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Job-Bewerbung

Darauf musst du beim Anschreiben achten

von Christoph Masurek

Das Anschreiben ist noch immer das persönlichste Dokument in deiner Bewerbung. Es bietet dir die Möglichkeit, aus der Masse an Bewerbern hervorzustechen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. ZASTER zeigt dir, wie dein Anschreiben zum Türöffner wird.

Prinzipiell kannst du dein Anschreiben gestalten wie du möchtest. Bei der Wahl der Schrift solltest du jedoch darauf achten, dass sie angenehm und leicht zu lesen ist. In der Regel wird die Schriftgröße 12 und ein Zeilenabstand von 1,5 empfohlen.

Der Formfaktor

Bedenke, dass Bewerbungsunterlagen häufig ausgedruckt werden und innerhalb der Personalabteilung formlos weitergeleitet werden. Deswegen solltest du in keinem Fall auf einen Briefkopf verzichten – auch wenn du deine Bewerbung per E-Mail versendest. Schließlich wäre es bedauerlich, wenn deine Einstellung daran scheitert, dass dich niemand erreichen kann.

Der Briefkopf beginnt immer mit deinem Namen, deiner Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Je nachdem wie modern dein künftiger Arbeitgeber aufgestellt ist und auf welchen Bereich du dich bewirbst, kannst du auch deine Homepage oder Social-Media-Referenz hinterlegen. Diese sollten dann natürlich entsprechend "aufgeräumt" sein.

Darauf folgen die Kontaktdaten des Empfängers: Firmenname, Vor- und Zuname deines Ansprechpartners und die Adresse. Vergiss bei der Bezeichnung des Unternehmens nicht die Organisationsform (GmbH, AG, SE...) und achte darauf, dass du in der oberen rechten Ecke das aktuelle Datum einfügst. Solltest du keinen Ansprechpartner kennen, kannst du auch mit "Sehr geehrte Damen und Herren" beginnen. Allerdings zeugt es von Interesse und Willen, wenn du dich vor deiner Bewerbung telefonisch nach einem Ansprechpartner erkundigst.

Bevor du in den Fließtext übergehst, fügst du nun noch eine Betreffzeile ein, aus der deutlich wird auf welche Stelle oder Position du dich bewirbst. Solltest du dich initiativ bewerben, schreibst du dies natürlich auch in die Betreffzeile.

Tipps und No-Gos

1
Es gibt nur einen ersten Satz

Der erste Satz im Anschreiben ist quasi dein erster Eindruck – und von dem gibt es bekanntlich keinen zweiten. Er muss also Aufmerksamkeit gewinnen, neugierig machen und Interesse wecken. Stelle beispielsweise ungewöhnliche Talente und Fähigkeiten in den Vordergrund, die in deiner künftigen Tätigkeit von Interesse sein könnten. Greife die Leitmotive des Unternehmens auf oder bediene dich an sprachlichen Bildern der Branche. Das zeugt von Kreativität und Engagement.

2
Verzichte auf Floskeln

"Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als..."

"Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen"

"Über eine positive Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!"

Schluss mit Phrasen dreschen! Diese Sätze triefen nur so vor Langeweile und sind ihre Tinte auf dem Papier nicht wert. Langweile deinen Leser nicht mit unpersönlichen 0815-Sätzen. Auf Individualität kommt es an.

3
Erzähle Geschichten

Wenn du deine Fähigkeiten, Talente und Kompetenzen erwähnst, solltest du versuchen, sie lebhaft in Geschichten einzubetten. Erzähle deinem Gegenüber nicht bloß, dass du gut organisiert oder teamfähig bist, sondern mache es anhand von Beispielen glaubhaft. Dazu kannst du gerne vergangene Erfolgsstorys aus deiner Berufslaufbahn aufgreifen oder Eigenschaften aus deinen Hobbys erwähnen.

Du schraubst in deiner Freizeit an Modell-Autos? Dann zeige deine Geduld und dein Fingerspitzengefühl. In einem vergangenen Projekt konntest du entscheidend mitwirken? Erzähle davon! Mach deine Eigenschaften zu spannenden und kurzen Geschichten, die ein Bild von dir zeichnen.

4
Bezug zur Position und dem Unternehmen

Suche Schlüsselwörter aus der Stellenanzeige und informiere dich gut über das Unternehmen. Scheint logisch, doch der Kniff liegt im Transfer zum Anschreiben. Gehe auf die Leitsätze der Firma ein und erkläre, warum du diese auch verkörperst. Das schmeichelt dem Unternehmen und macht dich interessant.

5
Eine PDF-Datei

Einige große Konzerne und Unternehmen habe bereits eine eigene Bewerbungsplattform, auf der du deine Unterlagen hochladen kannst. In der Regel versendest du aber dein Dokument per E-Mail. Richtig gelesen: das Dokument, Singular. Bevor du dein Anschreiben, Lebenslauf und deine Zeugnisse versendest, fügst du sie zu einem einzigen PDF zusammen. Achte jedoch darauf, dass die Dateigröße nicht mehr als zwei Megabyte beträgt. Im Web gibt es Tools, wie SmallPDF mit denen du schnell und einfach dein Dokument verkleinern kannst.

6
Vermeide Wiederholungen

Der Personaler hat auch deinen Lebenslauf. Nutze dein Anschreiben, um Erfahrungen aus den vergangenen Episoden deines Lebens zu schildern und nicht noch einmal deine Arbeitgeber aufzulisten oder gar zu erklären. Wenn diese deinen Gegenüber interessieren, kann er die Unternehmen sicher auch googlen. Spannender sind deine Rückschlüsse aus deinem Lebensweg – die findet er nicht im Internet.

7
Rechtschreibung und Ortographie

Abschließend: Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit, doch Personaler beschweren sich zunehmend über die mangelnden Rechtschreibkenntnisse ihrer Bewerber. Um peinliche Fehler zu vermeiden, solltest du nicht nur auf die Korrektur-Funktion deines Computerprogramms vertrauen, sondern auch Freunde und Verwandte dein Anschreiben lesen lassen. Sicher ist sicher. Außerdem wird dein Anspruch an Qualität auch an deinem Schreiben gemessen.

ein Artikel von
Christoph Masurek
Christoph Masurek
Christoph studiert Politikwissenschaften in Wien und sucht noch immer vergeblich nach der Geschäftsidee, die sein Leben sowohl erleichtert als auch bereichert.

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