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So sparst du bei der KFZ-Versicherung

von Nils Matthiesen

Kraftstoff, Steuern, Knöllchen – Autofahren ist teuer. Zumindest bei der KFZ-Versicherung kannst du einfach viel Schotter sparen.

Die KFZ-Versicherung zu wechseln ist nicht viel schwieriger, als sich neue Sneaker zu kaufen. Dafür kannst du ganz im Gegenteil jede Menge Geld sparen. Allerdings gilt auch hier: Billig ist nicht unbedingt günstig. Wichtig ist vielmehr das Gesamtpaket aus Preis und Leistung. Vergleichsportale wie verivox.de und check24.de erleichtern die Suche nach der passenden Kfz-Versicherung. Es lohnt sich aber, mehrere auszuprobieren. Schließlich führt keiner der Anbieter sämtliche Versicherungen mit all ihren Tarifen in der Datenbank. Auf diese Themen musst du beim Preisvergleich besonders achten.

Haftpflicht oder Kasko?

Das größte Sparpotenzial ergibt sich durch die Wahl der Kasko-Versicherung. Du musst wissen: Eine reine Haftpflichtversicherung kostet durchschnittlich 55 Prozent weniger als Haftpflicht plus Vollkaskoschutz. Die Preisdifferenz zur Teilkasko beträgt immerhin noch 36 Prozent. Eine Teilkasko-Versicherung ist aber meist trotzdem empfehlenswert, sofern du nicht eine absolute Schrottkarre fährt. Denn dann ist das Auto auch gegen Wetterschäden, Brand, Explosion, Kurzschluss, Glasbruch und Diebstahl abgesichert. Vollkasko lässt dich noch besser schlafen. Denn damit sind unter anderem sogar Schäden abgedeckt, die bei einem selbstverschuldeten Unfall an deinem Auto entstehen, nicht nur die am gegnerischen. Lohnt sich also vor allem bei Neuwagen. Im Gegensatz zur Haftpflicht gibt es für Kasko-Versicherungen keine gesetzlichen Vorschriften. Die Anbieter können die Verträge demnach frei gestalten. Demzufolge unübersichtlich geht es im Tarif-Dschungel zu. Folgende Punkte sind besonders wichtig.

1
Deckungssumme

Gesetzlich vorgeschrieben sind „nur“ 7,5 Millionen Euro für Personenschäden. Stelle dir aber vor, du knallst in ein Stauende und mehrere Personen werden verletzt. Das kann sehr teuer werden, etwa wenn einem Verletzten ein Leben lang eine Rente zusteht. Übersteigt der Schaden die abgesicherte Summe, haftest du persönlich. Gehe daher auf Nummer sicher und wähle 100 Millionen. Einen großen Unterschied in der Prämie macht das in der Regel nicht.

2
Fahrer

Du sparst sehr viel Geld, wenn du der alleinige Fahrer des Fahrzeugs bist

3
Grobe Fahrlässigkeit

Deine Versicherung sollte den „Verzicht auf Einwand grober Fahrlässigkeit" beinhalten. In diesem Fall trägt die Versicherung auch dann den Schaden in vollem Umfang, wenn du beispielsweise nicht richtig aufgepasst und eine rote Ampel oder ein Stoppschild übersehen hast.

4
Neuwertentschädigung

Speziell für Neu- und Leasingwagen interessant. Je länger bei Diebstahl oder Totalschaden der Neupreis gezahlt wird, desto besser. Die Spektrum reicht von drei bis zu 24 Monaten.

5
Werkstattbindung

Bis zu 20 Prozent Beitrag kannst du sparen, wenn du dich verpflichtest, deinen Wagen im Schadensfall nur in einer vom Versicherer bestimmten Partnerwerkstatt reparieren zu lassen. Potenzielle Nachteile: Du kannst im Schadensfall nicht spontan deine Lieblingswerkstatt ansteuern.

