In der heutigen Sharing-Economy teilen sich Leute fast alles: das Werkzeug, den Netflix-Account, die Wohnung oder das Auto. Warum also nicht auch das Wohnmobil? Und schon ist ein neuer Trend geboren: Camper-Sharing!

Dazu kommt, dass sogenanntes Caravaning, also Urlaub mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen, zurzeit schwer in Mode ist. Raus aus dem Trubel der Großstadt, rein in die Ruhe der Natur und spontan entscheiden, wo der nächste Halt ist. 3,2 Millionen Deutsche verreisen schon jedes Jahr auf diese Weise und ein Ende des Trends ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Seit Jahren werden immer mehr Wohnmobile und Caravans neu zugelassen.

So machst du beim Camper-Sharing mit

Es gibt mittlerweile mehrere Sharing-Portale, die die Wohnmobile von Vermietern an Kunden vermitteln. In Deutschland sind derzeit vier Start-ups aktiv.

Eines davon ist PaulCamper, das aktuell vor allem in Deutschland, den Niederlanden und Österreich verfügbar ist. Andere europäische Länder sollen noch folgen. Wer nicht nur in Deutschland bleiben, sondern die große, weite Welt erkunden möchte, um in Neuseeland oder Australien Camping-Urlaub zu machen, kann sich auf der Seite der Plattform Shareacamper umgucken. Auch Campanda ist international aufgestellt, in 42 Ländern stehen Camper zur Verfügung. Außerdem gibt es noch Yescapa, ein Start-up aus Frankreich, das europaweit Reisemobile vermittelt.

Die Kosten für die Camper können unterschiedlich hoch ausfallen, je nach Buchungszeit, Typ und Zustand des Fahrzeugs. Meistens legt der Vermieter selbst den Preis fest, normalerweise liegen die Kosten pro Tag zwischen 50 und 100 Euro.

Die Portale selbst machen ihr Geld mit der Provision, die bei einer erfolgreichen Vermittlung fällig wird. Shareacamper, Campanda und PaulCamper stellen diese Gebühr den Vermietern in Rechnung. Nur bei Yescapa musst du die 15-prozentige Servicegebühr selbst zahlen.

Die Vor- und Nachteile vom Camper-Sharing

Das Beste kommt gleich zu Beginn: Du sparst Geld. Denn durchschnittlich kostet die private Miete eines Reisemobils über ein Sharing-Portal pro Tag etwa zehn Euro weniger als die Miete über einen gewerblichen Anbieter. Außerdem bekommst du ein individuell ausgestattetes Fahrzeug fernab des Mainstreams. Und für den Besitzer des Wohnmobils lohnt sich das Ganze natürlich auch, denn er hat einen netten Nebenverdienst in der Zeit, in der das Fahrzeug sonst ungenutzt in der Garage herumstehen würde.

Leider gibt es aber auch hier - wie so oft - nicht nur gute Seiten. Der Nachteil des Sharing-Modells besteht nämlich darin, dass Kunden nicht unbedingt einen verlässlichen Service mit standardisierten Fahrzeugen geboten bekommen. Im schlimmsten Fall bleibt das Gefährt irgendwo im Nirgendwo am Straßenrand liegen. Nach eigenen Aussagen der Vermittlungsplattformen sind diese aber bemüht, ihren Kunden und Vermietern hilfreich zur Seite zu stehen, inklusive einer Versicherung. Und allzu umweltfreundlich ist so ein Roadtrip zwar auch nicht gerade, aber er ersetzt den Urlaub in Form einer Fernreise mit dem Flugzeug.