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Wer parkt muss einkaufen

Falschparken bei Lidl kann nun 25 Euro kosten

von Christoph Masurek

Mittels Sensoren wird die Parkzeit bei einigen Supermärkten und Discountern wie beispielsweise Lidl neuerdings aufgezeichnet. Wer seinen Wagen länger als 60 Minuten stehen lässt, muss zahlen. In einigen deutschen Städten wie Hamburg und Duisburg wird das System bereits eingesetzt.

Um Falsch- und Langzeitparker künftig von den eigenen Kundenparkplätzen fernzuhalten, hat sich der Lebensmitteldiscounter Lidl für ein neues System zur Kontrolle der Parkkapazitäten entschieden. Auf dem Parkplatz weisen Schilder die Fahrer daraufhin, dass ihnen 60 Minuten freie Parkzeit zusteht – danach wird es teuer.

Zwar war die Parkzeit auf Kundenparkplätzen schon immer limitiert, doch deren Überwachung bisher lasch und wenig effektiv. Künftig übernimmt eine Technologie die Arbeit der Supermarkt-Belegschaft und kontrolliert, wie lange ein Parkplatz bereits von einem Wagen benutzt wird. So wird das analoge Prinzip der Parkscheibe abgelöst.

Datenschutz inklusive

Dahinter steckt das Düsseldorfer Unternehmen Safe Place, das versichert, keine Daten wie die Automarke oder das Kennzeichen zu registrieren. Es würde lediglich die Parkzeit aufgezeichnet werden, um die knappe Ressource: Parkplatz fair zu verteilen. Des Weiteren sei ihr Angebot auch ein Service für die Kunden. Künftig müsse man nicht mehr auf nervige Parkscheiben achten und kann sich stattdessen bequem dem Einkauf widmen.

Außerdem: Wer mit dem Kassenbon beweisen kann, dass er einfach länger als 60 Minuten für seinen Einkauf benötigt hat, bekommt die Gebühr erstattet.

25 Euro Strafe

Bei einem Verstoß gegen die kostenfreie Parkzeit werden Mitarbeiter der Filiale elektronisch auf das Vergehen aufmerksam gemacht. Danach liegt es in der Hand des Supermarkt-Betreibers, wann er einen seiner Mitarbeiter herausschickt, um das Knöllchen zu verteilen.

Daraus resultiert eine Karenzzeit. Es wird also nicht pünktlich nach 60 Minuten zur Kasse gebeten, sondern individuell entschieden, wann gegen die Missachtung der Kurzparkregel vorgegangen wird.

Das Überziehen der Parkdauer kostet 19,90 Euro, dazu kommt eine Bearbeitungspauschale von 4,90 Euro. Die Kosten können dann über die Webseite von Safe Space bezahlt werden. Laut dieser orientiert sich die Höhe der Strafgebühren an die Kosten beim Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung.

Service oder Strafe

Über das neue System gehen die Meinungen auseinander: Während Befürworter den knappen Parkraum fair verteilen wollen, wittern Gegner ein kundenunfreundliches Abzock-Modell.

Tatsächlich möchten die Betreiber den Händlern mehr Kontrolle über ihren Parkraum ermöglichen – und dabei ihre Kunden nicht außer Acht lassen: Anträge auf Parkverlängerungen sollen in Zukunft per SMS ermöglicht werden und die Verpachtung von Parkplätzen auch am Wochenende profitabel gestaltet werden.

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Christoph Masurek
Christoph Masurek
Christoph studiert Politikwissenschaften in Wien und sucht noch immer vergeblich nach der Geschäftsidee, die sein Leben sowohl erleichtert als auch bereichert.

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