Melissa
Digitale Nomaden

Die richtige Work-Travel-Balance

An Orten arbeiten, an denen andere Urlaub machen? Das ist für digitale Nomaden wie Melissa Alltag. ZASTER hat mit ihr über den Spagat zwischen Reisen und Arbeiten gesprochen. Was hat sie davor gemacht? Wo ist sie am liebsten? Und wie bezahlt sie ihren Lifestyle?

Seit sie 19 Jahre alt ist, lebt und studiert Melissa in den verschiedensten Ländern der Welt. Ob in Südkorea, auf Bali, in der Türkei oder auf einer der paradiesischen Inseln Thailands, sie liebt ihr Leben als digitale Nomadin. Nicht nur das vielseitige Reisen sondern auch die Nebenjobs, die sie während ihrer Abenteuer hatte, waren unglaublich interessant und abwechslungsreich: Von Tauchschulen über Elefantencamps bis hin zu Tech Start-ups war alles dabei.

Wer sich als digitale Nomadin bezeichnet, genießt vor allem die räumliche Unabhängigkeit. Alles was die Person braucht sind ein Computer und Internetzugang. Viele regieren auf die Geschichten über den Alltag dieser Menschen mit Erstaunen und immer wieder auch mit Neid. Dabei birgt das ortsunabhängige Arbeiten der digitalen Nomaden auch viele Schwierigkeiten und Risiken.

Raus aus der Komfortzone!

Melissa war schon immer neugierig. Wünsche und Träume schiebt sie nicht so wie andere lange auf: Sie macht es einfach. Seitdem gesundheitliche Probleme ihre Familie eingeholt haben weiss sie, dass das Leben vergänglich ist. Ein gesunder Körper ist keine Selbstverständlichkeit. Deshalb lebte Melissa in den letzten Jahren sehr intensiv und verließ immer wieder ihre Komfortzone, um neue Menschen und Orte kennenzulernen. Obwohl sie langsam „ruhiger“ wird, hat sie diesen Drang nach Neuem nicht verloren.

„Irgendwie ist das Unterwegssein zu meiner neuen Komfortzone geworden.“
Melissa

Vor- und Nachteile

Dabei geht Melissa nicht mit der rosaroten Brille durch ihr Leben: Dass es neben den Vorteilen auch Nachteile an ihrem Lifestyle gibt, betont sie. Auch, dass das ständige Unterwegssein nicht für jeden das Richtige ist, ist ihr bewusst: „Routinen gibt es keine. Man muss sich ständig neu auf einen Ort einlassen. Freunde und Familie sieht man nur unregelmäßig.“ Mit der Zeit hat Melissa verstanden, dass das Leben on the road“ eben auch sehr viele Nachteile mit sich bringt. Sie persönlich findet ihren Lifestyle aber unterm Strich großartig. Nach den Jahren hat sie eine ganz eigene Routine etabliert und Orte gefunden, die für sie wie Zuhause sind und an denen sie sich sehr wohl fühlt. Dazu gehören vor allem Berlin, die Atlantikküste Europas, Marokko, die Eifel und natürlich Indonesien. Dort ganz besonders Bali!

Geduld, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin und eine Portion Glück

Das Leben „on the road“ ist nicht billig. Melissa finanziert ihre Reisen durch die Einnahmen aus einem Blog, den sie mit ihrer guten Freundin Petra zusammen betreibt. Dazu kommt der Selbstverlag: Petra und Melissa schreiben Bücher und vertreiben diese über Amazon und im Großhandel. Mit dem Blog generieren sie vor allem durch Affiliate-Partnerschaften (Provisionsmodelle) Einnahmen. Affiliate-Systeme sind internetgestützte Vertriebsarten, bei denen ein Anbieter seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Der Anbieter stellt Werbemittel zur Verfügung, die Petra und Melissa auf ihrem Blog verwenden.

Den Begriff „digitale Nomadin“ hatte Melissa noch nicht gehört, obwohl sie bereits seit Jahren wie eine lebte. Sie hat nicht etwa aktiv entschieden, so leben zu wollen, sondern ist viel mehr einfach in diesen Lifestyle reingerutscht.

„Ein Reiseblog-Business oder Selbstverlag ist jedoch kein Zuckerschlecken.“
Melissa

Melissa beschreibt in unserem Gespräch, dass Reiseblogger vor allem viel Geduld, Durchhaltevermögen, ganz viel Selbstdisziplin und eine Portion Glück sowie „gutes Timing“ brauchen: „Es ist ein langer Weg, bis man von einem Reiseblog oder Selbstverlag leben kann.“ Ein paar gute Tipps hat sie hier zusammengeschrieben.

Heute ist Melissa in der Ferne zu Hause. Sie liebt diesen Lifestyle. Wer weiß, wo sie irgendwann mal etwas länger bleiben wird. Ein paar Orte stehen mittlerweile auf alle Fälle auf ihrer Wohlfühl-Liste: Indonesien, Marokko, Nordspanien und natürlich Deutschland...

ein Artikel von
Anton Kleihues
Anton Kleihues

Anton studiert Politik in Berlin und liebt es, zu schreiben. Als ZASTER-Redakteur versucht er dabei immer neue, aktuelle und relevante Themen zu behandeln. Am liebsten berichtet er über Politik und Sport.

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