Sparen und anlegen

Wie Geld bei der aktuellen Zinslage anlegen?

von Hannes Lustermann

Die Bundesbank berichtete jüngst, dass private Geldanlagen im ersten Quartal diesen Jahres um 0,8 Prozent schrumpften und die Durchschnittsrendite nach Inflation negativ ist. Finanzexperte Max Herbst von der Finanzberatung FMH erklärt auf ZASTER, wie Du 50 Euro (vom kleinen Gehalt), 500 Euro (Großverdiener?) oder 5000 Euro (geerbt?) anlegen könntest und was dabei herauskommt.

ZASTER: Ich will von meinem Gehalt monatlich 50 Euro auf die Seite packen. Was fange ich damit am besten an?

Max Herbst: Wenn Sie das als Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben zurücklegen möchten, können Sie das Geld eigentlich nur auf ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto einzahlen oder gleich auf Ihrem Girokonto lassen. Es gibt derzeit so wenig Zinsen, dass es bei diesen Sparbeträgen ohnehin keinen nennenswerten Unterschied macht, ob ich 0,01 Prozent Zinsen oder 0,5 Prozent Zinsen erhalte. Das Ergebnis sehen Sie hier, in unserem Renditerechner: Nach einem Jahr beträgt die Ertragsdifferenz lediglich 1,60 Euro.

Gleiches gilt, wenn Sie auf eine konkrete Anschaffung wie ein Auto oder Möbel sparen. das angesparte Geld jährlich für ein Jahr auf ein Festgeldkonto einzuzahlen, bei welchem die Zinsen meist etwas höher sind.

Soll die Rücklage der Altersvorsorge dienen, gibt es nur die Empfehlung, in einen ETF-Fonds einzuzahlen. Und eigentlich kommt bei dem geringen Betrag nur ein ETF-Fonds MSCI World infrage. Darin sind Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen von 23 Industriestaaten enthalten, und die Durchschnittsrendite liegt bei 5 Prozent und mehr.

ZASTER: Und wenn ich von meinem Gehalt stattdessen monatlich 500 Euro auf die Seite packen will?

Herbst: „Hier gilt grundsätzlich dasselbe wie bei 50 Euro, nur jetzt lohnt es sich schon zu vergleichen, wo ich mehr Zinsen erhalte. Das Ergebnis sehen Sie wieder hier, in unserem Renditerechner: Nach drei Jahren beträgt die Ertragsdifferenz zwischen einem Festzins von 0,01 Prozent und 0,7 Prozent 192,24 Euro.

Auch für Auto, Möbel und Altersvorsorge würde ich keine andere Variante als bei 50 Euro empfehlen.

Wenn Sie Immobilien erwerben möchten, sieht die Sache anders aus: Sie können konsequent in ETF-Fonds anlegen, weil Sie so jederzeit an Ihr Geld kommen und es als Eigenkapital einsetzen können. Oder Sie entscheiden sich für einen Bausparvertrag. Dabei gibt es zurzeit fast keine Guthabenzinsen. Allerdings ist der Vertrag selten zugeteilt – sprich: Sie können über das Bauspardarlehen verfügen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, beziehungsweise sich ein passendes Objekt findet.

ZASTER: Nehmen wir an, ich erbe auf einen Schlag 5000 Euro. Wie lege ich sie geschickt an?

Herbst: „Sie können das Geld etwa für die Altersvorsorge verwenden. Auch hier die klare Aussage: Legen Sie es in ETF-Fonds an. Je nachdem, wie sicher diese sein soll, können Sie die Anlage auch aufteilen. 3000 Euro in einen relativ sicheren Aktienfonds wie MSCI World und 2000 Euro in einen spezielleren Fonds Ihrer Wahl, der nicht weltweit, sondern in kleineren Regionen oder Sparten Beteiligungen besitzt.

Wollen Sie ihr Geld hingegen für den Konsum anlegen, entscheidet der Zeitraum. Dann könnte auch Festgeld ein Thema werden. Die Fondsanlage sollten Sie nur wählen, wenn Sie glauben, das Geld die nächsten fünf Jahre nicht zu benötigen – wegen der Schwankungen auf dem Investment-Markt.“

Wenn Sie ganz allgemein überlegen, wie Sie eine bestimmte Summe am besten anlegen, ist etwa der Finanzrechner des FMH eine Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen.

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