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Hotels, Bahn, Versicherungen

Diese Bonusprogramme musst du kennen!

von León Dreher

Als Normalsterblicher First Class fliegen? Geht. Und zwar mit Hilfe von: Miles & More. Das mit Abstand bekannteste und beliebteste Bonusprogramm in Europa. Aber was für interessante Programme verstecken sich sonst noch auf dem Markt? Wir stellen euch drei Branchen vor, die ebenfalls mit attraktiven Bonusvorteilen locken.

Krankenkassen

Fast jede gesetzliche Krankenkasse in Deutschland bietet inzwischen ein Bonusprogramm für ihre Mitglieder an. Wer sich gesund ernährt, Sport treibt oder regelmäßig die Gesundheitsvorsorge besucht, sammelt gleichzeitig Bonuspunkte und kann diese für Prämien einlösen. Eine echte Win-Win-Situation für beide Seiten, denn: Ein gesunder Lebensstil macht euch happy und freut die Kassen, die im Zweifel weniger für Dinge wie Arztbesuche, Medikamente oder Krücken ausgeben müssen. Das Prozedere ist schnell erklärt. Für die meisten Bonusprogramme könnt ihr euch ganz einfach online auf der Kassen-Website anmelden. Danach heißt es Nachweise (z.B. Bestätigung der Mitgliedschaft im Fitnessstudio) hochladen und Punkte sammeln. Meistens könnt ihr genau zwölf Monate nach Bonuspunkten jagen, danach müssen die gesammelten Punkte eingelöst werden oder sie verfallen.

Zur Veranschaulichung: Die meisten Mitglieder deutschlandweit zählt die Techniker Krankenkasse. Wie läuft deren Bonusprogramm ab? Wir haben die Fakten:

  • Für den üblichen Zahnarztbesuch einmal im Jahr gibt es: 200 Punkte
  • Eine aktive Mitgliedschaft im Fitnessstudio/Sportverein/Hochschulsport bringt: 500 Punkte
    ... nur um zwei Beispiele genannt zu haben
  • Ab 1.000 Bonuspunkten erhält man eine Prämie. Entweder 30 Euro Barprämie (wird dem Finanzamt gemeldet) oder 60 Euro "Gesundheitsdividende". Der von der TK verdoppelte Betrag wird in gesundheitsfördernde Projekte investiert. So bekommt man beispielsweise die nächste Zahnreinigung kostenlos oder die Kasse beteiligt sich an den neuen Brillengläsern.
  • Je höher das Punktekonto, desto höher der Bonus. Pro 100 weitere Punkte gibt es 2,50 Euro mehr Barprämie und 5,00 Euro mehr Gesundheitsdividende.
  • Barprämien können bis drei Monate, Gesundheitsdividenden bis zu drei Jahre nach Ablauf der Frist eingelöst werden.
  • Nach Ablauf der Frist beginnt umgehend der nächste Bonuszeitraum von zwölf Monaten

Fazit: Unbedingt das Bonusprogramm eurer Krankenkasse checken! Viele der zu bewältigenden Aktivitäten macht man ohnehin, und das Hochladen der Nachweise lässt sich ohne großen Aufwand zwischen zwei Netflix-Folgen regeln. Das enge Sammel-Zeitfenster von nur einem Jahr lädt zur akribischen Organisation eurer Termine ein. So muss die nächste Routineuntersuchung beim Zahnarzt vielleicht doch nicht noch zwei Jahre warten. Und das Wichtigste: Coole Prämien gibt es dank der vielfältigen Anrechnungsmöglichkeiten schon nach kurzer Zeit und nicht etwa erst nach zehn Vorsorgeuntersuchungen.

Hotels

Wer bei der Wahl seiner Übernachtungen Treue zeigt, kann mit Hotel-Bonusprogrammen nette Belohnungen einstreichen. Dazu zählen u.a. Zimmer-Upgrades, kostenfreie Übernachtungen, Frühstück for free oder ein digitaler Check-In. Das Prinzip ist einfach. Je nach Programm bekommt man für jeden ausgegebenen Euro auf der Rechnung eine bestimmte Anzahl an Punkten auf's Konto gutgeschrieben. Die Punkte können nun bei jeder folgenden Buchung verrechnet werden. Punkte können auch bei offiziellen Partnern wie zum Beispiel Autovermietungen eingesackt werden.

Das Angebot richtet sich dabei nicht bloß an häufig reisende Geschäftsleute, sondern an jeden, der Lust auf eine Hotelübernachtung hat. Viele Programme bieten nämlich schon ab dem ersten Aufenthalt Boni wie einen Late-Check-Out. Die Anmeldung für den Großteil aller Hotel-Bonusprogramme ist kostenfrei. Der Wert für teilnehmende Hotels liegt neben der Kundenbindung vor allem in der Speicherung und Nutzung der Kundendaten.

