Zwar steigt die Geburtenrate Jahr für Jahr prozentuell an, doch Deutschland lag vor nicht allzu langer Zeit noch auf dem letzten Platz der Geburten pro 1000 Einwohner – und das im weltweiten Durchschnitt, wie das Weltwirtschaftsinstitut mit Sitz in Hamburg im Jahr 2015 vermeldete. Im Durchschnitt kostet eine Geburt etwa 1740 Euro. Eigentlich ungewöhnlich, würde man meinen. Beim bloßen Spaziergang durch den Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg zum Beispiel, kommt es einem so vor, als würden mehr Kleinkinder als Erwachsene hier leben. Da sind Kindertagesstätten und kinderfreundliche Cafés, soweit das Auge reicht, und an jeder zweiten Ecke ein Bekleidungsgeschäft mit Häschen, Mäuschen und kunterbunten Luftballons.

Tatsächlich ist dieser Teil Berlins besonders kinderreich und belebt, vor allem die Gegend um den Kollwitz- und Helmholtzplatz wirkt wie ein einziger fröhlicher Kinderspielplatz. Doch in weiten Teilen des Landes gibt es erstaunlich wenige Kinder. Gera (Thüringen) liegt auf dem Geburten-Ranking zum Beispiel ganz weit hinten. Andere Regionen, von denen man es nicht vermutet hätte – nämlich nicht die städtischen Ballungsräume – sind besonders weit vorne. Platz eins der geburtenreichsten Regionen Deutschlands belegt das westliche Niedersachsen.

Der hier zu beobachtende demographische Wandel ist vor allem auf einen Rückgang der Geburtenraten unter jungen Frauen zurückzuführen. Während früher weit mehr Frauen unter 30 Mutter wurden, sind heute immer mehr Frauen zwischen 30 und 37 Jahren alt, wenn sie ihr erstes Kind gebären.