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Lotus mit Effekt

Elektroauto der Superlative für über zwei Millionen Euro

von Moritz Weinstock

Mit dem Evija präsentiert Lotus nicht das Elektroauto der Zukunft, sondern die Superlative moderner Mobilität - für Superreiche. Kostenpunkt: Über zwei Millionen Euro. Dafür ist der Akku aber auch in neun Minuten voll geladen.

„Nur für Superreiche“ steht zwar nicht in den Kaufbedingungen, aber bei einem Preis von 1,7 Millionen Euro (zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer) ist klar, dass der neue Evija von Lotus nicht für den umweltbewussten Durchschnittsbürger gebaut wird. Im Gegenteil, wenn du dir so ein Exemplar der limitierten Edelkarosse sichern willst, dann kannst du dies mit einer Anzahlung von 250.000 Pfund (rund 277.000 Euro) tun.

Es wird Zeit

Denn seit 2008 gibt es keine Neuigkeiten aus dem Stammwerk im britischen Hethel, Norfolk, England. Lediglich die Besitzer des von Krisen und Existenzängsten geplagten Autobauers wechselten stetig. Hauptanteilseigner ist seit einigen Jahren der chinesische Auto-Riese Geely, mit dem neues Geld und rund 200 neue Ingenieure kamen.

Der gibt nun im wahrsten Sinne des Wortes Vollgas und baut ab 2020 den Evija, der nahezu jedes derzeit auf dem Markt erhältliche Superauto in den Schatten stellt. Die harten Fakten:

  • Leistung: 2000 PS aus vier je 500 PS starken Elektromotoren, die direkt an jeder Achse sitzen, folglich Allradantrieb
  • Topspeed: 320 Km/h, von 0 auf 100 in unter 3 Sekunden, 0 bis 300 in 9 Sekunden!
  • Gewicht: knapp 1700 Kg leicht, möglich gemacht durch Chassis aus Carbon
  • Reichweite: 400 Km bei moderater Fahrweise (vermutlich Richtgeschwindigkeit von 130 Km/h)
  • Ladezeit: 9 Minuten bei Verwendung von 800 Kw Superladestation, 18 Minuten bei gewöhnlicher 350 Kw Ladestation
© Lotus
Der Lotus Evija ist insofern ein echter Lotus, als er auf elegante Weise atemberaubende ästhetische Formen mit raffinierten technischen Lösungen in Einklang bringt, um ein schönes Auto mit innovativen Designmerkmalen zu schaffen. Es wird unsere Marke auf der globalen Automobilbühne wieder etablieren und den Weg für weitere visionäre Modelle ebnen.
Russel Carr - Design Director, Lotus
© Lotus

Mehr als hübsch

Und auch sonst trumpft der auf 130 Stück limitierte Supersportwagen nur so mit technischen Raffinessen auf. Statt sperrige Spiegel zu verbauen, setzt Lotus auf ausfahrbare Kameras, die dem Fahrer auf internen Displays anzeigen, wo sich der Verfolger befindet. Und damit es trotz niedriger Sitzposition in den Schalensitzen nicht an ausreichender Rundumsicht fehlt, wurde zudem eine ebenfalls ausfahrbare Dachkamera installiert. Die großen Lufteinlässe dienen nicht nur der Kampfjet-ähnlichen Optik. Sie sorgen für jede Menge Abtrieb, der notwendig ist, um bei Geschwindigkeiten jenseits der 250 Km/h nicht abzuheben.

© Lotus

Die Produktion soll aller Voraussicht nach im kommenden Jahr anrollen. Ob die Leistungswerte dann genau so hoch ausfallen, wie angekündigt, bleibt abzuwarten. Lotus hat sich mit dem Evija weit aus dem Fenster gelehnt und muss nun liefern. Dabei wird sich manch einer ganz grundsätzlich die Frage stellen: Wer braucht sowas?

Fakt ist: Mit dem neuen Hypercar setzt Lotus neue Maßstäbe. Gut so! Und gedanklich haben wir übrigens schon längst angezahlt, du auch?

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Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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