© Bild von StartupStockPhotos auf Pixabay
Libre- vs. MS-Office

Zahlen oder gratis? Der große Bürosoftware-Test

von Nils Matthiesen

Microsoft verlangt für MS-Office Geld. Aber sind die kostenlosen Alternativen nicht genauso gut? ZASTER macht den Check

Was Nutella fürs Frühstück, ist Microsoft Office fürs Büro. Dabei schmeckt Nusspli auch nicht übel und ist obendrein viel günstiger. Das Gleiche gilt für LibreOffice. Dieses leistungsfähige Bürosoftwarepaket bringt alles mit, was du zum Bearbeiten von Texten, Erstellen von Tabellen oder für die Präsentation von Ideen und Konzepten benötigst. Das Beste dabei: Die Software kostet keinen Cent. Doch wo ist der Haken?

Nahezu Office-kompatibel

Der Clou: Selbst wer bisher ausschließlich mit Microsoft Office gearbeitet hat, kann diese Dokumente mit LibreOffice bearbeiten: Die aktuelle Version 6 versteht sich bestens mit Microsoft-Office-Dokumenten. Öffnest du mit LibreOffice Word,- Excel- oder Powerpoint-Dateien, bleiben Aufbau und andere optische Eigenschaften nahezu 1:1 erhalten. Ebenfalls ist es möglich, deine Dokumente in den Formaten des Microsoft-Pakets zu speichern. Darüber hinaus bietet das Gratis-Büropaket jede Menge Extras, beispielsweise das Zeichenprogramm Draw und die Datenbanksoftware Base. Und: Wenn du Microsoft Office bedienen kannst, findest du dich auch in LibreOffice schnell zurecht.

Libre oder OpenOffice?

Ein ebenfalls populäres, kostenloses Büro-Paket ist OpenOffice. Wo liegen die Unterschiede zu LibreOffice? In Sachen Funktionalität sind sich die Programme tatsächlich recht ähnlich. LibreOffice wird aber aktiver weiterentwickelt, das ist der entscheidende Unterschied. Während über 200 Entwickler am Code von LibreOffice basteln, sind es bei OpenOffice gerade noch eine Handvoll. Das lässt kaum genügend Raum, um sich ordentlich um Sicherheitslücken zu kümmern, geschweige denn an neuen Funktionen zu arbeiten.

2016 gab es dementsprechend das letzte große Update. Auf der anderen Seite gibt es für LibreOffice regelmäßig neue Aktualisierungen und Funktionen. Das kommt der Sicherheit zugute. Auch aus technischer Sicht ist LibreOffice besser: Es liegt zum Beispiel als moderne als 64-Bit-Version vor. Klare Sache: LibreOffice hat die Nase vorn.

Diese Programme stecken in LibreOffice

  • Writer: Writer ist die Textverarbeitung von OpenOffice. Mit Writer verfasst du kurze Briefe oder ausführliche Arbeiten schnell und professionell.
  • Calc: Egal ob eine kurze Aufstellung oder eine ausführliche Kalkulation: Mit Calc erstellst und formatierst du Tabellen aller Art und stellst die Daten in Form verschiedener Diagramme dar.
  • Draw: Draw ist das vielfältige Zeichenprogramm der OpenOffice-Suite. Mit Hilfe dieses leistungsfähigen Programms fertigst du Skizzen oder Zeichnungen an.
  • Impress: Mit dem Powerpoint-Pendant kreierst du wirkungsvolle Präsentationen. Hierzu stehen dir verschiedene Effekte, Übergänge und Vorlagen zur Verfügung.
  • Base: Diese professionelle Datenbankverarbeitung verwaltet Daten aller Art. Unerfahrene Anwender freuen sich über die vielen hilfreichen Assistenten.
  • Math: Math ist ein Formelmodul. Du brauchst es, wenn du in deinen Textdokumenten, Zeichnungen oder Präsentationen komplexe mathematische Funktionen darstellen willst.

Was ist mit Outlook?

Was allerdings fehlt, ist ein adäquater Outlook-Ersatz zum Abrufen von E-Mails und für die Kontakt- und Terminverwaltung. Als Alternative bietet sich Thunderbird an. Lange Zeit sah es nicht so rosig um dessen Zukunft aus. Jetzt geben die Entwickler aber anscheinend wieder Gas. Laut eigenen Angaben arbeiten wieder 14 Entwickler in Vollzeit am Projekt, die generell die Benutzerfreundlichkeit und die allgemeine Leistung verbessern sollen.

Fazit

Wenn du nur ab und zu einen Brief tippen, eine Rechnung oder eine Hausarbeit schreiben willst, bist du mit Gratis-Lösungen wie LibreOffice gut versorgt. Letztlich ist und bleibt MS-Office aber der Büro-König. Outlook, Word und Excel sind und bleiben mit Abstand die besten Lösungen auf ihrem Gebiet. Wenn du also für den Job regelmäßig solche Programme einsetzt, ist Office die bessere Wahl.

Der ZASTER-Tipp: Die Kaufempfehlung ist eindeutig „Office 365 Home“. Teilst du diese Version (legal) mit sechs Freunden, kostet das vertretbare 1,38 Euro pro Monat pro Person (im Jahresabo). Und: Jeder Einzelne bekommt ein Terabyte Online-Speicher bei OneDrive und 60 Skype-Freiminuten dazu. Alle Office-Programme sind in diesem Paket enthalten. Als „klassisches“ Programm gibt es darüber hinaus „Office Home & Student 2019“ offiziell für 149 Euro, online sogar schon ab 20 Euro.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

Noch mehr Zaster