du dann Post vom alten Anbieter, er will den Zählerstand für die Endabrechnung wissen. Warst du sparsam, bekommst du im besten Fall sogar noch etwas Geld zurück.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen

Nils ist Journalist sowie Texter und beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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