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Immobilie der Woche

Manche japanische Paare gehen zum Sex in diskrete Love Hotels

von Franziska Zimmerer

Bereit für ein bisschen Liebe? Immer gerne, aber häufig fehlt die Zeit und Ruhe dafür. Deshalb sind die Japaner erfinderisch geworden und treffen sich zum Schäferstündchen mit ihren Partnern in sogenannten Love Hotels.

Obwohl es sich faktisch um Stundenhotels handelt, haben diese Etablissements wenig Anrüchiges und sind fester Bestandteil der modernen japanischen Kultur.

Der Grund: Da die Baustruktur wegen der permanenten Erdbebengefahr auf dem Archipel nur hauchdünne Wände zulässt, können Paare ihrer Zweisamkeit oft nicht ungestört nachgehen. Außerdem leben Familien oft mit Großeltern, Schwiegereltern, Kindern und weiteren Verwandten zusammen.

So funktioniert’s

Diskretion steht an obersten Stelle. Eingecheckt und bezahlt wird deshalb an Maschinen oder bei einem Hotelmitarbeiter, der hinter einer Wand versteckt ist. Außerdem gibt es häufig verschiedene Eingänge und abgetrennte Stockwerke, um anderen Liebestollen nicht über den Weg zu laufen.

Um in der kurzen Zeit voll auf seine Kosten zu kommen, richten sich die Hotels ganz nach den Wünschen ihrer Kundschaft. Dabei gilt: Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Das Krankenhaus

Wer sich nach einer Privatbehandlung sehnt, kann im Keibajo US Hotel in Niigata einchecken. Arztkittel und Krankenschwesterkostüme können gemietet werden. Den sterilen Zufluchtsort gibt’s ab 31 Euro für vier Stunden.

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Das Klassenzimmer

Im selben Hotel kommen auch Wissbegierige auf ihre Kosten, denn eines der 50 Zimmer des Keibajo US Hotels ist wie ein Klassenzimmer ausgestattet. Statt einem Bett gibt es zwei kleine Schreibpulte, harte Holzstühle und eine Tafel. Preise beginnen ab 31 Euro, eine ganze Nacht Nachsitzen schlägt mit knapp 50 Euro zu Buche.

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Die U-Bahn

Wer sich nach mehr als nur Bahnverkehr sehnt, kann im Towers Hotel in Osaka einchecken und in einem zu einer U-Bahn umgebauten Zimmer in Fahrt kommen. Ein Ticket gibt’s ab 70 Euro für zwei Stunden.

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Franziska Zimmerer
Franziska Zimmerer
Hat Politik, Jura und Kommunikation in München und London studiert. Nach drei Jahren auf der Insel hat sie ihren persönlichen Brexit gewagt und ist für Zaster als Redakteurin in Berlin im Einsatz. Was sie an England vermisst: bargeldloses Bezahlen von Pfennigbeträgen, Baked Beans und Prinz Harry.

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