Weltfrauentag

Diese finanziellen Nachteile haben Frauen heute wirklich

von Isabella Müller-Reinhardt

Männer, wir müssen reden. Ich fühle mich diskriminiert. Nein, nicht wegen meines Doppelnamens. Sondern weil ich eine Frau bin.

Ich möchte kurz klarstellen, ich bin sehr gerne Frau und will das auch weiterhin sein, aber bitte zu euren Preisen. Die einen nennen es „Pink Tax“ oder Gender Pricing, ich nenne es Frechheit! Wir wunderschönen, geistreichen Geschöpfe werden nämlich nach Strich und Faden verarscht. Glaubt ihr nicht?

Beispiele, bei denen Frauen finanziell klar im Nachteil sind:

1
Job

Wenig überraschend, fast schon Gesetz. Aber eine riesen Sauerei! Frauen verdienen in Deutschland noch immer 21% weniger als Männer. Besonders peinlich ist, dass Deutschland mit diesen Zahlen im EU-Vergleich auf Platz 26 liegt. Nur in Estland und Tschechien wird „unsere“ Arbeit noch geringer geschätzt und entlohnt. Und das lustigste an dieser traurigen Statistik ist, dass im Macho-Land schlechthin, Italien, die Gehaltsunterschiede am kleinsten sind. Moment mal, ist Italien vielleicht deswegen so pleite?

2
Reinigung

Bluse = Hemd. Mit dem gewaltigen Unterschied, dass DIE Bluse einen weiblichen Artikel trägt und daher in der Reinigung durchschnittlich 1,80 Euro mehr kostet.


Und das verrückteste ist, dass DIE Bluse meistens sogar kleiner ist, sprich aus weniger Stoff besteht. Geht’s noch?

3
Rasier-Zeugs

Zusammensetzung und Inhaltsstoffe sind nahezu identisch! Dennoch zahlen Frauen im Schnitt 38% mehr für Klingen, Schaum und Gel. Warum? Weil die Produkte rosa oder pink statt blau verpackt sind und weil wir Frauen es mit uns machen lassen! Und damit wir das nicht merken, stehen die Herrenprodukte in Drogeriemärkten auch weit genug weg in anderen Regalen. In Zukunft heißt es also, Stoppel oder dunkelblau!

4
Friseur

Waschen, schneiden, föhnen. Für viele Ladies ein wahres Vergnügen, aber bei der Rechnung hört der Spaß dann auf. Damen blechen in der Regel 12,50 Euro mehr als Herren. Und wir reden jetzt nicht von Walla-Walla-Mähne, sondern von einem Kurzhaarschnitt. Jetzt sehen manche Weiber schon aus wie Typen, müssen dafür aber trotzdem mehr zahlen ...

5
Düfte

Ok, ich glaub wir sind uns einig, das Zeug stinkt in jeder Farbe aber trotzdem wollen Mexx 57% und Bruno Banani 25% mehr für das Eau de Toilette für Damen als für die genauso schlecht riechende Herrenvariante.

6
Private Krankenversicherung

Hier hat sich immerhin etwas getan. Seit 2012 sind sogenannte Unisex-Tarife Pflicht. Blöd nur, dass Mann vergessen hat, Frauen darüber ausreichend zu informieren. Wer also noch so nen ollen Frauen-Vertrag hat, sollte dringend mal die Hotline anrufen!

7
Kindersachen

Und damit wir uns früh genug an diesen ganzen Irrsinn gewöhnen, werden schon die Kleinsten abgezockt. Da kostet das rosa Kinderschaumbad für Prinzessinnen 2,95 Euro das blaue Pendant für Saubären nur 1,75 Euro. Gleicher Hersteller!

Aber zum Schluss noch eine gute Nachricht: Wir haben auch Vorteile!

In Swingerclubs zahlen wir oftmals nur 10 Euro, während Männer dort gute 70 Euro Eintritt hinblättern müssen und in so manch anderem erotischen Etablissement kriegen wir sogar dienstags ein Freigetränk. Ist das nicht toll?

ein Artikel von
Isabella Müller-Reinhardt
Isabella Müller-Reinhardt

Die in Madrid aufgewachsene Münchnerin arbeitet seit mittlerweile mehr als zwanzig Jahren als Sportmoderatorin für verschiedene deutsche und englische Fernsehsender. Zu den Stationen Müller-Reinhardts zählen unter anderem ARD, ITV, Sport1, Sky und Arena. Zudem plaudert sie in einem Podcast über „Weiberkram“ und schreibt diverse Sportkolumnen.

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