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Von milliardenschwer zu schwer verschuldet

Diese 10 Milliardäre gingen bankrott – und zwar aus diesen Gründen

von Helene Rose

Wer Milliardär ist, hat für immer ausgesorgt? Nicht unbedingt. Denn auf die eine oder andere Weise kann das ganze schöne Geld auch schnell wieder weg sein.

ZASTER hat einen Blick in die Liste von Business Insider geworfen, in der zehn Superreiche stehen, die alle ihr Vermögen wieder verloren haben. Außerdem zeigen wir dir, wie das überhaupt passieren konnte.

1
Jocelyn Wildenstein

Früher milliardenschwer, heute in der Insolvenz: Jocelyn Wildenstein. Grund für die finanziellen Probleme der Ex-Frau von Kunsthändler Alec Wildenstein soll vor allem eine fehlerhafte Scheidungsvereinbarung sein. 2,5 Milliarden US-Dollar (2,24 Milliarden Euro) und zwei Gemälde hätte sie zwar bekommen, doch ihr sei wesentlich mehr versprochen worden. Außerdem war eines der Bilder eine Fälschung und das andere konnte nur für einen Bruchteil des Wertes verkauft werden.

Für ihre Finanzen war es aber sicher auch nicht förderlich, dass sie mehr als eine Million Dollar pro Monat ausgegeben haben soll, 5000 US-Dollar (4500 Euro) pro Monat allein für die Telefonrechnung. Als die Ex-Milliardärin 2018 Insolvenz anmeldete, hieß es, dass sie ihr monatliches Einkommen mit null Dollar bezifferte und von 900 US-Dollar (800 Euro), die sie von Freunden, Bekannten und vom Staat bekäme, leben würde.

2
Sean Quinn

Er ging den Weg vom reichsten Mann Irlands zum Mittelmaß: Sean Quinn. Sein Geld hatte der ehemals 2,8 Milliarden US-Dollar (2,5 Milliarden Euro) schwere Geschäftsmann mit Investments in Plastik-, Glas- und Hotelindustrien gemacht. Außerdem war er mit 25 Prozent an der Anglo Irish Bank beteiligt, die nach der Finanzkrise 2008 gerettet werden musste. Es folgten die Übernahme der Bank von der Regierung und Rechtsstreitigkeiten zwischen der Bank und der Quinn-Familie. Am Ende standen für Sean Quinn zwei Milliarden Euro Schulden auf der Rechnung. 2011 hieß es dann, sein Nettovermögen betrage nicht einmal 50.000 britische Pfund (54.000 Euro) und er habe Insolvenz angemeldet.

3
Vijay Mallya

Er liebte den extravaganten Lifestyle, besaß eine Fluglinie, war Milliardär – und verlor am Ende fast alles. Denn um die indische Fluglinie Kingfischer Airlines am Leben zu halten, nahm Vijay Mallya massive Schulden auf sich. Als dann aber die Zahlungen ausblieben, begannen Gläubigerbanken, ihn zu suchen. Mit seinem Diplomatenpass, den Vijay Mallya als Mitglied des indischen Oberhauses besaß, konnte er nach Großbritannien fliehen.

Der Business Standard berichtet, dass der Ex-Milliardär beschuldigt wird, Bankbetrug und Geldwäsche im Wert von etwa 90 Milliarden indischen Rupien (rund 1,1 Milliarden Euro) betrieben zu haben. Außerdem fordern indische Banken mittlerweile rund 1,145 Milliarden britische Pfund (1,24 Milliarden Euro) Schulden von ihm ein.

4
Patricia Kluge

Patricia Kluge war mal das, was man als High-Society-Lady bezeichnen kann. Als sie dann 1981 noch den Milliardär John W. Kluge, seines Zeichens damals der fünftreichste Mann der Welt, heiratete, schien das finanzielle Glück perfekt. Und auch, als sich die beiden scheiden ließen, sah es zunächst nicht schlecht aus für sie, denn sie bekam pro Jahr die stolze Abfindungssumme von einer Million US-Dollar (900.000 Euro) ausgezahlt. Obendrauf gab es auch noch ein Haus.

Und eben jenes Haus wurde für sie zum Knackpunkt: Zunächst war es als Weingut mehr als profitabel, einer der Weine soll sogar auf der Hochzeit von Ex-Präsidententochter Chelsea Clinton serviert worden sein. Als sie jedoch nach der Immobilienkrise weiter in das Weingut investierte, verlor sie alles. 2011 kaufte Donald Trump, der ja nie weit weg zu sein scheint, wenn es ums große Geld geht, das Anwesen für einen Bruchteil seines Wertes. Patricia Kluge musste hingegen 2011 Insolvenz anmelden.

5
Donald Trump

Und da ist er auch schon wieder: US-Präsident Donald Trump. Zugegeben, auch wir haben ihn in dieser Liste nicht erwartet. Er hat zwar auch noch nie persönlich Insolvenz angemeldet, ist aber trotzdem hier dabei, weil schon sechs seiner Unternehmen den Bankrott erklären mussten. Darunter sind drei Casinos, die Insolvenz anmelden mussten, weil zum Beispiel Zahlungen an Anteilseigner wegen schlechter Finanzen nicht mehr gewährleistet waren. Außerdem wurde unter anderem ein Insolvenzantrag für die Trump Hotels und Casino Resorts, die Schulden in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden Euro) hatten, gestellt.

