Wirklich tolle Rabatte?

Warum es mit Online-Gutscheinen nur selten Schnäppchen gibt

von Nils Matthiesen

Egal ob per E-Mail oder im Web: Inzwischen winken nahezu überall angeblich tolle Rabatte durch Gutscheine. Doch machen sie Internet-Shopping wirklich billiger? ZASTER hat’s überprüft.

Bevor es auf Internet-Einkaufstour geht, kann der Blick in ein Gutscheinportal nicht schaden. Zumindest versprechen Gutscheinanbieter wie gutschein.de, mydealz.de und gutscheinpony.de aktuelle Gutscheine mit satten Rabatten für viele Produkte und Shops. Einige Anbieter gewähren Nachlässe in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes, andere wiederum bieten Preissenkungen von mehreren Euro an. In bestimmten Fällen bekommen Kunden auch die Versandkosten beim Onlineshopping erlassen. Immerhin: Fast alle Gutschein-Portale sind kostenlos und erfordern keine Anmeldung. Dein E-Mail-Postfach bleibt also frei von Werbung.

Nur selten echte Schnäppchen

Was du aber wissen musst: Gutscheine garantieren keine Schnäppchenpreise. Schließlich bringt etwa ein 10 Euro-Gutschein wenig, wenn ein anderer Händler das gleiche Produkt sowieso für 10 Euro weniger oder noch günstiger anbietet. ZASTER hat das stichprobenartig überprüft. Das ernüchternde Ergebnis: In acht von zehn Fällen spuckte die Preissuchmaschine das günstigste Angebot aus – trotz Gutschein. Gutscheine sind also nur dann nützlich, wenn du in einem ganz bestimmten Online-Shop einkaufen und dabei sparen möchtest. Dann solltest du einfach vor dem Bezahlen noch einmal schnell auf einer Gutscheinseite vorbeischauen. Ab und zu lassen sich auf diese Weise noch schnell ein paar Euro sparen.

Die Haken im Kleingedruckten

Mit Gutscheinen Geld zu sparen, ist allerdings nicht so einfach wie mit Preissuchmaschinen oder Cashback. Denn fast alle Gutscheine haben Fußangeln, die das Einlösen erschweren. Um die herauszubekommen, hilft ein Blick ins Kleingedruckte:

  • Mindestbestellwert: Oft ist der Rabatt an eine Mindestbestellmenge oder einen bestimmten Einkaufswert gekoppelt. Wird diese Grenze nicht erreicht, ist der Gutschein wertlos. Du wirst also dazu verführt mehr zu kaufen, als du eigentlich brauchst.
  • Verfallsdatum: Gutscheine sind nicht endlos gültig. Ganz im Gegenteil verfallen sie oft schon nach wenigen Tagen. Auch damit wird Druck aufgebaut, möglichst schnell zuzuschlagen.
  • Nur für Neukunden: Allzu oft gelten Gutscheine nur für Neukunden, treue Käufer bleiben außen vor.
  • Spezielle Rahmenbedingungen: Besonders bei rabattierten Dienstleistungen lauern nicht selten Vorschriften, die man gerne übersieht. So gibt’s die Frisur zum halben Preis beispielsweise ausschließlich vormittags.

Der ZASTER-Tipp: Behalte einen klaren Kopf

Die Freude über einen anscheinend wertvollen Gutschein verleitet zum Spontankauf. Behalte also besser einen klaren Kopf. Ansonsten zahlst du unter Umständen zu viel. Gutscheine sind nur eine Möglichkeit von vielen, Geld beim Internet-Shopping zu sparen. Die Methode, die am meisten Erfolg verspricht, ist immer noch, das gewünschte Produkt in eine – oder noch besser mehrere - Preissuchmaschinen einzugeben, die Versandkosten für das Produkt berechnen zu lassen und anschließend nach frei verfügbaren Gutschein- und Rabattcodes im Internet zu suchen, mit denen sich zusätzlich Geld und Versandkosten sparen lassen. Die Erfolgsaussichten, einen noch günstigeren Preis zu erzielen, sind in diesem Falle allerdings gering. Denn Preissuchmaschinen wie idealo.de beziehen in ihre Preise aktuelle Gutscheinkationen meist mit ein.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen

Nils ist Journalist sowie Texter und beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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