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Trägheit gehört nicht mehr bestraft

Mit Wechseldiensten Stromkosten sparen

von Nils Matthiesen

Im Prinzip weiß jeder, dass es sich lohnt, regelmäßig den Stromanbieter zu wechseln. Nur wird das häufig vergessen. Tarifaufpasser versprechen, das Ganze automatisch zu regeln.

Die Strompreise steigen. Eine Kilowattstunde kostet jetzt im Schnitt zwischen 29 und 30 Cent. Vor 20 Jahren waren es noch rund 14 Cent – die Strompreise haben sich in diesem Zeitraum also mehr als verdoppelt. Und sie drohen, weiter nach oben zu gehen. Die durchschnittlichen Haushaltsstrompreise sollen nicht nur in diesem Jahr abermals steigen. Im schlechtesten Fall, so pessimistische Prognosen, könnten die Preise bis 2025 um bis zu 70 Prozent teurer werden.

Verschenktes Geld

Trotzdem bleiben viele Deutsche ihrem Stromanbieter treu und verschenken so oft mehrere Hundert Euro pro Jahr. Dabei ist ein Wechsel über Vergleichsportale wie check24 oder Verivox alles andere als kompliziert und in wenigen Minuten erledigt. Aber: Aus der Trägheit der Kunden schlagen viele Stromanbieter Kapital und locken mit besonders günstigen Konditionen im ersten Vertragsjahr. Im weiteren Verlauf ziehen dann die Preise empfindlich an.

Automatisch Tarif anpassen lassen

Aus diesen Gründen sind sogenannte Wechseldienste oder Tarifaufpasser entstanden. Das Prinzip dahinter: Einmal anmelden und fortan überprüft der Anbieter regelmäßig den Stromanbieter auf faire Konditionen. Ändert sich der Tarif zu Ungunsten des Nutzers und / oder andere Anbieter offerieren bessere Angebote, übernimmt der Dienst automatisch den Tarifwechsel. So bleibt der Kunde stets im günstigsten Tarif, so dass Versprechen. Für bequeme Kunden eine gute Sache. Kündigungsfristen zu verpassen oder vom Stromanbieter abgezockt zu werden, gehört der Vergangenheit an. Ganz umsonst ist das Ganze aber leider nicht. Die Tarifaufpasser behalten von der Ersparnis zwischen 20 oder 30 Prozent Provision.

Bis zu 400 Euro Ersparnis möglich

Welcher Wechseldienst am besten arbeitet, hat die Stiftung Warentest untersucht und neun Anbieter, darunter bekannte Namen wie Esave, Switchup, Wechselfabrik oder Wechselpilot, einem Langzeittest unterzogen. Die Tester zogen ein positives Fazit: Sieben von neun Wechselhelfern befanden sie zusammenfassend als „sehr empfehlenswert“ oder „empfehlenswert“. Der Service sei sogar „für bequeme Kunden besser als Vergleichsportale“. Denn die Dienste klammerten unseriöse Anbieter rigoros aus. Darüber hinaus konnten die „Testverbraucher“ trotz der Provisionen zwischen 73 und 400 Euro pro Jahr einsparen. Wie hoch genau das Sparpotenzial ausfällt, hänge von Faktoren wie Stromverbrauch, Wohnort und bisherigen Kosten ab. Die Ergebnisse sind im Detail hier zu finden.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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