© Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Unfassbare Verluste

Die schlechtesten Aktien aller Zeiten

von Nils Matthiesen

Die Börse hat unzählige Erfolgsgeschichten geschrieben, aber auch für schreckliche Verluste gesorgt. ZASTER stellt drei Unternehmen vor, die der Aktienwelt nachhaltig geschadet haben.

Die meisten Menschen prahlen gerne mit ihren besten Investments. Die Flops werden dagegen gerne unter den Teppich gekehrt. Klar ist aber: Wo Erfolg ist, da ist auch Misserfolg. Viele Unternehmen sind mit hohen Erwartungen an die Börse gegangen und endeten als Pennystock oder verschwanden sogar ganz von der Bildfläche. Einige davon haben besonders verbrannte Erde hinterlassen. Hier die ZASTER Top 3:

Platz 1: Die T-Aktie

Die Aktie der Deutschen Telekom war mit der Mission angetreten, die Deutschen aus dem finanziellen Dornröschenschlaf zu wecken. Die „Volksaktie“ sollte auch den kleinen Mann endlich zu großen Renditen verhelfen und Sparbuch und Bausparen vergessen machen. Entsprechend avancierte TV-Star Manfred Krug zum Zugpferd einer groß angelegten Kampagne, die das Land elektrisierte. Jeder wollte die T-Aktie haben. Der Plan ging zunächst auf: Im ersten Börsengang 1996 und auch als Ende der 90er-Jahre erlebten die Papiere einen sehenswerten Höhenflug. Doch es folgte der bittere Absturz. Im Zuge der Dot-Com-Krise Anfang der 2000er purzelte der Kurs von über 100 auf unter 10 Euro. Hunderttausende Kleinanleger verloren ihr Erspartes. Der Sturz wirkt bis heute nach. Die T-Aktie gilt als einer der triftigsten Gründe, warum die Deutschen als Aktienmuffel gelten. Bis heute hat sich der Kurs nicht erholt und dümpelt seit Jahren zwischen 10 und 20 Euro herum.

Bis heute hat sich die T-Aktie nicht vom großen Kurssturz um die Jahrtausendwende erholt.
Bis heute hat sich die T-Aktie nicht vom großen Kurssturz um die Jahrtausendwende erholt. © Onvista

Platz 2: EM.TV

Das Symbol schlechthin für den schnellen Aufstieg und den jähen Absturz des Neuen Marktes um die Jahrtausendwende. Das Unternehmen EM.TV wollte durch den Kauf von Medienlizenzen größer als Disney werden. Und es zwischenzeitlich sah es tatsächlich so aus, als ob der wahnsinnige Plan gelingen könnte. Zeitweise war die EM.TV-Aktie viermal so viel wert wie die Adidas. Der Höhenflug begann mit dem Börsengang Ende 1997. Der Ausgabekurs lag bei 0,38 Euro, Anfang 2000 erreichte er mit 110 Euro seinen Höchststand. Wer also von Anfang an dabei war, konnte mit der Aktie unglaubliche 16.600 Prozent Plus verbuchen, viele Anleger wurden zu Millionären (zumindest auf dem Papier). Misswirtschaft, Größenwahn Fehlentscheidungen und wohl auch kriminelle Energie sorgten dann aber innerhalb weniger Monate für einen beispiellosen Absturz. Heute stehen die Aktien des Nachfolgeunternehmens Constantin Medien bei mickrigen 2 Euro.

Platz 3: GoPro

„POV“-Videos sind seit Jahren ein Hit. Nachdem zunächst die Pornoindustrie diese Technik für ihre Filmchen entdeckte, waren es erschwingliche Helmkameras, die die breite Masse eroberten. Ob am Modellflugzeug oder der Drohne, am Hundehalsband beim Spaziergang oder am Lenker des Mountainbikes montiert – jeder wollte auf einmal Actionclips drehen. Ganz vorn dabei: GoPro. Allein im Videoportal YouTube finden sich Millionen Videoclips, die mit Kameras dieser Marke aufgenommen wurden. Und obwohl GoPro sicher tolle Produkte produziert, ist die Entwicklung der Aktie eine Katastrophe. Wie so oft ging es eigentlich gut los. 2014 erfolgte der Börsengang von an der US-amerikanischen Börse Nasdaq zu einem Ausgabekurs von 24 Dollar. Schon wenig später erklomm die Aktie die 90 Dollar-Marke. Heute können Anleger von solchen Kursen nur träumen. Aktuell notieren die Papiere um die 6 Dollar, GoPro gilt als heißer Übernahmekandidat. Verantwortlich sind in erster Linie Marktsättigung, starke Billigkonkurrenz aus Asien und ein kostspieliger Ausflug ins Drohnengeschäft. Merke: Hippe Brands sind nicht automatisch eine gute Anlage.

GoPro zeigt den Kursverlauf einer typischen Hype-Aktie.
GoPro zeigt den Kursverlauf einer typischen Hype-Aktie. © Onvista
ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

Noch mehr Zaster