Strom sparen

Entlarvt: Die gierigsten Stromfresser in deiner Wohnung

von Nils Matthiesen

Die Strompreise steigen und steigen. Die Kontrolle über diese Kosten fällt schwer. Weißt du überhaupt, was es kostet, wenn du dein Smartphone auflädst oder dir eine Pizza in den Ofen schiebst? Und noch viel wichtiger: Wie du deine Energiekosten effektiv senkst?

Strom und Energie sind teuer – insbesondere in Deutschland. Aktuell kostet die Kilowattstunde im Schnitt 29,4 Cent. Und es wird nicht besser: Das dritte Mal in Folge erhöhen die Anbieter dieses Jahr die Preise und steuern damit auf ein neues Allzeithoch zu. Faktoren wie Energiewende und der geplante Ausstieg aus der Atomkraft tragen einen großen Teil dazu bei.

Bequemlichkeit ist teuer

Doch was will du machen? Smartphone seltener aufladen, Unterhosen nicht mehr waschen oder nicht mehr staubsaugen? Schwierig. Hilfreicher ist da schon eher ein Gefühl dafür zu bekommen, was bestimmte Dinge kosten. Die Energieeffizienzklassen, die auf fast allen Elektrogeräten pappen, sind dabei allerdings wenig hilfreich. Denn diese liefern keine konkreten Infos zum Stromverbrauch, sondern nur, wie gut das Gerät im Vergleich zu anderen abschneidet. Vor allem aber nach dem Kauf ist der Stromverbrauch vieler Geräte kaum nachvollziehbar. Hinweise liefert allenfalls die Stromrechnung. Rückschlüsse auf den Stromverbrauch einzelner Verbraucher liefert die aber auch nicht. Bleibt nur der Einsatz eines Strommessgeräts. Dafür bieten sich smarte Lösungen wie die FRITZ!DECT 200 an. Der clevere Zwischenstecker schaltet nicht nur Lampen und Elektrogeräte zu bestimmten Zeitpunkten an und aus. Überdies misst die Steckdose permanent den Energieverbrauch angedockter Geräte, bereitet die Infos in der Fritz Box-Oberfläche grafisch auf und erstellt ein Kostenprofil.

Smartphone aufladen kostet 86 Cent – pro Jahr

Damit du auch ohne so ein Gadget ein Gefühl für Stromkosten entwickeln, hier einige Beispiele, was bestimmte Geräte für Stromkosten erzeugen.

Unterhaltung & IT

  • Täglich iPhone aufladen: Rund 86 Cent pro Jahr
  • Täglich Macbook Air, 2 Stunden aufladen: Rund 0.01 Cent
  • LCD-TV (100 Watt): Eine Stunde Fernsehen rund 3 Cent

Küche

  • Backofen (2.000 Watt): eine Stunde backen rund 59 Cent
  • Herd (1.000 Watt): eine Stunde kochen rund 29 Cent
  • Geschirrspüler: ein Durchgang im Eco-Programm rund 47 Cent
  • Sparsamer Kühlschrank inklusive Gefrierfach: pro Tag rund 21 Cent

Waschen & Putzen

  • Staubsauger mit 2.400 Watt: Eine Stunde saugen rund 71 Cent
  • Moderner Trockner mit Wärmepumpe: Pro Durchgang rund 44 Cent
  • Waschmaschine 90 Grad: Pro Durchgang rund 50 Cent

Licht

  • Klassische Glühbirne mit 100 Watt: Fünf Stunden, rund 12,5 Cent.
  • Energiesparlampe mit 15 Watt: Fünf Stunden, rund 2 Cent.

Tipp: Kennst du die Leistung eines Geräts in Watt, findest du auf dieser Internetseite eine einfache Möglichkeit, die Stromkosten zu berechnen.

5 Tipps, die deine Stromrechnung verringern

Nur wenn du genau weißt, wo in deiner Wohnung am meisten Energie verschwendet wirst, kannst du dagegen vorgehen. Hier die besten Tipps.

  1. Im Wohnzimmer: Vermeide ein Heimkino im Bereitschaftsbetrieb. Fernseher, Receiver und Blu-ray-Player verbrauchen im Standby-Modus viel Strom. Mit einer Steckdosenleiste drehst du den heimlichen Stromfressern bei Nichtgebrauch den Saft ab. Den Geräten schadet das nicht.
  2. In der Küche: Nie ohne Deckel kochen – ansonsten verbrauchst du dreimal so viel Strom. Und beim Backen am besten den Ofen 10 Minuten vor Ende der Backzeit einfach ausschalten – die Temperatur bleibt trotzdem nahezu konstant.
  3. In der Küche 2: Kühlschränke laufen rund um die Uhr, deswegen gehören sie zu den größten Stromfressern. Viele haben ihn zu kalt eingestellt. Tipp: Regle die Temperatur auf 7 °C (Tiefkühltruhe -18 °C). Das stellt den besten Kompromiss aus Effizienz und Frische dar.
  4. Alte Geräte: Haben Kühlschrank, Gefrierschrank, Geschirrspüler, Waschmaschine oder Trockner bereits 15 Jahre oder mehr auf dem Buckel, amortisiert sich eine Neuanschaffung durch besonders energiesparende Geräte bereits nach wenigen Jahren.
  5. Ungenutzte Ladegeräte: Ladegeräte verbrauchen im Schnitt 0,26 Watt. Das macht pro Jahr zwar nur rund 2 kWh, also etwa 65 Cent. Wenn du aber mehrere Smartphones, Tablets, Dect-Telefone, elektrische Zahnbürsten usw. im Einsatz hat, summiert sich das Ganze. Also bei Nichtgebrauch am besten abstöpseln. Wichtig: Nicht alle Ladegeräte sind betroffen. Mach den Handauflegetest. Ist das Ladegerät warm, selbst wenn es nicht auflädt, zieht es unnötiger Weise Strom.

Lesetipp: Weitere wertvolle Stromspartipps findest du auf der Seite der Initiative EnergieEffizienz.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen

Nils ist Journalist sowie Texter und beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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