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Gehaltsunterschiede in Deutschland

Wo Menschen in Deutschland am besten verdienen

von Anton Kleihues

Wie eine neue Studie zeigt, sind die Lohnungleichheiten in Deutschland extrem. Wo verdienen die Menschen am meisten? Wo am wenigsten?

Wirtschaft und Gehälter

Obwohl der weltweite Freihandel derzeit durch Zölle bedroht wird und der Brexit uns Europäer in eine ungewisse Zukunft blicken lässt, boomt die deutsche Wirtschaft weiterhin. Es herrscht quasi Vollbeschäftigung. Die Unternehmen wachsen und werfen Dividenden ab. Die Staatskassen sind gefüllt und Finanzminister Olaf Scholz weiß kaum wohin mit dem vielen Steuergeld. Obwohl das Land politisch teilweise durch Rechtspopulismus getrennt wirkt, wächst die deutsche Wirtschaft im Jahr 30 nach Mauerfall immer weiter zusammen. Die positiven Nachrichten über den Boom Ostdeutscher Großstädte wie Dresden und Leipzig sowie über die offensichtlich gelungene Integrationsarbeit geben den Menschen Hoffnung. Besonders interessant ist da eine Studie, die am Montag veröffentlicht wurde. Experten des Jobportals „Gehalt.de“ haben 500.000 Daten der vergangenen 12 Monate in Hinsicht auf Gehälter ausgewertet. ZASTER liegen die wichtigsten Erkenntnisse vor.

Extreme Lohnunterschiede

Auffallend sind die Zahlen des Jobportals vor allem, weil extreme Gehaltsunterschiede daraus hervorgehen. Während Beschäftigte in Hessen zum Beispiel im Schnitt rund 51.350 Euro verdienen, gibt’s in Mecklenburg-Vorpommern schlappe 34.150 Euro. Generell sind die neuen Bundesländer alle weit abgeschlagen. Thüringen hat als stärkstes ehemaliges DDR-Land mit 36.450 Euro Einkommen pro Kopf mehr als 3.000 Euro weniger als das schwächste alte Bundesland Schleswig-Holstein mit 39.750 Euro. Zwischen Ost und West sind also krasse Unterschiede erkennbar. Aber auch der Süd-/Nord-Kontrast ist eindeutig: Unter den Top 4 sind alle drei südlichen Bundesländer: Bayern auf Platz 4, Baden-Württemberg auf Platz 2 und Hessen auf Platz 1. Einzig Millionärs-Hochburg Hamburg hat sich auf Platz 3 dazwischen gemogelt. Die zwei nördlichsten alten Bundesländer, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, sind abgeschlagen auf den letzten Plätzen westlich der ehemaligen Grenze.

Wie sich die Gehälter verändern

Der aktuelle Stand ist zwar erschreckend, sagt aber nichts über eine Entwicklung aus. Ohne diese lässt sich keine ernst zu nehmende Aussage treffen. Und der Blick darauf lässt die versteinerte Miene der Menschen im Osten Deutschlands etwas auflockern: Die neuen Bundesländer holen nämlich kräftig auf! Alle fünf Bundesländer verzeichnen eine starke positive Entwicklung gegenüber dem letzten Jahr. Von 2,4 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis zu starken 3,5 Prozent in Sachsen-Anhalt. Da können die Wessis nur neidisch staunen. Dort schaffte es einzig Hessen, eine positive Lohnentwicklung von über einem Prozent im Vergleich zum letzten Jahr vorzuweisen. Experten erklären das damit, dass die Arbeitslosenquote auch in den neuen Bundesländern immer weiter sinkt. Die Attraktivität von Städten wie Dresden und Leipzig trägt auch zu der positiven Gehaltsentwicklung bei. Der Pay-Gap verringert sich immer weiter. Und hier hat der Osten auch die Nase vorn. Während Männer in Meck-Pomm „nur“ 16,4 Prozent mehr verdienen als Frauen, sind es im industriereichen Baden-Württemberg heftige 26,5 Prozent. Verbesserungsbedarf!

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