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Deutsche Haushalte

Ist der Anstieg der Vermögen gerecht?

von León Dreher

Geld wächst bekanntlich nicht auf Bäumen und einen Goldesel gibt es leider auch nur im Märchen. Eins ist aber Fakt: Private Haushalte in Deutschland haben immer mehr Geld zum Ausgeben. Allerdings, so richtig profitieren nur gewisse Teile der Bevölkerung.

Deutsche werden immer reicher

Seit 2010 untersuchte die Bundesbank bereits zweimal die Vermögen deutscher Bürger. An der dritten und aktuellen Befragung im Jahr 2017 nahmen etwa 5.000 Haushalte (ca. 10.000 Personen) teil. Eindeutiger Trend: es geht aufwärts. Doch wie in wohl fast jeder Studie täuschen auch hier die aktuellen Zahlen ein wenig:

  • Median Nettovermögen (abzüglich Schulden): 70.800 Euro
  • Durchschnittliches Nettovermögen: 232.800 Euro

Das durchschnittliche Vermögen ist deswegen so hoch, weil die Gruppe an Haushalten mit besonders hohem Vermögen den Durchschnitt stark nach oben zieht. Der Median ist damit (puh!) der realistischere Wert. Er spiegelt genau die Mitte der Verteilung wieder. Sprich, die Hälfte der befragten Haushalte liegen mit ihrem Vermögen über 70.800 Euro, und die andere Hälfte drunter.

Aktien und Immobilien for the win

Wie ist der aufsteigende Trend zu erklären? Erst einmal natürlich durch die hervorragende konjunkturelle Lage Deutschlands, so eine Sprecherin der Bundesbank. Dazu kommt ein generell über alle Haushaltsgruppen hinweg steigendes Einkommen. Einen großen Anteil daran steuerten vor allem Immobilienbesitzer bei, die von höheren Miet- und Immobilienpreisen profitierten durften. Aus einer ähnlichen Blase dürften wohl die Menschen kommen, die ihr Vermögen mit Aktienhandel stetig vermehren. Dank steigender Kurse trug der Handel am Aktienmarkt ebenfalls stark zum gesamten Bevölkerungstrend bei.

Ungerechte Verteilung

Traurig, aber keine Überraschung – die reichsten 10 Prozent besitzen zusammen über die Hälfte (55 Prozent) des Nettovermögens aller befragten Haushalte, während die untere Hälfte der Vermögensverteilung lediglich drei Prozent ausmachen. Auch zwischen Ost und West gibt es krasse Unterschiede:

  • Median Nettovermögen Ost: 23.400 Euro
  • Median Nettovermögen West: 92.500 Euro

Das Vermögen ist damit im Westen knapp viermal (!) so hoch als in den neuen Bundesländern (Brandenburg, MV, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen).

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León Dreher
León Dreher

Studiert Philosophie und Wirtschaft in Bayreuth. Hat gemerkt, dass dort nur einmal im Jahr zur Eröffnung der Festspiele die Post abgeht und sich für den Moment nach Berlin zu ZASTER abgesetzt. Fun Fact: Rugby is life.

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