6
Fahrleistung

Je weniger Kilometer du fährst, desto günstiger. Gebe den Wert aber wahrheitsgetreu an. Machst du falsche Angaben, fliegen diese spätestens bei einem Schaden auf und du musst Beiträge und eventuell sogar eine Vertragsstrafe nachzahlen.

Spezielle Tipps für junge Fahrer

Du hast es wahrscheinlich schon gemerkt: Als junger Autofahrer bezahlst du besonders hohe Beiträge. Denn die richten sich nach dem persönlichen Schadensrisiko – und das ist bei jungen Fahrern statistisch besonders hoch. Gleichzeitig profitieren sie noch nicht von hohen Schadensfreiheitsklassen, die man sich als unfallfreier Fahrer im Laufe der Jahre erarbeiten kann. Für jedes Jahr ohne Unfall steigt die Schadensfreiheitsklasse (SF) und gleichzeitig sinken die KFZ-Versicherungsbeiträge. Es geht von 0 hoch bis 35. Um trotzdem möglichst günstig davonzukommen, helfen folgende Tipps.

1
Auto als Zweitwagen versichern

Wenn du deine Eltern ins Boot holst, kannst du kräftig sparen. Alternativ ist es auch möglich, das Auto auch über die Großeltern oder andere Verwandte zu versichern. Sie schließen die Versicherung ab, du bist als Fahrer eingetragen. Der Beitragssatz ist in diesem Fall viel günstiger als die übliche SF-Klasse 0 für Führerscheinneulinge. Nachteil: Dein persönlicher Schadensfreiheitsrabatt sinkt nicht, wenn das Auto nicht auf deinen Namen versichert ist.

2
Familientarif buchen

Viele Kfz-Versicherer haben einen Familienrabatt im Programm. Als Fahranfänger kommst du so in den Genuss besserer SF-Rabatte. Wichtig: Solche Familientarife findest du nicht bei den einschlägigen Vergleichsportalen, sondern musst sie direkt bei der Versicherung deiner Eltern anfragen.

3
Schadensfreiheitsklasse übernehmen

Du hast Großeltern oder andere Familienangehörige, die sowieso kein Auto mehr fahren? Einige Kfz-Versicherungsgesellschaften bieten die Möglichkeit, die SF-Rabatte von nahen Verwandten zu übernehmen. Das Modell ist nur für Fahranfänger interessant, die bereits seit einigen Jahren Auto fahren und sich erst dann ein eigenes Auto anschaffen. Nachteil: Der Verwandte verliert alle Rabatte.

4
Telematik-Tarife

Bei sogenannten Telematik-Tarifen stimmt du zu, dass die Versicherung mithilfe technischer Mittel wie Smartphone-Apps dein Fahrverhalten analysiert. Fährst du entspannt und sicher, erhältst du dafür Rabatte.

5
Fahrtraining absolvieren

Einige Versicherungen gewähren für ein absolviertes Fahrsicherheitstraining und das Begleitete Fahren mit 17 Jahren Prämienrabatte. Der Haken an der Sache: Diese Fahrsicherheitstrainings kosten Zeit und Geld. Langfristig zahlt sich das aber aus.

6
Augen auf beim Autokauf

Vor dem Autokauf solltest du auf die Typklasse des Modells achten. Faustregel: je höher die Typklasse, umso teurer ist die Versicherung. Die Skala reicht von 10 bis 25. Die Typklasse ermittelt du zum Beispiel auf der Internetseite autoampel.de.

7
SF-Klasse vom Roller übernehmen

Bist du als Teenie bereits Roller oder Motorrad gefahren (ab 50 Kubikzentimeter), kannst die SF-Klasse auf dein Auto übertragen.

8
Von Carsharing profitieren

Auch durch Carsharing kannst du unter Umständen dein SF-Klasse senken. Einige Versicherer rechnen die unfallfreien Zeiten an gefahrenen Tagen und Kilometern als schadensfreie Jahre an. Der Carsharing-Anbieter muss dir eine Nutzungsdaten dazu schriftlich bestätigen.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen

Nils ist Journalist sowie Texter und beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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