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Aus erster Pfote bzw. Hand:

So viel kostet dich ein Hund im Jahr

Für seinen besten Freund (beziehungsweise seine beste Freundin) greift Mensch auch gerne mal etwas tiefer in die Tasche. Ein Bericht aus erster Pfote… ääähhh … Hand!

Hey, ich bin Martha, eine dreijährige Mischlingshündin aus Berlin. Die meiste Zeit verbringe ich mit Fressen und Schlafen, wie vermutlich die meisten Hunde. Außerdem würde ich mich ganz und gar nicht als verwöhnt bezeichnen, ich bin eine bescheidene Neuköllner Zufallsmischung. Mein emotionaler Wert ist selbstredend unbezahlbar, aber ich habe mich für euch mal auf die nackten Zahlen gestürzt und überschlagen, was ich mein Frauchen eigentlich so koste. Mit allem drum und dran.

Gut, ich bin kein Rassehund, das hat die Sache etwas günstiger gemacht, denke ich mal. Namhafte Züchtungen wechseln ja gerne mal für einen vierstelligen Betrag die Besitzer; so viel konnte man für mich nicht verlangen. Aber auch ich brauche Futter, muss mal zum Tierarzt, fahre mit in den Urlaub (oder auch nicht) und habe sogar mal Miete gezahlt. Ich zahle zudem Steuern und bin ordnungsgemäß versichert. Falls du dich also schon länger mit dem Gedanken trägst, dir einen Hund zuzulegen, habe ich wenigstens finanziell eindeutige Antworten auf deine Fragen. Und ich kenne mich aus!

Anschaffungskosten

Wer sich ein Haustier zulegt, braucht einiges an Equipment. Es muss kein Korb voller Spielzeug sein, aber einige Dinge sind unerläßlich, wenn du dir einen Hund zulegst. Was das in meinem Fall war und wie viel es gekostet hat, verrate ich dir jetzt mal:

350 Euro – Da wäre erst mal ich. Ich habe immerhin so viel gekostet. Das waren ungefähr die Kosten, die für mich von Geburt bis zum Besitzerwechsel in fünf Monaten angefallen sind und sie beinhalten auch erste Tierarztkosten, Futter und Materialaufwand.

50 Euro – So viel hat mein Körbchen gekostet. Im Nachhinein hätte es auch einfach ein Kissen getan, weil es mir im Endeffekt egal ist, worauf ich liege. Aber das konnte man ja nicht ahnen.

60 Euro – Wir sind viel mit dem Rad unterwegs. Weil ich nicht so schnell rennen kann, musste also ein Korb her, in den ich mit meinen elf Kilo auch gut hineinpasse. Voilà und schon waren wir um 60 Euro leichter.

20 Euro – Ich kann ja schlecht vom Boden essen, oder? Na gut, essen vielleicht schon, aber trinken nicht. Und damit das alles gut aussieht, mussten zwei schlichte, aber schöne Näpfe her.

40 Euro – Am ersten Tag bin ich erst mal abgehauen ... ich hatte keine Lust auf neue Besitzer. Mit einer neuen Leine und einem ordentlichen Halsband war damit dann Schluss. Und weglaufen würde ich inzwischen ganz bestimmt nicht mehr.

140 Euro – Die Basics wurden mir eingeimpft, aber ich musste noch gechipt werden, eine Kur erhalten und eine letzte Charge Impfungen über mich ergehen lassen. Aua, das tat auch finanziell ein bisschen weh.

Insgesamt habe ich also schon 660 Euro gekostet, bevor ich überhaupt wirklich eine Pfote in mein neues Zuhause gesetzt habe. Ups.

Hundeschule

Meine kurze Karriere bei der Hundeschule führe ich hier mal gesondert auf, weil es ja im Prinzip nichts ist, was man unbedigt machen muss. Aber ich würde es schon empfehlen, woher sollen wir auch alles wissen und ich sage es mal so: Lieber einmal die Hundeschule bezahlt als dauernd für zerkaute und zerstörte Gegenstände aufzukommen, oder?

140 Euro – Im Welpentreff habe ich die Basics gelernt (Sitz! Platz! Aus!) und außerdem Erfahrung im Umgang mit Artgenossen gesammelt. Geschadet hat es nicht, ich bin ziemlich umgänglich und höre aufs Wort.

Laufende Kosten

Wer jetzt denkt, dass wir uns langsam dem Ende nähern, dem sei gesagt: Nö. So wie du, muss ich schließlich auch essen, ich stehe oft genug im Weg und biete eine perfekte Stolperfalle und auch der Fiskus möchte ein Stückchen Martha.

