Wie viel verdient eigentlich ...

... ein Taxifahrer?

von Franziska Zimmerer

57 Prozent der Deutschen finden die Taxi-Preise zu hoch, Taxi-Fahrer klagen hingegen über die miese Bezahlung. Was ist dran an der auseinandergehenden Wahrnehmung?

Es gibt große Unterschiede in Sachen Taxi-Preise in der Bundesrepublik. Während in Bochum mit 1,70 Euro pro Kilometer der Fahrpreis sehr günstig ist, verlangen Taxi-Fahrer in Kassel satte 3,80 Euro. Die Großstädte Frankfurt, München, Köln und Berlin bewegen sich alle mit zwischen 1,75 und 2,00 Euro pro gefahrenem Kilometer im Mittelfeld.

Doch diese Preise haben wenig damit zu tun, was beim jeweiligen Fahrer am Ende in der Lohntüte landet. Laut der Bundesagentur für Arbeit verdienen die meisten der rund 39.000 Taxifahrer in Deutschland weniger als 2056 Euro brutto pro Monat. Damit liegt ihr Gehalt unterhalb der Niedriglohngrenze. Davon soll die Hälfte der Fahrer sogar weniger als 1503 Euro brutto, also weniger als der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde, verdienen.

Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass laut Bundeagentur mehr als zehn Prozent der Fahrer in Vollzeit mit Hartz IV aufstocken müssen. Davon sind insbesondere selbstständige Taxifahrer betroffen, für die kein Mindestlohn gilt.

Und was ist mit dem Trinkgeld?

Wegen der durchschnittlich geringen Einkünfte sind die Fahrer vom Trinkgeld abhängig. Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband geht von 10 bis 15 Euro Trinkgeld pro Schicht aus. Dabei ist für angestellte Taxifahrer das Trinkgeld steuerfrei, Selbständige müssen die Extra-Groschen im Rahmen der Umsatzsteuer beim Finanzamt abführen.

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Franziska Zimmerer
Franziska Zimmerer

Hat Politik, Jura und Kommunikation in München und London studiert. Nach drei Jahren auf der Insel hat sie ihren persönlichen Brexit gewagt und ist für Zaster als Redakteurin in Berlin im Einsatz. Was sie an England vermisst: bargeldloses Bezahlen von Pfennigbeträgen, Baked Beans und Prinz Harry.

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