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Rausch für's Depot

Derber Absturz: Sag Nein zu Drogen-Aktien?

von Nils Matthiesen

Immer mehr Länder legalisieren Cannabis. Nicht nur Kiffer sind begeistert – auch für Anleger ist viel Dampf im neuen Milliarden-Markt Marihuana. Aktuell geht’s aber kräftig nach unten.

"Legalize it“ schreiben sich immer mehr Länder auf die Fahnen: In Uruguay ist kiffen seit 2013 erlaubt, in Kanada seit diesem Jahr und selbst in den konservativen USA wird Marihuana bald in mindestens acht der 50 US-Staaten erlaubt sein. Mit Luxemburg und Mexiko kommen in Kürze zwei weitere Länder dazu, in denen sich vollkommen legal ein Joint zünden lässt. Der Trend der Cannabis-Legalisierung scheint nicht aufzuhalten zu sein, auch in Deutschland. Laut einer aktuellen Studie sind mittlerweile 46 Prozent der Deutschen dafür, das Rauschmittel für Volljährige freizugeben.

Gewaltige Wachstumschancen

Ob du das nun selber gut findest oder nicht: Dadurch entstehen komplett neue Wirtschaftszweige. Woran vorher Dealer und Drogenkartelle verdient haben, übernehmen jetzt Unternehmen. Dadurch ergeben sich für Anleger große Gewinnchancen. Denn wo bis jetzt nichts war, kann jede Menge wachsen. In den USA ist bereits nach wenigen Monaten ein Milliardenmarkt mit Potenzial entstanden. Marktbeobachter gehen von einem Marktvolumen von 22,6 Milliarden US-Dollar und jährlichen Wachstumsraten von 27 Prozent bis zum Jahr 2021 aus. Klar ist aber auch: Wer auf Cannabis-Wertpapiere setzt, geht eine riskante Wette ein. Wer in dem noch jungen Markt führende Positionen einnimmt, ist kaum vorherzusagen.

Große Absturz-Risiken

Dazu kommen politische Unsicherheiten. Wie sehr der Markt in Bewegung ist, zeigte sich vor kurzem nach der US-Halbzeitwahl, als die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückeroberten und gleichzeitig der konservative Justizminister Jeff Sessions zurücktrat. Die Aktien der Cannabis-Branche stiegen binnen eines Tages um knapp 300 Millionen US-Dollar, um dann am nächsten Tag fast um den gleichen Wert wieder zu fallen. Kaum auszudenken, was mit den Kursen passieren würde, wenn Präsident Trump etwa die Entwicklung von Cannabis als „sad“ einstuft und auf seine politische Agenda setzt.

Fazit: Nur für schmerzfreie Anleger

Unterm Strich sind Cannabis-Aktien also eine äußerst riskante, aber auch chancenreiche Anlage, die du – wenn überhaupt – nur stückchenweise deinem Depot beimischen solltest. Wenn du mit einem Investment liebäugelst, solltest du dich am besten breit aufstellen und einen ETF (Exchange-Traded Fund) ins Auge fassen. Das Angebot an diesen börsengehandelten Fonds ist allerdings hierzulande noch übersichtlich. Aktuell stehen zwei Wertpapiere zu Wahl.

Horizons Marijuana Life Sciences Index

Der bekannteste ETF ist der Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF (WKN A2DTQB), der an den Börsen von Düsseldorf und München gehandelt wird. Bei der Betrachtung des Kursverkauf wird schnell deutlich, dass dieser Fonds in den ersten Monaten extreme Gewinne verzeichnete, die aber im aktuell schlechten Börsenumfeld fast komplett wieder abgeben musste. Allein in den letzten Wochen hat der ETF, der derzeit 49 verschiedene Pot-Aktien vereint, ein Drittel seines Wertes verloren. Guter Einstiegszeitpunkt oder Fall ins Bodenlose? Schwierig zu sagen.

Cannabis Total Opportunity Index

Die Swissquote Group Holding AG hat zudem vor wenigen Tagen mit dem „Cannabis Total Opportunity Index“ (WKN: A2L0QV) den ersten Index für Cannabis-Aktien in Deutschland geschaltet. Ein entsprechendes Tracker Zertifikat (WKN: LTQ05M) wird bereits an der Börse Frankfurt gehandelt. Der Index besteht aus bis zu 20 Unternehmen, deren Hauptgeschäftstätigkeit sich um Cannabis dreht. Die meisten Unternehmen stammen aus den USA und Kanada.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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