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Kaputte Displays werden zur Lachnummer

Das 2.000-Euro-Debakel um das Galaxy Fold von Samsung

von León Dreher

Das neue Samsung Galaxy Fold ist eine echte Innovation. Aber mit über 2.000 Euro auch echt teuer. Ob kaputte Displays nach ein oder zwei Tagen Nutzung das ausschlaggebende Kaufargument sind? ZASTER fasst den Rummel um das #FoldGate zusammen.

Testgeräte nach einem Tag kaputt

Samsung schickt ausgewählten Journalisten und Bloggern aus den USA das neue faltbare Smartphone Galaxy Fold zur Review zu – und ganz Twitter lacht.

Grund: Schon nach einem Tag macht das teure Display, was es will, dient als Partylicht, nur richtig funktionieren möchte es nicht. Dabei soll man es nach offiziellen Angaben bis zu 200.000 mal auf- und zuklappen können. Das Handy von CNBC-Editor Steve Kovach ist aber kein Einzelfall. Auch bei anderen Testern gab das Display den Geist auf, wie hier bei Marques Brown, einem US-Videoproduzenten. Sein Display ging kaputt, nachdem er das, was nach einer Schutzfolie zum Abziehen aussah, abpulte.

Samsung bezieht Stellung

Big mistake. Ist nämlich gar keine Schutzfolie, sondern gehört so. Das ist allerspätestens bekannt, nachdem Samsung in einem Statement zu den beschädigten Geräten ausdrücklich davor warnte, die vermeintliche Folie abzuziehen. Zu spät für den ein oder anderen Tester. Denen schickt Samsung aber nun ein neues Testgerät zu. Hier das offizielle Statement:

Einen entsprechenden Hinweis auf der Verpackung vermissten die eifrigen Folienabzieher. Dies möchte Samsung zum Verkaufsstart am 26. April (USA) sowie am 3. Mai bei uns in Deutschland unbedingt ändern, und deutlich auf die Thematik hinweisen. Dass das Display allerdings auch mit unberührter Folie innerhalb kürzester Zeit kaputt geht, zeigt Todd Haselton von CNBC.

Innovativ – aber für Kauf geeignet?

Alles in allem also ein bisher nicht so prickelnder Auftakt für Samsungs Weltinnovation. Viele vergleichen den Testflop des Fold schon mit der Krise des mehrfach explodierenden Galaxy Note 7 vor einigen Jahren. Ob dieser Vergleich zutrifft, wird die Zeit zeigen. Neben Gelächter gibt es aber auch Zuspruch für den koreanischen Technikriesen. Nach dem Motto: Es ist besser, den Mut zu haben, überhaupt eine derartige Innovation auf den Markt zu bringen, auch wenn sie noch nicht 100 Prozent bereit scheint – jedenfalls in Einzelfällen. Ob Samsung die Probleme in kurzer Zeit in den Griff kriegt, bleibt abzuwarten. Das Vertrauen, 2.000 Euro für ein Galaxy Fold hinzulegen, dürfte allerdings bei einigen Leuten einen ganz schönen Knicks erlitten haben. Dann lieber auf das 300 Euro teurere, ebenfalls faltbare Huawei Mate X warten? Decisions, decisions.

ein Artikel von
León Dreher
León Dreher
Studiert Philosophie und Wirtschaft in Bayreuth. Hat gemerkt, dass dort nur einmal im Jahr zur Eröffnung der Festspiele die Post abgeht und sich für den Moment nach Berlin zu ZASTER abgesetzt. Fun Fact: Rugby is life.

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