© Pxhere
Anlagestrategie

Die 5 großen Risiken von Social Trading

von Nils Matthiesen

Es hört sich simpel und verlockend an: Die Strategien anderer erfolgreicher Anleger kopieren, Beine hochlegen und dicke Gewinne einstreichen. Leider ist es nicht ganz so einfach.

Wertpapierhandel ist kompliziert. Schließlich kennt sich nicht jeder in der Welt von Fonds, Aktien, Devisen und Anleihen aus. Und wenn doch, bedeutet das noch lange nicht ein gutes Gespür für erfolgreiche Investitionen. Social Trading verspricht für dieses Dilemma die Lösung zu sein. Statt selbst deine Wertpapiere zu managen, kopierst du einfach das Depot von erfolgreichen (Top)-Tradern. Du wirst sozusagen zum Follower.

Beachtlich, was für Kursgewinne einige Trader im letzten Jahr eingefahren haben.
Beachtlich, was für Kursgewinne einige Trader im letzten Jahr eingefahren haben. © Screenshot Etoro

Folgen mit Folgen

Die Verquickung von Wertpapierhandel mit Social Media-Elementen gilt als einer der Megatrends in der Finanzbranche. Immer mehr Start-Ups bieten die Möglichkeit sich von der traditionellen Finanzbranche zu emanzipieren und stattdessen von gegenseitiger Beratung in Netzwerken zu profitieren. Alle neuen Plattformen setzen dabei vorrangig auf zwei Möglichkeiten:

  • Copy-Trading: Du packst einen gewissen Betrag auf das Konto des Investors. Sämtliche Transaktionen des ausgesuchten Top-Traders werden fortan 1:1 automatisch proportional nachvollzogen.
  • Mirror-Trading: Hier vollziehst du selbständig die Strategien des Top-Traders in deinem eigenen Brokerkonto.

So weit so gut. Was sich nach einer sicheren Geldanalage anhört, birgt aber einige Fallstricke.

Risiko 1: Mangelnde Transparenz

Du weißt nicht genau, wem du dein sauer verdientes Geld überhaupt anvertraust. Oft siehst Du nur einen Namen und wie der dahinterstehende Trader performt hat. Ob sich hinter „Fifty-Five“ oder „Chocowin“ aber ein ausgebuffter Börsenprofi oder ein crackabhängiger Freak verbirgt, bleibt unklar. Als Follower erfährst du obendrein selten bis nie, warum dein „Guru“ ein bestimmtes Wertpapier kauft oder verkauft. Du kannst also nicht einschätzen, wie fundiert der Top-Trader handelt.

Risiko 2: Papiertiger im Vorteil

Ob die Trader echtes oder virtuelles Geld anlegen, bleibt auf einigen Plattformen ebenfalls ein Geheimnis. Fest steht auf jeden Fall: Wer wie diese „Papertrader“ nur virtuelle Depots betreibt, kann natürlich ein erheblich höheres Risiko eingehen und dementsprechend besser performen. Ebenfalls ist es möglich, verschiedene Strategien auszuprobieren und nur die erfolgreichen zu veröffentlichen, die dann möglichst viele Follower anziehen. Was du wissen musst: Ein Meister der virtuellen Werte kann komplett versagen, wenn es um „echte“ Trades geht.

Risiko 3: Riskante Anlageformen

Die Trader auf Social Trading-Plattformen handeln gerne auch mit riskanten Anlageformen wie Derivaten. Das kann zu hohen Verlusten führen! Wenn du also eher solide bis konservative Investments bevorzugt, bist du bei Social Trading fehl am Platz.

Risiko 4: Vergangenheit ist nicht Zukunft

Die Crux bei allen Anlageformen, nicht nur bei Social Trading: Die Entwicklung einer Anlage in der Vergangenheit, hat keine Relevanz für die Zukunft. Sprich: Hat ein Trader im letzten Jahr einen außerordentlich hohen Wertzuwachs erzielt, kann es sich dabei tatsächlich um Expertise, aber genauso gut um reines Glück gehandelt haben.

Risiko 5: Zeit

Egal ob bei Copy- oder Mirror-Trading: An- und Verkäufe des Pro-Traders lassen sich nicht in Echtzeit nachvollziehen. Zwar ist beim Copy-Trading die Zeitverzögerung minimal, bei vielen Followern und „kleinen“ Aktien mit wenig Marktkapitalisierung kann es also passieren, dass du zu einem höheren Kurs kaufst beziehungsweise zu einem niedrigeren Kurs verkaufst. Das kann sich mit der Zeit summieren, so dass dein Depot schlechter als das deines Gurus abschneidet.

Du hast sogar die Möglichkeit in einem Portfolio verschiedene Top-Trader abzubilden.
Du hast sogar die Möglichkeit in einem Portfolio verschiedene Top-Trader abzubilden. © Screenshot Ayanjo

Fazit: Nicht blind folgen

Social-Trading beinhaltet zweifellos einige interessante Ansätze und ermöglicht einen unkomplizierten Einstieg in den Wertpapierhandel. Ohne entsprechendes Know-how solltest du keinem Pro-Trader blind folgen. Wenn überhaupt, betrachte das Ganze als absolutes Risikoinvestment mit möglichem Totalverlust.

Der Zaster-Tipp: Unverbindlich reinschnuppern

Du willst in die Social-Trading-Welt ganz unverbindlich einmal hineinschnuppern? Portale wie ayondo bieten dir die Möglichkeit ein kostenloses Demokonto zu eröffnen. Damit kannst du die Funktionen und Abläufe vollkommen risikolos ausprobieren.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen

Nils ist Journalist sowie Texter und beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

Noch mehr Zaster