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Fernstehturm und Weltzeituhr – Alle Fakten zu den beiden Berliner Wahrzeichen

von ZASTER Redaktion

Heute feiern wir den Tag der Deutschen Einheit und feiern 29 Jahre Wiedervereinigung! Aber wir feiern auch zwei ganz besondere waschechte Berliner. Herzlichen Glückwunsch, Weltzeituhr und Fernsehturm! ZASTER hat alle Zahlen und Fakten zu den zwei vielleicht berühmtesten Wahrzeichen Berlins für dich:

Die Geschichte der Weltzeituhr

Die Weltzeituhr wurde im Rahmen der Neugestaltung des Alexanderplatzes in der damaligen DDR gebaut und am 30. September 1969 feierlich der Öffentlichkeit präsentiert. Entworfen hat die Weltzeituhr der Designer Erich John. Er setzte sich mit seinem Entwurf bei der Ausschreibung im Rahmen eines Wettbwerbs zur Bebauung eines Säulenrestes einer Uranie auf dem Alexanderplatz durch. Ausgeschrieben hatte den Wettbewerb das Zentralkomitee der SED im Jahre 1968. Da es sich um ein Prestigeprojekt handelte und John nur neun Monate zur Fertigstellung blieben, erhielt er sämtliche Ausnahmegenehmigungen der Regierung, die für einen erfolgreichen Bau bis zur Eröffnung des neuen Alexanderplatzes nötig waren.

Zahlen, Fakten, Kosten

Laut eigener Aussagen Johns in der B.Z. wurden alleine für die Kugellager der Weltzeituhr, die damals sogar aus dem westdeutschen Dortmund importiert werden durften, 10.000 Westmark ausgegeben. Die Gesamtkosten der Weltzeituhr beliefen sich auf 480.000 DDR-Mark. Für damalige Verhältnisse eine erhebliche Summe. Die Bauarbeiter der Weltzeituhr erhielten laut Erich John einen Stundenlohn von 15 DDR-Mark.

Die Weltzeituhr hat eine Gesamthöhe von zehn Metern, das Rondell, unter dem sich auch heute noch täglich viele Menschen verabreden, hat einen Durchmesser von fünfeinhalb Metern. Die Uhr hat 24 Seiten, die jede für eine Zeitzone der Welt stehen. Das Rondell, auf dem sich diese Zeitzonen befinden, besteht aus Aluminum, in das 24 wichtige Städte der Erde eingefräßt sind. Die damalige deutsche Hauptstadt Bonn ist übrigens nicht dabei. Der Stundenring der Uhr wurde von einem umgebauten Trabant-Getriebe angetrieben – dieser wurde im Zuge einer umfassenden Sanierung der Uhr im Jahre 1997 durch einen neuen Getriebemotor ausgetauscht.

Merchandise mit der Weltzeituhr

Ist euch eigentlich aufgefallen, dass es lange in keinem der Berliner Souvernir-Geschäfte Artikel der Weltzeituhr zu kaufen gab? Das liegt daran, dass die Vermarktungsrechte seit dem Bau beim Designer Erich John lagen. Er hat diese nie genutzt und zum 50. Geburtstag seines berühmtesten Bauwerkes schließlich freigegeben. Ab sofort kannst du dir dieses Wahrzeichen Berlins also auf Tassen, als Schlüsselanhänger oder Figur mit nach Hause nehmen.

Das zweite Geburtstagskind: Der Berliner Fernsehturm

Dem Bau des Berliner Fernsehturms ging eine fast 20-jährige Planungsphase voraus, in deren Verlauf mehrere Standorte verworfen und Bauvorhaben gestoppt wurden. Fast wäre der Fernsehturm nämlich im Volkspark Freidrichshain erbaut worden – die Pläne wurden allerdings gestoppt, da die Kosten des Baus der Berliner Mauer zu hoch waren. Nach mehreren Jahren Standortsuche und schließlich einem Beschluss des Politbüros der DDR und dem Ersten Sekretär des Zentralkomitees der SED Walter Ulbricht, wurde im Jahr 1965 mit den Bauarbeiten begonnen – sie waren schon nach sagenhaften 52 Monaten abgeschlossen. Ein Tempo, von dem beim Flughafen BER nicht mehr wirklich etwas übrig geblieben ist.

Kosten, Fakten, Zahlen zum Berliner Fernsehturm

Der Bau verschlang bereits direkt zu Beginn durch Abrissarbeiten, Entschädigungszahlungen und Grundstückskäufe rund 38,8 Millionen D-Mark. Mit Gesamtkosten für den Bau von über 132 Millionen D-Mark kann man den Fernsehtum fast als die Elbphilharmonie der DDR bezeichnen. Dafür war der Turm das absolute Prestige-Objekt des sozialistischen Staates. Denn mit einer Höhe von 368 Metern, war der Turm im Oktober 1969 der zweithöchste Fernsehturm der Welt. An der Fertigstellung waren insgesamt über 300 Unternehmen beteiligt und täglich rund 90 Arbeiter im Dreischichtbetrieb beschäftigt.

Nach der Wiedervereinigung steckte die Deutsche Telekom als neuer Betreiber des Fernsehturmes rund 150 Millionen D-Mark in die Renovierung und die Modernisierung der Betriebstechnik. Insgesamt wiegt der Fernsehturm 26.000 Tonnen, wovon der Turmkopf 600 Tonnen ausmacht. Er ist eine beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und empfangt jährlich im Schnitt 1,2 Millionen Besucher aus aller Welt. Am 14. Juni 2011 begrüßte der damalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit den 50-millionsten Besucher.

ZASTER gratuliert. Wir treffen uns an der Weltzeituhr zum Anstoßen, oder?

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ZASTER Redaktion
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