6
Bernard „Bernie" Madoff

Bernard „Bernie“ Madoff ist vor allem bekannt als Anführer des größten Schneeballsystems in der amerikanischen Geschichte, also eines Geschäftsmodells, bei dem Investoren unrealistische Renditen versprochen werden, die nur über die Einlagen neuer Investoren ausgezahlt werden können. Ein System, das zum Scheitern verurteilt ist. 1960 gründete Madoff sein Wall-Street-Unternehmen, Bernard L. Madoff Investment Securities LLC, und war Vorsitzender der US-Börse Nasdaq. Das Ganze ging gut, bis er 2008 aufflog. Denn als er selbst nur 200 bis 300 Millionen US-Dollar (180 bis 270 Millionen Euro) besaß, Investoren insgesamt aber sieben Milliarden US-Dollar (6,28 Milliarden Euro) von ihm zurückverlangten, kam heraus, dass er seine Investoren um 65 Milliarden US-Dollar (58,2 Milliarden Euro) betrogen hatte. Zu den besten Zeiten hielt er selbst 25 Milliarden US-Dollar (22,4 Milliarden Euro) davon.

Er wurde vom US-Finanzministerium wegen Geldwäsche, Betrug, Meineid und Diebstahl angeklagt und erhielt eine Gefängnisstrafe von 150 Jahren. Vor der Inhaftierung verzichtete der ehemalige Superreiche im Rahmen einer Vereinbarung auf den Großteil seines Vermögens.

7
Allen Stanford

Und wieder geht es ums Schneeballsystem: Allen Stanford ist zum einen bekannt für fragwürdige Geschäftspraktiken, zum anderen als Kopf des zweitgrößten Schneeballsystem in der amerikanischen Geschichte. Zwei Milliarden US-Dollar (1,8 Milliarden Euro) soll er selbst angehäuft haben, seine Investoren soll er hingegen um mehr als sieben Milliarden US-Dollar (6,28 Milliarden Euro) gebracht haben. 2012 wurde er in 13 Fällen des Kapitalverbrechens schuldig gesprochen und verbüßt nun eine 110-jährige Haftstrafe.

8
Elizabeth Holmes

Es hatte alles so schön angefangen: Elizabeth Holmes und ihr Bluttest-Unternehmen Theranos galten Anfang der 2000er-Jahre als neuer Stern am Himmel des Silicon Valley. Es ging steil bergauf, fünf Milliarden US-Dollar (4,48 Milliarden Euro) soll die Unternehmerin besessen haben, ihre Firma wurde mit neun Milliarden US-Dollar (acht Milliarden Euro) bewertet. Der Anfang vom Ende kam jedoch, als es 2016 hieß, dass die Bluttests ein Sicherheitsrisiko für Patienten darstellen könnten. Es folgten Gerichtsverfahren, Entlassungen und Anschuldigungen, dass Elizabeth Holmes massiven Betrug begangen habe. 2018 schloss Theranos seine Türen. Das Nettovermögen der Ex-Milliardärin soll derzeit null Dollar betragen.

9
Björgólfur Gudmundsson

Er war einmal der zweitreichste Mann Islands: Björgólfur Gudmundsson. Reich wurde er in der Brauerei-Industrie, außerdem besaß er eine britische Fußballmannschaft. Hauptgrund für seinen Aufstieg und Fall ist aber die isländische Bank Landsbank, bei der er ein wichtiger Anteilseigner war. Nachdem die Bank 2008 Konkurs ging, musste Gudmundsson 2009 Insolvenz anmelden. Sein Antrag auf Konkurseröffnung war damals mit 759 Millionen US-Dollar (680,5 Millionen Euro) Schulden der größte der isländischen Geschichte. Als der ehemalige Milliardär seinen Bankrott erklärte, listete Forbes sein Vermögen von 1,2 Milliarden US-Dollar (eine Milliarde Euro) auf null US-Dollar.

10
Eike Batist

Mit einem Kontostand von sagenhaften 30 Milliarden US-Dollar (26,9 Milliarden Euro) war Eike Batist einmal der reichste Mann Brasiliens und absoluter Hoffnungsträger für die brasilianische Wirtschaft. Sein Reichtum nahm aber ein jähes Ende, als sein Ölunternehmen OGX 2013 pleite ging und er Insolvenz anmelden musste. Zudem stand der Vorwurf im Raum, er habe seine Investoren getäuscht. Mit ihm und seinem Unternehmen rutschte auch die Wirtschaft in Brasilien ab in eine Rezession. 2017 wurde er außerdem wegen Geldwäsche und Korruption angeklagt, 2018 folgte die Verurteilung zu 30 Jahren Haft wegen der Bestechung des Gouverneurs von Rio de Janeiro.

ein Artikel von
Helene Rose
Helene studiert Germanistik und Anglistik/ Amerikanistik in Potsdam. Als Werkstudentin bei ZASTER schreibt sie über das bei Studierenden oft knappe, aber heiß ersehnte Geld.

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