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Wie es mit Jordan Belfort weiter ging

Was wurde aus dem echten „Wolf of Wall Street“ Jordan Belfort?

von Anton Kleihues

Leonardo DiCaprios Darstellung des Börsenschwindlers Jordan Belfort in „Wolf of Wall Street“ erlangte schnell Kult-Status. Doch wie ging es mit dem echten Belfort eigentlich weiter?

Die Schattenseiten des Erfolgs

Die Geschichte des jungen, ehrgeizigen Emporkömmlings, der an der Wall Street in kürzester Zeit (durch illegale Machenschaften) steinreich wird und nur noch in Saus und Braus lebt, kann wohl ausschließlich an der Wall Street geschrieben werden. Vielen jungen Männern ist das Leben, das Jordan Belfort lebte, ein Vorbild. Das viele Geld, der Luxus, der Spaß und die Beliebtheit bei wunderschönen Frauen müssen allerdings immer wieder dem heftigen Drogenmissbrauch, dem riesigen Lügennetz und dem Betrug vermeintlicher Freunde gegenübergestellt werden.

Der Film zeigt die schwierigen Zeiten des Jordan Belfort nicht in vollen Zügen. Nachdem er sich 1999 der Geldwäsche und des Wertpapierbetrugs schuldig bekannt hatte, schmorte er ab 2003 fast zwei Jahre im Gefängnis. Was steckt in diesem Mann? Wie ging alles los? Und was passierte eigentlich, nachdem Jordan aus dem Gefängnis kam?

Jordan Belfort, der Überlebenskünstler

Am 9. Juli 1962 in New York City geboren, bewies sich der junge Jordan früh als Verkäufertalent. In den 1980er Jahren betrieb er ein Fleisch- und Fischgeschäft. Nachdem diese Firma pleite ging, begann Belfort 1987 mit dem Verkauf von Aktien. 1989 machte er sich mit seinem eigenen Unternehmen Stratton Oakmont selbstständig. Das Unternehmen verdiente illegal Millionen und betrog seine Investoren. Die Securities Exchange Commission begann 1992 zu investigieren und zu versuchen, das Unternehmen zu stoppen. 1999 gab es dann kein Entrinnen mehr: Belfort bekannte sich schuldig und kooperierte mit den Behörden. 2003 wurde er mit einer Haftstrafe von vier Jahren hinter Gitter gesteckt, von denen er allerdings nur 22 Monate absolvierte. Im Gefängnis lernte er Tommy Chong kennen, der ihn dazu motivierte, seine Lebensgeschichte in Buchform zu veröffentlichen. 2008 tat er dies und schaffte es sowohl mit dem Buch als auch mit dem Film, der 2013 heraus kam, einen Kassenschlager zu landen.

„Wenn man sich nicht an alle Regeln hält“

Den Anlegern von Stratton Oakmont war bis zu seiner Verhaftung und der Zerschlagung des Unternehmens ein Schaden von über 200 Millionen US-Dollar entstanden. Dass Belfort mit dem FBI zusammen gearbeitet hatte, wirkte sich zwar stark strafmildernd aus, das Gericht verdonnerte ihn 2003 dennoch dazu, insgesamt rund 110 Millionen US-Dollar an 1513 Geschädigte zurückzuzahlen. Bis 2013 waren davon nur rund 11,5 Millionen US-Dollar beglichen. Darunter der Bärenanteil von mehr als 10 Millionen US-Dollar aus beschlagnahmten Grundstücken. Nachdem auch bis November 2018 mit 12,8 Millionen US-Dollar lediglich ein Bruchteil des Geldes zurückgezahlt worden war, hatte ein Gericht die Verpfändung von 100 Prozent der Beteiligung Belforts an einem privaten Unternehmen namens Delos Living genehmigt. Der Betrüger wehrte sich zwar dagegen, hatte aber keinen Erfolg. Wie er einst bereits der New York Post gesagt hatte:

Es ist einfacher, schnell reich zu werden, wenn man sich nicht an die Regeln hält.
Jordan Belfort

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