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Angeblich 120.000 US-Dollar

Wie ein 23-Jähriger mit dem Verkauf von Instagram Accounts Geld verdient

von Christoph Masurek

Ein 23-Jähriger hat einen digitalen Marktplatz für Instagram Accounts ins Leben gerufen – und soll damit laut marketwatch.com bereits rund 120.000 US-Dollar verdient haben. ZASTER erklärt das Geschäft und seine Legalität.

Das Geschäftsmodell des 23-Jährigen Ramy Halloun aus Israel erinnert entfernt an Praktiken der Immobilien-Branche: Eine heruntergekommene Wohnung kaufen, sanieren und anschließend teuer verkaufen. Nach dem Prinzip erstellt er Kanäle auf Instagram, baut eine Reichweite auf, um sie anschließend wieder teuer zu verkaufen – obwohl dies laut der AGB von Instagram strikt verboten ist.

Der Preis für Follower

Auf seiner Webseite toofame.com bietet er Instagram Accounts samt tausender Follower an. Die Besonderheit: Er behauptet, mit allen Profilen eine hochwertige Gefolgschaft aufgebaut zu haben. Es handele sich also nicht um Accounts mit gekauften Fake-Abonnenten, sondern um reale Instagram Nutzer.

Der Kostenpunkt für einen Account variiert je nach Reichweite. Für einen Account mit 10.000 Followern werden 210 US-Dollar fällig; der Preis für 1400 Abonnenten liegt dagegen bei nur 75 US-Dollar.

Nach Kaufabschluss übermittelt toofame die Zugangsdaten und der Abnehmer kann den Account in Folge nutzen, um Werbung für einen bestehenden Kanal zu machen oder eben den neuen Account nach seinen Wünschen zu gestalten. Das Publikum hat er zumindest sicher.

Darüber hinaus kannst du auch deinen eigenen Account verkaufen. Die Voraussetzungen: mindestens 5000 Follower, keine gekauften Abonnenten und keine Meldungen von Instagram.

Derzeit werden 24 Accounts mit inhaltlichen Schwerpunkten auf Autos, Hunden, Fitness oder TV-Sendungen angeboten. Die thematischen Kanäle böten sich für den Aufbau eines reichweitenstarken Instagram-Kanals am besten an, so Halloun.

Das Hobby zum Beruf gemacht

Auf die Geschäftsidee wurde Halloun durch einen Zufall aufmerksam. Aus Spaß an der Freude arbeitete er vor fünf Jahren an einem Instagram-Kanal mit dem Schwerpunkt Mode. Nachdem sein Account wuchs, bot ihm ein Interessent 30 US-Dollar für sein Profil an. So entstand die Idee für einen Shop von Instagram-Kanälen.

Seit 2014 existiert das Verkaufsportal und hat laut eigenen Angaben bereits erfolgreich über 1000 Kanäle vertrieben. Im Interview mit marketwatch.com beteuert der Gründer, bereits über 120.000 US-Dollar verdient zu haben. Inwiefern diese Summe bei der Qualität des Angebots stimmt, bleibt fraglich. Genauso fraglich ist die mittelfristige Zukunft des Unternehmens, dessen Geschäftsmodell gegen die AGBs des Netzwerks verstößt.

Auf ZASTER-Nachfrage erklärt der Kundendienst von toofamous.com, dass es in der Vergangenheit beim Verkauf von Accounts noch nie Probleme mit Instagram gegeben hätte. Weiter wird sogar behauptet, dass das Geschäft in jedem Land der Welt legal sei. Die deutschen Richtlinien von Instagram hingegen sprechen eine klare und andere Sprache:

Du darfst nicht versuchen, irgendeinen Teil deines Kontos (einschließlich deines Benutzernamens) zu kaufen, zu verkaufen oder zu übertragen oder Anmeldedaten oder Abzeichen von anderen Nutzern/Nutzerinnen zu erbitten, zu erfassen oder zu nutzen.
Instagram AGB

Fazit

Von einem Kauf oder Verkauf eines Instagram-Kanals rät dir ZASTER dringend ab. Der Verstoß gegen die Richtlinien von Instagram kann nicht nur eine Blockierung nach sich ziehen, sondern im Zweifel auch rechtliche Schritte mit sich bringen und das kann dich viel Geld kosten. Geld, das in eine neue Kamera für deinen Instagram-Account sicher besser investiert wäre...

ein Artikel von
Christoph Masurek
Christoph Masurek
Christoph studiert Politikwissenschaften in Wien und sucht noch immer vergeblich nach der Geschäftsidee, die sein Leben sowohl erleichtert als auch bereichert.

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