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Unterwäschemarke vor dem Aus

Die Gesellschaft verändert sich, Victoria's Secret nicht

von Franziska Zimmerer

Heidi Klum, Giselle Bündchen und Tyra Banks – sie schwebten mit ihren wahr gewordenen Photoshop-Körpern für Victoria's Secret als Engel über den Laufsteg und brachten der US-Firma weltweiten Ruhm und Profit. Doch jetzt steckt die Modemarke in der Krise.

Der Lack ist ab, die Spitze aufgeribbelt: Die Aktie der Lingerie-Firma Victoria’s Secret ist im letzten Jahr um 50 Prozent eingebrochen, der verbleibende Marktwert ist laut dem Branchenmagazin „Business of Fashion“ so gering, dass weitere Kurseinbrüche wahrscheinlich sind.

Doch obwohl Jahr für Jahr neue Generationen an Topmodels mit angeschnallten Flügeln medienwirksam über den legendären Catwalk schreiten, läuft es in den mehr als 1000 Ladengeschäften überhaupt nicht, in den Stores stapelt sich die Ware. Statt auf E-Commerce zu setzen, hält der 80-jährige CEO Les Wexner am stationären Einzelhandel fest.

Model Kelly Gale bei der Präsentation einer neuen Kollektion
Model Kelly Gale bei der Präsentation einer neuen Kollektion © By WestportWiki - Own work, CC BY-SA 3.0

Doch nicht nur die Konsumgewohnheiten haben sich geändert. Auch dass Frauen einem einheitlichen Typ ­– mit einer karamellig-glänzenden Haut, meterlangen Haaren und noch längeren Beinen – entsprechen müssen, ist weder erstrebenswert, noch zeitgemäß.

Erfolgreiche Konkurrenzunternehmen wie „Aerie“, die Tochterfirma von „American Eagle“, setzen bewusst auf unretouchierte Bilder, Calvin Klein vertreibt Boxershorts für Frauen und setzt auf Komfort und simple Designs. Dabei reagieren diese Marken auf den Zeitgeist und die Ansprüche ihrer Kundinnen, nicht mehr in ein vorgeformtes Frauenbild passen zu müssen.

Fotos (von oben nach unten): By WestportWiki - Own work, CC BY-SA 3.0
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ein Artikel von
Franziska Zimmerer
Franziska Zimmerer
Hat Politik, Jura und Kommunikation in München und London studiert. Nach drei Jahren auf der Insel hat sie ihren persönlichen Brexit gewagt und ist für Zaster als Redakteurin in Berlin im Einsatz. Was sie an England vermisst: bargeldloses Bezahlen von Pfennigbeträgen, Baked Beans und Prinz Harry.

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