10 bzw. 120 Euro – Die Hundesteuer beträgt in Berlin zehn Euro im Monat für den ersten Hund. Für den zweiten werden 180 Euro pro Jahr fällig. Je nach Stadt variieren die Preise und liegen zwischen 90 und 160 Euro. Größe und Rasse ist hierbei übrigens egal. Lediglich für Listenhunde (also als potentiell gefährlich eingestufte Rassen), musst du in manchen Gemeinden mit bis zu 1000 Euro im Jahr rechnen. Am besten, du schaust auf eine Rechentabelle.

4,5 beziehungsweise 55 Euro – In einigen Bundesländern ist eine Haftpflicht für Hunde Pflicht. Aber auch, wenn dies nicht der Fall ist, würde ich es dir empfehlen. Du bist schon mit etwa fünf Euro im Monat dabei und ich sage dir: die Leute stolpern dauernd über mich oder meine Leine. Und schneller als du denkst, ist der Schaden mal größer.

108 Euro – Beim Thema Essen bin ich nicht wählerisch. Da tut es auch mal ein altes Brötchen auf dem Gehweg – wenn niemand guckt, natürlich. Daheim hängt die Latte höher, was das Menü angeht, aber es bewegt sich im Rahmen. Für vier Kilo meines Futters, das etwa zwei Monate hält, werden 18 Euro fällig. Macht auf das Jahr verteilt immerhin 108 Euro. Aber wie immer gilt: Sky is the limit! Wenn du also 200 Euro im Monat in Hundefutter investieren willst: Yolo.

40 bis 80 Euro – Auch ich brauche mal einen neuen Haarschnitt und es schadet auch nichts, meine Krallen mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Einmal waschen, schneiden, legen kostet für meine Größe etwa 40 Euro. Diesen Luxus gönne ich mir ein bis zwei Mal pro Jahr.

So koste ich im Jahr etwa 365 Euro. Dafür ist hier fast alles mit drin, außer die Tierarztkosten, dazu kommen wir aber noch. Wait for it!

Tierarzt

80 bis 90 Euro – Wenn alles in Butter ist und ich mich nicht verletze oder krank werde, bin ich gar nicht so kostenintensiv, was das Thema Gesundheit angeht. Hier eine Impfung, da eine Wurmkur, fertig. Das kostet zwischen 80 und 90 Euro alle eineinhalb bis zwei Jahre. Ich bin ein robuster Mischling, es gibt aber Kollegen, deren Rassen schon bekannte Zipperlein haben. Hier lohnt es sich, über eine spezielle Krankenversicherung für Hunde nachzudenken, die die Tierarztkosten erstattet. Das kostet rund 50 Euro im Monat. Wenn aber alles soweit in Butter ist (wie bei mir, ha), ist es wirklich nicht nötig.

400 Euro – Ich bin kein Zuchthund, daher wurde ich sterilisiert. Das ist teuer, aber: Es schützt mich vor anderen Krankheiten und Welpen sind auch nicht gerade billig.

Macht 490 Euro insgesamt – Die ersten zwei Jahre habe ich hier also einiges abverlangt. Dafür ist dann ja erst mal Ruhe im Karton.

Urlaub (mal mit, mal ohne mich!)

Jetzt kommt ein kleiner Fun-Fact: Urlaub kostet immer extra! Na gut, in 90 Prozent der Fälle. Egal, ob ich dabei bin oder nicht. Warum? Wenn ich mitkomme werden im Schnitt 10 Euro extra pro Hotelzimmer bzw. Unterkunft fällig. Bleibe ich zuhause hast du entweder das Glück, mich kostenfrei über zwei Wochen bei Freunden zu parken oder du gibst mich in eine Hundepension. Das kann gerne bis 50 Euro pro Tag kosten. Wären bei einem zweiwöchigen Urlaub (ohne Rabatt) immerhin 700 Euro. Wenn ich mal nicht mit zur Arbeit kann, werden außerdem 15 Euro pro Tag für die Hundesitterin fällig. Macht im Monat etwa 150 Euro!

Zum Glück habe ich so viele Verehrer und Verehrerrinnen, dass ich bei längeren Urlauben immer bei Bekannten unterkommen kann. Puh!

1.000 Euro – So viel wird auf das Jahr gerechnet durch Hundesitterin und Kuztrips aber locker fällig.

Fazit

Ja, wir Hunde sind süß und lieb und machen Spaß. Vor allem ich. Aber: Wir kosten auch Geld – und das nicht nur, wenn wir krank sind. Rechne also alles mal gut durch, bevor die finale Entscheidung fällt. Wert sind wir es allemal, aber es hat ja niemand etwas davon, wenn du dich in den Ruin treibst, oder?

Das faboulus Life of Martha aka mein Dasein kostet etwa 2.745 Euro im Jahr und ich glaube, diese Summe behalte ich mal lieber für mich – nicht, dass ich noch im nächsten Tierheim lande! Wenn du mehr aus meinem Leben erfahren willst, dann folge mir doch einfach auf Instagram!

ein Artikel von
ZASTER Redaktion
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