Nichtsdestotrotz kann man sich einen gewissen Status auch erkaufen: Anstatt vierzigmal in einem Hotel der Kette Hilton übernachten, leistet man sich einfach die Hilton Honors Kreditkarte für 48 Euro im Jahr und wird direkt in den Gold-Status von HHonors befördert. Damit lässt sich zum Beispiel ein Upgrade, sofern verfügbar, einfordern oder in allen Hilton Hotels umsonst frühstücken. Umsätze dieser Kreditkarte füllen das Punktekonto automatisch mit auf. Generell sind es die großen Hotelgruppen, welche den Markt rund um Bonusprogramme beherrschen. Das macht Sinn, denn für zig tausend Karten im Portemonnaie hat sowieso keiner Platz. Wir stellen euch das umfangreichste Bonusprogramm vor:

  • Marriott Bonvoy: Drei in Eins. Dieses Bonusprogramm geht offiziell erst diesen Februar an den Start und ist ein Zusammenschluss der drei Treue-Programme Marriott Rewards, Ritz-Carlton Rewards sowie SPG (Starwood Preferred Guests). Damit ist Marriott Bonvoy ab sofort das größte Bonusprogramm für Hotels im gehoberen Segment weltweit. Darunter fallen Hotelketten wie Marriott, Ritz-Carlton, W Hotels, Le Meridien, Westin, Sheraton oder Marriott Courtyard.

Steigt man lieber in luxuriösen Boutique-Hotels ab anstatt bei den großen Ketten, kann man sich dem Leaders Club, angeboten von The Leading Hotels of the World, anschließen. Hier gibt's die gleichen Vorteile wie bei den meisten anderen Bonusprogrammen, allerdings zu einer Jahresgebühr von 175 US-Dollar.

Fazit: Ein Hotelprogramm lohnt sich für jeden. Wenn man nicht so viel unterwegs ist, reicht es z.B. nach der Erstanmeldung schon für kleine Freuden, die normalerweise etwas kosten. Frequent Traveller, die häufiger in den gleichen Hotels übernachten, kriegen beim nächsten Familienurlaub vielleicht schon ein tolles Zimmer-Upgrade. Außerdem ist es immer von Vorteil, an der Rezeption als loyaler Gast direkt erkannt zu werden.

BahnBonus

Auch die Deutsche Bahn bietet ihren Kunden ein Bonusprogramm an. Dazu kann sich jeder kostenlos und einfach online anmelden. Wer schon eine BahnCard besitzt, meldet sich über seinen bestehenden Account an. Der Rest bekommt die BahnBonus Card nach Hause geschickt. Zum Start gibt es 250 Punkte geschenkt und wer sich noch für den Newsletter anmeldet, erhält bei der nächsten Fahrt ein kostenloses Upgrade in die Erste Klasse. Für 500 Punkte gibt es dann ein "reguläres" Upgrade in die weichen Ledersitze. Ab 1.000 Punkten kann man sich über eine Freifahrt freuen. Bekannt sind auch die vielen Sachprämien, die der BahnBonus Katalog hergibt. So gibt es beispielsweise für 2.500 Punkte eine Philips Sonicare Zahnbürste. Sammeln lässt sich nicht nur über das Buchen von Zugtickets, sondern auch über Kaufumsätze bei Partnern, wie zum Beispiel Europcar. Wer anderen gerne etwas Gutes tut, kann seine Punkte auch in eine Spende an die Bahnhofsmission, das Bergwaldprojekt oder Kinderprojekte ummünzen.

Zum Sammeln und Einlösen seiner Prämienpunkte hat man insgesamt drei Jahre Zeit. Danach verfallen die Punkte und der nächste Zeitraum beginnt. Wer unbegrenzten Zugang zu seinen Punkten und weitere Vorteile im BahnBonus Programm haben möchte, schnappt sich die BahnCard als Kreditkarte (in Zusammenarbeit mit der Commerzbank) für 34 Euro im Jahr. Neben Prämien lässt sich in der Bahn auch ein gewisser Status erreichen. Für 2.000 gesammelte Punkte in einem Kalenderjahr wird man mit dem BahnComfort Status belohnt und kann dann u.a. Kaltgetränke in allen DB Lounges genießen oder die BahnComfort Sitzplätze im Zug (auch ohne Reservierung) nutzen.

Wie viele Punkte gibt es für was? - Für jeden ausgegebenen Euro gibt es von der Bahn jeweils einen Prämien- und einen Statuspunkt zurück. Bei einem Bahnticket im Wert von 70 Euro gibt es also jeweils 70 Punkte zurück. On top kommen noch Punkte, falls ihr eine BahnCard besitzt und diese zur Buchung verwendet habt. Dann wird euch zusätzlich in Punkten gutgeschrieben, wie viel ihr ursprünglich für die BahnCard bezahlt habt. Bei meiner ermäßigten BahnCard 50 wären das beispielsweise aufgerundete 70 Euro, also 70 Punkte. Wer den Überblick über sein BahnBonus Programm nicht verlieren möchte, kann seinen aktuellen Status jederzeit im persönlichen Online-Bereich oder in der DB Navigator App checken.

Fazit: Wer würde nicht gerne anstatt der Holzklasse einmal in der Ersten Klasse von Hamburg nach München fahren? Alleine deswegen lohnt sich das Anmelden hier schon. Danach muss man allerdings Geduld beweisen oder ganz viel Bahn fahren, um an attraktive Prämien zu gelangen. Für den minimalen Aufwand sollte über den großzügigen Zeitraum von drei Jahren allerdings schon etwas drin sein. Daher: lieber anmelden anstatt den Prämien-Zug an sich vorbeifahren zu lassen.

ein Artikel von
León Dreher
León Dreher

Studiert Philosophie und Wirtschaft in Bayreuth. Hat gemerkt, dass dort nur einmal im Jahr zur Eröffnung der Festspiele die Post abgeht und sich für den Moment nach Berlin zu ZASTER abgesetzt. Fun Fact: Rugby is life.

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